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14.09.2018

Klavierübungen für Anfänger und Fortgeschrittene

Der Zweck von Klavierübungen und wie sie gestaltet sein sollten

Lerne, wie man Klavierübungen richtig einsetzt

Welcher Musiker kennt sie nicht - Übungen unterschiedlichster Art. Seien es Tonleitern, technische Übungen, z. B. bei Blasinstrumenten besondere Übungen den Ansatz betreffend, oder bei Sängern Übungen zum Erhalt und Ausbau des Stimmumfanges. Bei vielen Musikern sind sie gefürchtet, zumindest aber ziemlich unbeliebt. Gerade jüngere Schüler finden sie oft total trocken und langweilig und da ist natürlich auch etwas Wahres dran. Auf jeden Fall haben sie in der Regel so gar nichts mit Spaß zu tun. Aber warum macht man dann überhaupt Übungen? Sollen Schüler damit nur diszipliniert werden, oder haben Übungen einen anderen, einen tieferen Sinn? 

Theorie

Sind Übungen generell notwendig?

Übungen haben einen Sinn! Ein Sänger z. B schützt durch Einsingübungen seinen Stimmapparat vor Verletzungen oder erweitert seinen Stimmumfang. Blasinstrumentenspieler müssen ihren Ansatz ebenfalls ständig erhalten und weiter entwickeln. Hattest du schon einmal ein Cello in der Hand? Dann weißt du sicher, wie schwierig es ist und wie viel Übung es erfordert, einen richtig intonierten Ton zu erzeugen. Nicht umsonst spricht man bei Streichinstrumenten davon, dass man ungefähr zwei Jahre Training für eine saubere Intonation braucht. Und auch das Gitarrenspiel birgt viele Herausforderungen. Gerade mir als Pianist fällt es schwer, bestimmte Akkorde zu greifen, dabei die abgeknickte linke Hand locker zu halten und durch die Finger trotzdem genug Druck zu erzeugen, damit alle Töne gut klingen. All das erfordert viel Übung und viele Übungen.

Warum sollte man am Instrument üben?

Besonders in der Musik wird der Körper auf nicht natürliche Weise trainiert und damit im besten Sinne des Wortes künstlich genutzt. Nicht umsonst haben die Begriffe Kunst und künstlich den gleichen Wortstamm. Hast du schon einmal einen Konzertpianisten bei der Arbeit gesehen? Wie seine Finger über die Klaviatur rasen und dabei immer die richtige Taste treffen? Das sind keine natürlichen, alltäglichen Bewegungen. Darum kann man so etwas auch nur, wenn man viele Stunden übt und trainiert. Und auch wenn wir am Klavier noch Vorteile haben, da wir unsere Hände und Finger tagtäglich schon für verschiedenste, teilweise auch filigrane Aufgaben einsetzen, der Trompeter hat diesen Vorteil nicht. Schließlich brauchen wir eine so ausgeprägte Lippenspannung wie er im Alltag überhaupt nicht. Und auch ein Opernsänger nutzt seine Stimme nicht nur kunstvoll, sondern auch künstlich, wenn er stundenlang eine Wagneroper singt und dabei immer lauter als das Orchester ist. Auch das geht weit über die natürliche Nutzung einer Stimme hinaus. 

Wenn du ein Instrument lernst, musst du nicht alltägliche, sondern besondere Dinge üben. Spezielle Übungen sind der kürzeste Weg, um besondere Fähigkeiten zu entwickeln. Vermeidest du aber Übungen beim Lernen deines Instruments, wirst du dich in all diesen Bereichen nicht oder nur sehr langsam verbessern können. Stell dir vor, du bist Fußballer und du hast Schwierigkeiten bei Elfmetern, die wollen dir nicht gelingen. Du kannst natürlich darauf warten, bis du in deinen Spielen einen Elfmeter treten darfst. Dabei verbesserst du dich über die Zeit auch. Aber es dauert sehr lange, da es nicht in jedem Spiel zu einem Elfmeter kommt. Wenn du aber stattdessen nach jedem Training noch mal 200 Elfmeter schießt, geht das Ganze dadurch viel schneller. 

Welchen Sinn machen Übungen am Klavier?

