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25.10.2015

Kaufberatung: 7 Kopfhörer zwischen 200 und 400 Euro (2019)

Die besten Kopfhörer für das Studio und Zuhause

Tipps zum Kauf

Egal, ob zum Mischen, auf der Bühne oder einfach nur, um entspannt Musik zu hören: Manchmal soll es eben doch ein bisschen mehr sein als die Beipack-Kopfhörer des Smartphones. Die Preisklasse zwischen 200 und 400 Euro hält viele interessante Produkte bereit. Wir bringen Licht ins Dunkel und klären Euch über die verschiedenen Kopfhörerarten auf.

In unserer letzten Kaufberatung haben wir Euch Kopfhörer bis 200 Euro vorgestellt. Damit ist bereits einiges möglich, doch für ein paar Euro mehr gibt es durchaus auch mehr Klang und weitere Features und Ausstattungsmerkmale. Dieses Mal haben wir uns auf die Liga bis 400 Euro gestürzt und unsere fünf Top-Favoriten aus den Bereichen Studio, DJ und HiFi gekürt. Welche das sind und worauf ihr beim Kauf achten solltet, erfahrt ihr in unserer neuesten Kaufberatung.

Noch mehr Kopfhörer findet ihr außerdem in unserem Testmarathon „Kopfhörer für das Studio bis EUR 1000“.

Bauarten von Kopfhörern

Kopfhörer werden grundsätzlich nach zwei Arten unterschieden: Es gibt offene und geschlossene Varianten. Zudem gibt es noch die Mischform „halboffenen“, die beides kombiniert. Im Prinzip sagt die Bauart aus, wie viel ihr noch von eurer Umgebung mitbekommt. Gleichzeitig ist sie auch ein Indiz dafür, wie laut die Musik vom Kopfhörer nach außen dringt.

Wie es der Name bereits vermuten lässt, kommt beim offenen Kopfhörer am meisten durch. Gleichzeitig bietet er aber auch das angenehmste Tragegefühl und einen geringen Anpressdruck. Gerade bei längeren Sessions ist das unbezahlbar.

Ein geschlossener Kopfhörer dichtet hingegen ziemlich gut ab. Je nach Material der Ohrpolster und der Stärke des Anpressdrucks variiert auch die Geräuschentwicklung. Gleichzeitig liefert die geschlossene Form auch mehr Druck im Ohr und dadurch auch etwas mehr Bass.

Zum Schluss gibt es noch die Mischform zwischen den beiden, der halboffene Kopfhörer. Er isoliert besser als ein offener, er klingt aber etwas transparenter als ein geschlossener Vertreter. Damit eignet er sich sowohl für die Arbeit im Studio als auch zum Musikhören unterwegs.

Auf oder um das Ohr?

Ist die erste Grundsatzfrage geklärt, geht es über zu den verschiedenen Formen. Hierbei wird grundsätzlich zwischen In-Ear- und Bügelkopfhörer unterschieden. In unserer Kaufberatung stellen wir Dir ohraufliegende und ohrumschließende Modelle vor.

Beim Over-Ear-Kopfhörer ist der Name Programm: Er umschließt die Ohren komplett, was den einfachen Vorteil hat, dass er oft besser sitzt und auch bei heftigen Drum-Aufnahmen weniger verrutscht.

On-Ear-Kopfhörer liegen seit einigen Jahren wieder voll im Trend und man begegnet ihnen so gut wie täglich auf der Straße. Sie sind kompakter als Over-Ears, lassen sich leichter verstauen und bieten teilweise auch praktisch Zusatz-Funktionen wie ein eigebautes Mikrofon und eine Kabelfernbedienung. Auf solche Features können wir im Studio-Alltag aber ruhig verzichten. Hier eignen sich Over-Ears aufgrund ihres Ohrabschlusses einfach besser. Sollten dennoch auch bei den Over-Ears zusätzliche Kabel und Fernbedienung für iPhone und Co. dabei sein, ist das natürlich ein Plus – aber eben kein Muss. 

