Hersteller_Korg EK_Mittelkl_Keyboard
Test
3
31.03.2020

Praxis

Handhabung und Workflow

Nach dem Einschalten braucht die i3 ungefähr 16 Sekunden um hochzufahren. Die praktische GRAND PIANO/SOUND-Taste verwandelt die i3 schnell in ein Piano und stellt Sound Nr. 001, “Grand Piano” ein. Dreht man jetzt am Wahlrad, können alle 849 Sounds und Drumkits ausgewählt und angespielt werden. Mit den beiden Category-Tastern unter dem Wahlrad springt man dabei schnell von einer Klangkategorie zur nächsten. Auf der Tastatur der i3 kann man bis zu vier Klänge gleichzeitig spielen. Neben dem Lower-Part kann man bis zu drei gelayerte Upper-Parts aktivieren. Dazu gibt es die Taster UPPER1, 2 und 3 sowie LOWER/SPLIT. Die Aktivierung geschieht durch gleichzeitiges Drücken der SHIFT-Taste und der entsprechenden Part-Taste wie z. B. UPPER1. Hier kommen die unterschiedlichen Farben der Leuchttasten ins Spiel: Ist die Taste dunkel, so ist der Part deaktiviert. Ist sie grün, so ist er aktiv, also eingeschaltet. Spielt man auf der Tastatur, so wird die Part-Taste kurz gelb, wenn sie erklingt. Will man eine Klangfarbe ändern, so muss man die entsprechende Part-Taste drücken. War sie grün, wird sie jetzt gelb. War sie dunkel, so wird sie jetzt rot!

In beiden Fällen kann man jetzt über das Wahlrad und die CATEGORY-Tasten einen neuen Sound für diesen Part anwählen. Es klingt komplizierter als es ist. Nach kurzer Eingewöhnungszeit kommt man schnell zum Ziel. Korg hat mit dieser Benutzeroberfläche, bei der die Tasten durch die Farbwechsel vier mögliche Statusanzeigen besitzen und mehrere unterschiedliche Funktionen übernehmen können, ein sehr aufgeräumtes Panel mit großen Tasten geschaffen. Viele Arranger-Keyboards besitzen getrennte Tasten für die Anwahl und die Aktivierung der Parts. Oft gibt es viele Anwahl-Tasten für die einzelnen Klangkategorien, von Piano über E-Piano bis World. Auch diese Tasten wurden bei der i3 durch Verwendung der beiden kleinen CATEGORY-Tasten überflüssig. Auch auf ein Zahlenfeld hat Korg hier verzichtet. Um die Lautstärken der einzelnen Parts einzustellen, hält man die entsprechende Part-Taste gedrückt und dreht am Data-Wheel. Ein waagerechter Balken im Display zeigt dann die Veränderung des Volumens an. Auf diese Weise werden im Effect-Menü übrigens die Sends-Level, also die Stärke des jeweiligen Effekts bei jedem Part eingestellt. 

Wenn man dieses Prinzip der Bedienung einmal verstanden hat, geht es dem erfahrenen User schnell von der Hand. Für Keyboard-Einsteiger ist es allerdings schon eine Herausforderung! Der Nachteil dieser Methode ist, dass man beide Hände dazu benötigt. Die Lautstärkeverhältnisse lassen sich also nicht ändern, während man spielt.

Sounds und Sound Sets

Mit den 790 Sounds und 59 Drum Kits besitzt die i3 eine große Bandbreite an Klängen aller Kategorien. Mit 64 Stimmen ist auch genügend Polyphonie vorhanden, sodass auch bei der Verwendung des Arrangers keine Aussetzer auftreten sollten. Die i3 besitzt 200 werkseitige Sound Sets, die man über die SOUND SET-Taste und das Data Wheel auswählen kann. Dabei wurden Sounds für die vier Keyboard-Parts - Lower, Upper1, Upper2 und Upper3 – voreingestellt und so aufeinander abgestimmt, dass sie als Grundlage für die eigene Performance dienen können. Die Wellenformen basieren auf dem Material des erfolgreichen Entertainer-Keyboards EK-50. Es gibt aber auch neue, modernere Klänge in der i3, die auch zu den zusätzlichen EDM-Styles passen. Das akustische Piano ist in vielen Variationen vertreten. Ich habe im Folgenden eine kleine Auswahl angespielt. Man erkennt, dass schon die einzelnen Sounds zum Teil aus Layern bestehen.