Jedes Instrument stellt gezielte Anforderungen an den Musiker, beim Klavier allerdings kommen sehr viele unterschiedliche Anforderungen zusammen, auch, wenn nur eine Taste gedrückt werden muss, um den Ton zu erzeugen. Im Artikel '6 Tipps, damit dein Klavierspiel besser klingt', erkläre ich, dass dabei durchaus sehr viel mehr zu beachten ist. Einen Ansatz wie bei der Trompete muss der Pianist nicht üben, allerdings müssen beim Klavier 88 Tasten beherrscht werden. Nicht umsonst ist es neben der Orgel das einzige Instrument, das mit seinem Tonumfang ein ganzes Orchester ersetzen kann. Und dazu ist die Tastatur noch in schwarze und weiße Tasten eingeteilt. Ohne ein fundiertes Wissen von Tonarten, Tonleitern und Akkorden ist das nicht zu schaffen. Deshalb ist genau das für viele Klavierschüler oft die größte Hürde, sich auf den Tasten zurechtzufinden und anfangs bestimmte Töne wieder zu finden. Das bedarf sehr viel Übung.

Dazu müssen wir beim Klavier auch zwei verschiedene Notenschlüssel lesen können, was ebenfalls geübt werden muss.

Auch wenn wir beim Schreiben am Computer unsere Finger schon gut koordinieren müssen, beim Klavierspielen werden sie doch wesentlich intensiver genutzt. Wir spielen damit laut und leise, spielen meistens mehr als einen Ton in jeder Hand und müssen unsere Hände dabei auch noch über alle 88 Tasten bewegen. Allein diese Beweglichkeit muss intensiv praktiziert werden. Obendrein darf nicht die Tatsache vergessen werden, dass man beim Klavier mit beiden Händen Töne erzeugt und meistens tun sie dabei ganz unterschiedliche Dinge. Das muss koordiniert werden. Mal davon abgesehen, dass man bei fortgeschrittener Literatur gleichzeitig mehrere Musiker ersetzen muss. Um eine fünfstimmige Klavier-Fuge von Johann Sebastian Bach mit Saxofonen aufzuführen braucht es fünf Musiker. Der Pianist muss diese Arbeit ganz alleine erledigen und für fünf Musiker denken.

All das ist ohne verschiedenste Übungen nicht zu schaffen. Zumindest dauert es ohne entsprechende Übungen sehr viel länger. Vielleicht hast du schon einmal von Anders Ericsson und seinem Buch „The Road to Excellence“ gehört. Darin formuliert der US-Psychologe seine 10.000-Stunden-Regel. Diese Regel besagt, dass es eben dieser Zeitspanne und bewussten Übens bedarf, um in einem Bereich sehr gut zu werden. Du kannst dir alternativ auch vorstellen, dass du 1.000.000 Töne am Klavier spielen musst, um richtig gut darin zu werden. Je schneller du diese vielen Töne spielst, je besser, oder? Integriere deshalb viele Klavierübungen in deinen Übeprozess, dadurch sparst du Zeit. Ein Stück musst du immer erst lernen, bevor du es spielen kannst, eine Übung nicht. Für einen gezielten Erfolg solltest du deine Scheu vor Klavierübungen jeglicher Art ablegen. Sie helfen dir dabei, dein musikalisches Ziel schneller zu erreichen.

Praxis

Warum sind Übungen wichtig und welche Arten von Übungen gibt es?

Eine Übung ist immer der schnellste Weg zum Lösen eines pianistischen oder musikalischen Problems oder zur Beseitigung einer Schwäche. Der Vorteil einer Übung besteht darin, dass durch sie ein bestimmter Aspekt extrahiert betrachtet werden kann. Somit wird man nicht durch andere Aspekte der Musik abgelenkt.

Ich rate ich dir zu zwei verschiedenen Arten von Übungen:

  • Textbezogene Übungen, die du aus der Beschäftigung mit Notentext individuell entwickelst. um ihn leichter erfassbar zu machen und zu lernen
  • Grundsätzliche Übungen, um grundlegende Fähigkeiten am Klavier zu entwickeln, die immer wieder benötigt werden

Wie sollte eine textbezogene Übung aussehen?

Bei textbezogenen Übungen gilt es, den Notentext zu vereinfachen und ihn dir über verschiedene Übungen beizubringen. Dazu kannst du anfangs den Rhythmus von den Tönen trennen und beides erst einmal separat lernen. Das ist viel einfacher.