Der Antrieb des Kopfhörers

Beim Antrieb hat sich wie bei den Lautsprechern das dynamische Prinzip auch bei den Kopfhörern durchgesetzt. Dabei wird eine Spule mit der Membran verbunden und mit einem Stromfluss durch zwei Permanentmagneten zum Schwingen gebracht. Zwar begegnen uns auch hin und wieder Elektrostaten, die ähnlich wie ein Kodensator arbeiten und mit Hilfe eines elektrostatischen Feldes eine dünne Metallmembran zum Schwingen bringen. In der Preisklasse zwischen 200 und 400 Euro spielen diese aber kaum eine Rolle. Weitere Infos über die verschiedenen Schallwandler von Kopfhörern gibt es hier.

Daten: Leiser gleich besser?

Die Impedanz im Datenblatt gibt an, mit welchem Widerstand ein Kopfhörer betrieben wird. Oft wird gesagt, dass Kopfhörer mit niedrigen Impedanzen lauter klingen und Modelle mit großem Widerstand besser seien. Dies muss aber nicht immer der Fall sein. Lediglich für den Betrieb am Smartphone solltet ihr euch nach Kopfhörern zwischen 16 Ohm und 32 Ohm umsehen. Alle relevanten Daten von Kopfhörern werden hier erklärt.

Zubehör

In Sachen Zubehör gibt es nicht besonders viel zu beachten. Werft vor dem Kauf einen Blick auf euren Kopfhörerverstärker und schaut nach, welchen Anschluss dieser hat. Professionelle Studiogeräte sind in der Regel mit einem 6,35-mm-Klinkenanschluss ausgestattet. Wollt ihr euren neuen Kopfhörer lieber am Smartphone betreiben, ist ein 3,5-mm-Stecker gefragt. Für den Fall der Fälle liegt den meisten Kopfhörern mit 3,5mm-Anschluss aber auch noch ein Adapter auf 6,35 mm mit bei. Ein „umgekehrter Adapter ist zu sperrig und höchstens als Kabelausführung zu empfehlen. Zu schnell ruiniert ihr euch sonst durch das hohe Gewicht und die Hebelwirkungen die Buchsen am Gerät.

1. Mix- und Mastering-Empfehlung: Beyerdynamic DT 880 Pro

Wenn wir uns schon im Preisbereich zw. 200,- Euro und 400,- Euro bewegen, darf einer dabei natürlich nicht fehlen: der ab etwa 220 Euro erhältliche Beyerdynamic DT 880 Pro. Der Kopfhörer ist mittlerweile zu einer echten Legende geworden, was nicht zuletzt an seinem sehr guten Preis/-Leistungsverhältnis liegt. Das Zubehörpaket fällt allerdings etwas dürftig aus und auch das fest installierte Kabel ist nicht mehr ganz zeitgemäß.

Im Test überzeugte er uns mit seinem pragmatischen Ansatz und schnörkellosem Klang. Wer darüber keinen guten Mix hinbekommt, macht an anderer Stelle etwas falsch.

Beyerdynamic DT 880 Pro (Produktseite auf thomann.de)

2. HiFi-Empfehlung: Ultrasone Performance 880

Der Ultrasone Performance 880 ist unsere Empfehlung abseits des Studio-Alltags. Durch seinen Hang zur leichten Weichzeichnung zählt er nicht zu den neutralsten Vertretern seiner Klasse. Dafür kann er mit seiner besonders räumlichen Wiedergabe punkten. Dies mach den Performance 880 perfekt zum entspannten Musikhören im Feierabend.

Für einen stolzen Preis von 300 Euro bringt der geschlossene Over-Ear eine wahre Armada an Ausstattung mit. Im Lieferumfang befinden sich wechselbare Kabel und Ohrpolster sowie ein Soft-Case für den sicheren Transport.