Jetzt eine Auswahl der 200 Sound Sets, die aus bis zu vier Einzelsounds bestehen. Die Klangqualität ist für ein Keyboard in dieser Preisklasse sehr gut.

Auch moderne Sounds sind an Bord:

Jeder Style verfügt außerdem über vier Style Sets, das sind Sound Sets, die passend für den Style programmiert wurden. Die gibt es bei den größeren Keyboards der Pa-Serie auch, beim vergleichbaren Kollegen EK-50L gibt es hingegen nur ein mit dem Style verknüpftes Set, das sogenannte STS (Single Touch Setting). Die vier Style Sets kann man bei der i3 bequem über die entsprechenden Tasten SET1 bis SET4 anwählen. Bei einigen Styles sind auch nicht alle vier Sets programmiert. Man kann die Sounds und Parameter dieser Sound Sets beliebig verändern und seinen Bedürfnissen und seinem Geschmack anpassen. Die Effekt-Sektion bietet hier 173 verschiedene Effekttypen, von Reverb bis Distortion, da ist für jeden Sound etwas Passendes dabei! Viele Sounds sind mit einem Default-Effekt versehen, den man durch einen anderen ersetzen kann, wobei die Effekte nicht im Detail verändert werden können, lediglich der Send-Level lässt sich pro Part einstellen. Es stehen insgesamt vier Effekt-Blöcke zur Verfügung, dabei wirken Effekt 1 und 2 auf die Keyboard-Parts und Effekt 3 und 4 auf die Style-Parts. 

Abspeichern muss man diese Eigenkreationen dann aber zusammen mit dem gewählten Style, den Sounds, dem Tempo und den gewählten Effekten in einer sogenannten Set-Liste. Man betätigt die BANK-Taste solange, bis im Display der gewünschte Buchstabe (A-J) angezeigt wird. Danach drückt man erneut die BANK-Taste und gleichzeitig die gewünschte Set Listen-Taste (1-5), um den Speichervorgang abzuschließen. Ich finde den Namen Set Liste für eine einzige Registrierung etwas irreführend, weil ich damit eher eine Abfolge von Registrierungen verbinde. Beim Einschalten wird übrigens immer Set Liste A-1 geladen. Hier sollte man also seine ‚Lieblings-Anfangs-Einstellung‘ abspeichern. Die Bänke A-C sind werkseitig bereits belegt, können aber auch überschrieben werden. 

Styles

Die 270 Styles sind zum Großteil alte Bekannte aus dem altbekannten EK-50. Sie bestehen aus acht Parts: Bass, Drums, Percussion, und weiteren fünf Parts für zusätzliche Instrumente. Genau wie bei den Keyboard-Parts können diese Arranger-Parts leicht verändert werden: Man kann die Parts ein- und ausschalten und Parameter wie Klangfarbe, Volumen und Effekt-Send-Level ändern. Diese Veränderungen werden in einer Set Liste dann auch dauerhaft gespeichert. Ein Style kann während der Wiedergabe variiert werden. Es gibt zwei Intros, vier Variationen, zwei Fills, ein Break und zwei Endings. Im Vergleich zum EK-50 wurden einige eher altbackene Styles weggelassen und dafür 23 neue Styles hinzugefügt. Hier zunächst einige EK-50 “Klassiker”:

Hier einige neue Styles, die man auch im aktuellen EK-50L findet:

Schließlich ein paar Styles, die exklusiv nur in der i3 zu finden sind:

Insgesamt ist das bewährte Material aus den erfolgreichen EK-50-Keyboards übernommen und modernisiert worden. Der Arranger der i3 läuft stabil und flüssig. Leider kann man die Styles nicht tiefgreifender editieren als oben erwähnt.

Sequenzer

Die i3 verfügt über einen MIDI-Sequenzer mit 16 Spuren und Echtzeitaufnahme, mit welchem maximal 999 Songs mit 100.000 Noten aufgenommen werden können. Man wählt ein Sound Set, einen Style und ändert gegebenenfalls die Einstellungen nach seinen Wünschen. Dann einfach die Recording-Taste - die mit dem schwarzen Kreis rechts neben SYNC START - drücken, und mit der Start/Stop-Taste - links neben SYNC START -wird die Aufnahme gestartet. Mit der rechten Hand spielt man die Melodie, während die linke Hand für die Akkorde zuständig ist. Auch Fills und andere Variationen des Styles werden mit aufgezeichnet. Ein erneuter Druck auf die Start/Stop-Taste beendet die Recording-Session und die aufgezeichneten Inhalte werden automatisch als User-Song gespeichert.