In den folgenden Artikeln kannst du das noch einmal ausführlich nachlesen. Dort erfährst du auch, was sonst noch beim Übeprozess wichtig ist:

Des Weiteren ist es durch eine Übung möglich, das eigentliche technische oder den Notentext betreffende Problem in kurzer Zeit sehr oft zu üben. Nehmen wir als Beispiel dieses Stück.

In der rechten Hand siehst du in den ersten beiden Takten eine Art Wiederholung. Der erste Takt wird im zweiten Takt von einem anderen Ton aus wiederholt, man nennt das Sequenz. Stell dir vor, du hast an dieser Stelle Schwierigkeiten, dann solltest du daraus eine Übung machen. Dazu extrahieren wir das eigentliche System und erweitern es noch.

So trainierst du zusätzlich noch deine Fingerfertigkeit und Beweglichkeit, weil du noch einen weiteren Anfangston hinzufügst. Und wenn du diese Übung ein paar Mal hintereinander spielst, übst du das eigentliche Problem innerhalb kürzester Zeit sehr oft und deine Probleme werden dementsprechend schnell beseitigt.

Welche grundsätzlichen Klavierübungen sind sinnvoll?

Das sind Übungen ohne Bezug zu einem bestimmten Stück, mit deren Hilfe du grundsätzliche Fähigkeiten üben kannst, die man am Klavier einfach immer braucht. Denk wieder an den Sportler, dem eine bestimmte Fähigkeit fehlt. Es ist eigentlich ganz logisch, so etwas durch gezielte Übungen auszugleichen, mit deren Hilfe man an einem bestimmten Problem arbeiten kann. Zumindest habe ich bisher keinen Pianisten getroffen, der nicht ein paar grundsätzliche Übungen in seine Übungsroutine eingebaut hatte. 

Welche Bereiche am Klavier solltest du durch gezielte Übungen stärken?

Hier gibt es verschiedene Kategorien von Anforderungen an einen Pianisten: 

  • Zurechtfinden auf der Klaviatur. Hier gilt es, die Töne dort wortwörtlich erst einmal finden. Jeder Anfänger weiß, dass das manchmal auch wirklich schwer sein kann, schließlich sehen die Tasten mehr oder weniger alle gleich aus.
  • Beweglichkeit und Fingerfertigkeit. Es gilt sowohl Finger, Hände und Arme zu bewegen, damit sich auch hier eine Routine einstellen kann. Denn nur einen bestimmten Finger zu spielen entspricht so gar nicht unserer alltäglichen Anforderungen an unsere Hand. Bei zwei Fingern gleichzeitig steigt die Schwierigkeit exponentiell. 
  • Tonliches, akkordisches und harmonisches Wissen. Wann muss ich welche Taste drücken, aus welchen Tönen besteht eine bestimmte Tonleiter oder ein bestimmter Akkord, usw. 
  • Dynamik, die Laut-/Leise-Problematik. Dynamik ist für lebendig wahrgenommene Musik unverzichtbar. Und da die meisten Klavierkomponisten aufgrund der klanglichen Möglichkeiten des Instruments orchestral gedacht haben, sehen wir uns spätestens bei klassischer Musik sehr vielen dynamischen Ebenen ausgesetzt, die alle umgesetzt werden müssen.  
  • Unabhängigkeit der Hände. Oft spielt die linke Hand die Begleitung, die rechte Hand die Melodie. Das ist anfangs natürlich nicht einfach. Ich persönlich gehe davon aus, dass man diesen Bereich sein ganzes Leben lang trainieren kann, egal wie gut man schon Klavier spielt.

Die meisten Übungen lassen sich allerdings nicht so leicht nur einer Kategorie zuweisen, da sie verschiedene Aspekte enthalten. Aber das ist sogar gut. Auf diese Weise übst du gleich mehrere Bereiche gleichzeitig.

Zurechtfinden auf der Klaviatur

Viele Schüler suchen auch nach Monaten Unterricht immer noch nach Tönen und Tasten auf der Klaviatur. Am besten setzt du dich einfach ans Klavier, liest einen Ton in deinen Noten und suchst diesen dann anschließend auf dem Klavier. Das hilft wirklich! Nach ein paar Stunden Übung findest du jeden Ton sofort auf der Klaviatur und dieses Thema ist für dich abgeschlossen.