Ultrasone Performance 880 (Produktseite auf thomann.de)

3. Lineares Abhörwerkzeug: Audio Technica ATH-R70X

Dass der japanische Hersteller Audio-Technica gute Kopfhörer baut, sollte inzwischen die Runde gemacht haben. Der offene ATH-R70X gilt als Referenzkopfhörer im Produktsortiment der Japaner und besticht durch eine äußerst lineare Wiedergabe, die nichts beschönigt - soll er auch nicht am Mix- und Masteringplatz! Dementsprechen sollte der hochohmige (Impedanz 470 Ohm) ATH-R70 allerdings auch an „seriösen“ Kopfhörerausgängen bzw. -verstärkern betrieben werden. Das optisch markante Leichtgewicht (210g) hat eine beidseitige Kabelführung (abnehmbar) und ist ab ca. 300 Euro erhältlich.

Audio Technica ATH-R70X (Produktseite auf thomann.de)

4. Allrounder-Empfehlung No.1: Focal Spirit Professional

Der Focal Spirit Professional ist ein geschlossener Studiokopfhörer des französischen Herstellers, der eigentlich eher im Lautsprecher-Segment beheimatet ist. Die Stärke des Focal Spirit Professional ist, dass er keine Schwächen hat und somit als guter Allrounder in vielen Situationen einsetzbar ist, wobei sein Haupttalent, u.a. aufgrund der hervorragenden Dämmung, das Monitoring ist. Weiterhin befindet sich im Lieferumfang ein zweites, kurzes Kabel mit Mikrofon und Remote-Control, wodurch der Spirit Professional auch im „unprofessionellen“ Einsatz eine gute Figur macht! Erhältlich ist er ab ca. 260,- Euro.

 

Focal Spirit Professional (Produktseite auf thomann.de)

5. Allrounder-Empfehlung No.2: Audio-Technica ATH-M70X

Der ATH-M70X ist das Spitzenmodell der populären „ATH-M“-Reihe des japanischen Herstellers, zu welcher ohne Ausnahme geschlossene und zum Monitoring geeignete Kopfhörer zählen. Neben beeindruckenden Wiedergabeeigenschaften, die eine Verwendung in allen Bereichen der Studiotätigkeit rechtfertigt, glänzt das Multitalent mit einer luxuriösen Ausstattung, die u.a. drei verschiedene Kabel beinhaltet. Den schicken Japaner erhält man derzeit ab ca. 250 Euro.

Audio Technica ATH-M70X (Produktseite auf thomann.de)

6. Der warme Bruder: AKG K-712 Pro

Der warme Bruder von wem? Antwort: AKG K-701/702. Der 3db-Bassboost verschafft gegenüber den genannten und sehr beliebten Varimotion-Modellen aus Österreich eine etwas runder, nun ja, wärmere Wiedergabe. Damit klingt der offene Referenzkopfhörer nicht mehr ganz so nüchtern, aber immer noch analytisch genug, um gewinnbringend beim professionellen Editing, Mix und Mastering eingesetzt zu werden. Weiterhin sprechen die vorbildliche Tiefenstaffelung und zwei Kabeloptionen für den AKG K-712 Pro, der inzwischen ab etwa 230 Euro zu haben ist.

AKG K-712 Pro (Produktseite auf thomann.de)

7. Klassiker: Sennheiser HD-650

Diesen Klassiker aus dem Hause Sennheiser, der offensichtlich für den Heimgebrauch konzipiert wurde, sieht man immer wieder bei „alten Hasen“ und angesagten Studioprofis, während des Einsatzes in Mix und Mastering. Der offene Sennheiser HD-650 zählt zu den Vertretern einer unaufdringlichen bis analytischen Wiedergabe, wobei er sich aufgrund seiner Impedanz (300 Ohm) eher an höherwertigen Kopfhörerausgängen zu Hause fühlt. Wie auch der direkte Konkurrent AKG K-712 Pro wechselt er derzeit ab ca. 230 Euro den Besitzer.

Sennheiser HD-650 (Produktseite auf thomann.de)

In dieser Kaufberatung haben wir euch verschiedene Kopfhörer für unterschiedliche Anwendungsfälle vorgestellt. Für die Arbeit im Studio, auf der Bühne und zuhause ist damit für jeden etwas dabei. Wie immer sind Kopfhörer-Empfehlungen immer subjektiv. Nehmt euch also die Zeit und vergleicht, bis ihr den richtigen Kopfhörer für euren Geschmack gefunden habt.

Veröffentlicht am 25.10.2015

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