Gitarre Hersteller_Kramer
Test
1
26.05.2020

Praxis

Sound

Für den Praxisteil wird die Kramer Jersey Star vor einen Sovtek MIG-50 geschnallt. Der Amp läuft über eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M), die mit einem Neumann TLM-103 abgenommen wird. Wir starten zuerst mit den unverzerrten Sounds, später werden noch ein paar Zerrgeneratoren zuhilfe genommen. Die Gitarre hat dank der drei Pickups und den beiden Split-Möglichkeiten eine recht hohe Bandbreite an Sounds im Angebot - das Ganze mit einer stattlichen Ausgangsleistung, denn die Seymour Duncans haben einiges an Feuer im Gepäck, was auch einen clean eingestellten Amp schon mal zu leichter Übersteuerung bewegen kann. Generell ist der Grundsound eher von der wärmeren Sorte, keine spitzen Höhen, eher eine Betonung im Tiefmittenbereich, wenn beide Spulen der Pickups aktiv sind. Im Singlecoil-Modus wird es etwas schlanker und spritziger und der Pegel sinkt nicht radikal ab, wie man das von manchen Split-Schaltungen gewohnt ist. Hier kann man auch gut mit Cleansounds arbeiten, ohne nachpegeln zu müssen, und bekommt schöne "stratige" Zwischenpositionen, vor allem in der Kombination Steg- und mittlerer Pickup.

Jetzt geht es an die übersteuerten Sounds, und dafür ist der Okko Diablo zuständig. Im Fokus steht nun die Übertragung der dynamischen Spielereien und das Verhalten beim Herunterregeln des Volume-Potis. Das läuft alles ganz ordentlich, aber in dieser Disziplin hatte ich auch schon bessere Kandidaten in den Händen. Die Pickups zeigen dabei leider keine wirklich hohe Auflösung, was die Übertragung der Dynamik betrifft, und auch beim Zurückdrehen des Volume-Potis nimmt der Zerrgrad erst stärker ab, wenn man das Poti weit zurückdreht.

Bei High-Gain-Sounds kommt unser Testmodell richtig in Fahrt und kann seine Stärken ausspielen. Hier dürfen auch gerne ein paar Höhen mehr an Amp oder Zerrpedal hinzukommen, denn die Gitarre selbst liefert keinen extrem scharfen Sound und kann in dieser Hinsicht gerne etwas mehr vertragen. Im Bassbereich muss man dagegen eher vorsichtig sein, denn dort wird es unter Umständen auf den beiden tiefen Saiten etwas zu mulmig und undefiniert. Ansonsten gibt es sattes Sustain für Leads und kernige Sounds mit Powerchords.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • flexible Sounds mit drei Pickups
  • Split-Funktionen für Steg- und mittleren PU
  • stimmungsstabiles Floyd-Rose-Tremolo

  • Bassbereich etwas undefiniert
  • eingeschränkte Dynamik-Umsetzung

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