Beweglichkeit und Fingerfertigkeit

Grundsätzlich erweitert jegliche Art von Klavierspiel deine Beweglichkeit und deine Geläufigkeit. Die berühmteste Übung in diesem Bereich ist aber definitiv die Tonleiter. Viele finden es langweilig, diese zu üben. Falls dir das auch so geht, zeige ich dir gleich zwei Variationen, die viel spannender sind. Zuerst aber zur leichten Version.

Wie genau eine Tonleiter aussieht und wie die verschieden Leitern aufgebaut sind, kannst du im Artikel Tonleitern auf dem Klavier herausfinden nachlesen.

Die C-Dur-Tonleiter kennt jeder Klavierschüler, egal wie lange er schon spielt. (Video: Tobias Homburger)

 

Besonders wichtig ist, dass du beim Daumenuntersatz die Hand nicht hochhebst „in der Taste“ bleibst. Ansonsten erhältst du ungewollte Betonungen und du greifst auch schnell einmal daneben. Versuche Tonleitern mit der Zeit immer schneller zu spielen und bleibe nicht nur bei C-Dur, sondern übe auch alle anderen Tonleitern. 

Zwei Übungen für Fortgeschrittene

Übung I

In der ersten Variante spielen wir verschiedene Tonleitern direkt hinter einander. Wir starten auf einem C und spielen von dort aus die C-Dur-Tonleiter aufwärts. Die nächste Leiter beginnen wir auf dem D und spielen eine D-Dur-Tonleiter. Dann E-Dur ab dem E usw. bis wir mit dem Daumen wieder auf einem C landen. Abwärts dann das Gleiche genau anders herum. Der kleine Finger startet auf dem C mit C-Dur abwärts, dann H-Dur vom H aus, A-Dur vom A aus usw. Notiert sieht die Übung so aus.

Die Kombination der verschiedenen Tonleitern hat es ganz schön in sich. (Video: Tobias Homburger)

Übung II

Die folgende Übung ist noch schwieriger. Ich habe diese Übung selbst entwickelt, deshalb kannst du sie nur hier lernen. Wir verbinden dazu Tonleitern mit Arpeggios, so nennt man Akkorde, deren Töne nach einander gespielt werden. Wir starten wieder auf C und spielen ein vierstimmiges C-Dur-Arpeggio aufwärts. Beim oberen C angekommen geht es stufenweise abwärts bis der Daumen auf dem F landet. Von dort aus ein vierstimmiges F-Dur-Arpeggio, dann wieder stufenweise abwärts, usw. So begegnen wir allen sieben Akkorden, die in C-Dur möglich sind und landen schlussendlich auf dem C, drei Oktaven über unserem Startton. Dort angekommen geht es spiegelverkehrt wieder abwärts. Schau dir am besten die Noten dazu an. 

Die Verbindung aus Tonleiterelementen und Arpeggios macht diese Übung sehr effektiv. (Video: Tobias Homburger)

 

Damit alle Töne rhythmisch in diese Übung passen, spielen wir in der ersten Takthälfte immer Triolen, in der zweiten dann Achtel. 

Tonliches, akkordisches und harmonisches Wissen

In der letzten Übung hatten wir ja bereits Akkorde integriert. Die mit Abstand beste Übung für den Umgang mit Harmonien ist allerdings die Kadenz. Außerdem hat sie darüber hinaus auch einen sehr großen Bezug auf die musikalische Realität, da sie sehr häufig benutzt wird.

Falls du nicht wissen solltest was genau das ist, kannst du im Artikel Kadenzen einfach erklärt! nachlesen, was das genau bedeutet. Hier zeige ich dir jetzt eine Kadenzübung ohne weitere Erklärung. Nur so viel: Eine Kadenz ist eine festgelegte Abfolge von Akkorden und so sieht das Ganze aus.

Das beherrschen von Kadenzen ist für dein Klavierspiel sehr wichtig. (Video: Tobias Homburger)

 

Fortgeschrittene können Kadenzen zusätzlich erweitern und in anderen Tonarten üben. Auch dazu findest du Informationen im Kadenzen-Artikel. 

Die Dynamik, die Laut-/Leise-Problematik

Übung I

In diesem Bereich habe ich zwei effektive Übungen entwickelt, mit deren Hilfe du schnell laut und leise spielen lernst.