Beim Abspielen kann man auf der Tastatur den Song mit den Live-Parts begleiten, auch eine Loopwiedergabe ist möglich. Man kann User-Songs verändern, indem man Teile des Songs durch erneutes Aufnehmen ersetzt oder im Overdubbing-Modus überlagert. Ein Step Editing ist nicht möglich. Anschließend kann ein User-Song auch ins SMF-Format konvertiert werden, damit er auch auf anderen GM-kompatiblen Geräten abgespielt werden kann. Neben MIDI-Songs können auch WAV- und MP3-Dateien wiedergegeben werden. Es gibt auch drei MIDI-Demosongs, die das Soundmaterial der i3 veranschaulichen. WAV-Dateien können per USB-Recording-Funktion aufgezeichnet werden; auf diese Weise habe ich die Audio-Beispiele dieses Tests erstellt. 

Chord Mode

Ein interessantes Feature der i3 hätte ich eher in einem Entertainer-Keyboard für Einsteiger vermutet als in einer Workstation: Wenn man die Taste CHORD MODE links neben dem Display betätigt, leuchtet die untere Reihe des linken Tastenfeldes rot, und man ist in der Lage, die Akkordfunktion des Arrangers über die Tasten CHORD 1 bis CHORD 8 anzusteuern. Das ist für Anfänger gedacht, die noch nicht in der Lage sind, die Harmonien mit der linken Hand zu greifen. Leider sind die Akkorde für jeden Style festgelegt und können auch nicht verändert werden. Diese Funktion sehe ich eher als Spielerei für Einsteiger an, um ein Gefühl für die Möglichkeiten der Begleitautomatik zu bekommen. Vielleicht kommt da noch ein Update, welches das Instrument um diese Funktionalität ergänzt.

Klang

Die i3 hat einen sehr guten, ausgewogenen Grundsound, der sich mit den beiden Equalizer-Reglern sehr schnell und effektiv in puncto Höhen und Tiefen anpassen lässt. Ich hätte mir persönlich allerdings lieber ein Filter-Reglerpaar gewünscht (Cutoff/Resonanz), was für mich zeitgemäßer gewesen wäre. Beim wesentlich günstigeren Yamaha PSR-E463 ist beispielsweise ein Live-Control-Reglerpaar vorhanden, mit dem man verschiedene Parameter steuern kann.

Sonstiges

Korg legt dem Instrument einen Code für ein Software Bundle bei. Damit kann sowohl Software für Mac oder PC heruntergeladen werden als auch Apps für iPhone und iPad. So hat man als User die Möglichkeit, mit kostenlosen DAWs wie z. B. Reason Lite von Propellerhead oder Korgs Gadget 2 Le for Mac in die Welt der digitalen Musik-Produktion einzusteigen. Es sind auch viele Software-Synths dabei, wie z. B. die Korg Collection M1 Le, mit dem die legendären Klänge der Ur-Workstation von Korg zu neuem Leben erweckt werden können. Über die Audio-In-Buchse lassen sich externe Instrumente anschließen, oder ein Playback von einem angeschlossenen Media-Player abfeuern, zu dem man dann selbst performt und das Ganze als WAV-Datei aufnimmt, die mithilfe des Sequenzers oder anderen kompatiblen Playern abgespielt wird. Praktisch! Der Eingangs-Pegel des Audio-In Bereichs lässt sich übrigens in den Settings des i3 schnell anpassen. Im MEDIA Menü lassen sich alle SetList-Einträge als BackUp auf ein USB-Medium übertragen und nach Bedarf wieder einladen. Ebenso können in diesem Menü zusätzliche User Styles, die es auch kostenlos von Korg zum Download gibt, in die i3 eingeladen werden. Das sind ca. 90 Styles, die auch nach dem Ausschalten im Speicher erhalten bleiben, aber nur komplett ausgetauscht werden können. Hier einige Beispiele aus den “StyleVolume”-Paketen StyleVol 01 bis StyleVol 06:

Korg i3 Music Workstation Sound Demo (no talking)

Timeline Inhalt
00:00 - 01:52      Bearbeitung eines Sound Sets
01:53 - Ende      Style und Chord Modus

 

 

 

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Viele sehr gute Sounds und Styles
  • Gute Editier- und Speichermöglichkeiten
  • USB-Audiorecorder
  • MIDI Out
  • Sehr leicht und kompakt
  • Umfangreiches Software Bundle

  • Einige Parameter nur mit beiden Händen editierbar
  • Externes Netzteil

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