In der ersten Übung startest du mit der rechten Hand auf einem C und spielst permanent die ersten fünf Töne der C-Dur-Tonleiter quasi als Endlosschleife. Bei jedem Durchlauf betonst du einen anderen Finger und damit auch den neuen Ton. Besonders bei hohem Tempo lernst du, innerhalb kürzester Zeit verschiedene Finger zu betonen. Starte langsam und mache die Übung dann auch mit der linken Hand. So sieht die Übung notiert aus.

So klingt das Ganze bei mittlerem Tempo.

So hört sich diese Übung in mittlerem Tempo an. (Video: Tobias Homburger)

Übung II

Die zweite Übung zur Dynamik umfasst wieder die gleichen Töne, dieses Mal spielst du die Töne aber in beiden Händen unisono *. Die rechte Hand beginnt dabei laut, die linke spielt leise. Dann tauschen die beiden Hände.

* zusammen, gleichzeitig

Am Klavier ist es sehr wichtig, dass beide Hände in unterschiedlichen Lautstärken spielen können. (Video: Tobias Homburger)

 

Fortgeschrittene sollten sich an der folgenden Variante der Übung versuchen. Die Hände wechseln die Lautstärke nicht einfach, sondern werden lauter und leiser. Zum Schluss solltest du versuchen in der einen Hand lauter und in der anderen gleichzeitig leiser zu werden. 

 

Mit der letzten Übung übst du auch schon die Unabhängigkeit der Hände. Kommen wir nun abschließend noch genau zu diesem Übungskomplex.

Die Unabhängigkeit der Hände

Die Unabhängigkeit der Hände erlaubt es dir, mit ihnen völlig unterschiedliche Dinge gleichzeitig zu tun. Und um das zu erreichen musst du auch genau das üben. Sehr leichte Anfängerübungen gibt es in diesem Bereich nicht wirklich. Spiele die Übungen am Anfang sehr, sehr langsam.

 

Übung I

In der ersten Übung geht es darum, wie wir Töne spielen. Beide Hände spielen wieder die Töne C bis G, erst aufwärts, dann abwärts unisono. Zuerst binden beide Hände die Töne, dann spielen sie beide staccato *, dann wechselt nur die linke Hand zu legato **, usw.

* kurz spielen

** gebunden spielen

Da man die meisten technischen Übungen nicht vereinfachen kann, musst du anfangs sehr langsam üben. (Video: Tobias Homburger)

 

Übung II

In der zweiten Übung beschäftigen wir uns mit rhythmischer Unabhängigkeit. Auch hier verwenden wir wieder die gleichen Töne. Die linke Hand spielt durchgängig Viertelnoten, die rechte variiert die Notenwerte. Wir starten auch rechts mit Viertelnoten, dann Achtel, Triolen-Achtel und schließlich mit Sechzehntelnoten.

Auch Übungen für die rhythmische Unabhängigkeit sind sehr wichtig für ein freies Klavierspiel. (Video: Tobias Homburger)

Schlusswort

Streue in deinen Übeprozess immer ein paar technische Übungen mit ein, am besten zu Beginn deiner täglichen Übezeit. Da die Übungen in der Regel nicht zu vereinfachen sind, musst du anfangs unbedingt sehr langsam starten, um die Übung jederzeit zu kontrollieren. Spiele alle Übungen mit der Zeit in allen Tonarten, dabei lernst du diese ganz automatisch kennen.

Falls du noch einen Schritt weitergehen möchtest und du dein Klavierspiel wirklich ernst nimmst, gibt es von vielen Klavierkomponisten auch Sammlungen mit Übungen, manchmal auch Etüden genannt. Eine der besten mir bekannten Übungssammlungen stammt von Johannes Brahms und heißt ‚51 Übungen für das Pianoforte‘

Wenn du ein neues Stück übst, dann übe realitätsbezogen. Entwickle aus jedem Problem, das dir begegnet, eine Übung, um dieses Problem extrahiert, und damit so schnell und mit so wenig Aufwand wie möglich, zu beseitigen. Daraus kannst du mit etwas Erfahrung dann auch grundsätzliche Übungen entwickeln, die dich wiederum noch schneller weiterbringen werden. Auch wenn Übungen etwas trockener sind als Klavierstücke, so sind sie doch meistens der schnellste Weg zum Lösen eines musikalischen Problems.

Viel Erfolg!

Tipp:  Weitere interessante Themen rund um das Klavier lernen und spielen findet ihr in unserem Artikel: Klavier lernen – Tipps für Anfänger und Profis

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