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Test
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14.10.2015

KRK RP10-3 G3 RoKit Test

Aktivmonitor

Große Box für kleines Geld

Die RoKit-Serie von KRK ist ein Dauerbrenner im Bereich preiswerter aktiver Nahfeldmonitore und aktuell in der dritten Generation (G3) erhältlich. Neben der RP5, RP6 und RP8 gibt es nun noch zwei weitere Modelle, namentlich RP10 und RP4

Bei letzterem handelt es sich nun um den kleinsten Monitor im Budget-Segment des Herstellers. Die RP10-3 hingegen ist ein mächtiger 3-Wege Monitor, und den schauen wir uns heute auch einmal an. Die Erwartungen sind hoch, immerhin war doch die RP5 G2 einer unser Favoriten im Testmarathon Studiomonitore bis 1000,- EUR. 

Details

Allgemeines

Die KRK RP10-3 RoKit G3 ist – neben der ebenfalls kürzlich erschienenen RoKit RP4 G3 – einer der neusten Zugänge innerhalb der sehr günstigen RoKit-G3-Serie. Die aktiven 3-Wege Bassreflex-Speaker werden einzeln und zu einem Stückpreis von EUR 713,- (UVP) gehandelt. 

Aufgrund ihrer üppigen Größe von 54 x 32,5 x 36,5 cm (HxBxT) und dem kräftigen Gewicht von rund 21 kg gehören sie trotz eines Straßen-Paarpreises von ca. EUR 1000,- immer noch zur absoluten Budget-Klasse.

Tri-Amped, 3-Wege-Design

Der Tieftöner des 3-Wege Designs ist mit 10 Zoll recht groß und macht diesen Speaker  zum Größten innerhalb der gelb-schwarzen RoKit-G3-Serie. Alle anderen Speaker der Serie sind hingegen 2-Wege-Speaker, wozu bisher eine 5-Zoll- (RP5), eine 6-Zoll- (RP6) und eine 8-Zoll-Variante (RP8) gehörte. Eine 4-Zoll-Variante ist wie gesagt seit kurzem ebenfalls erhältlich und hört – wer hätte es gedacht – auf den Namen RP4.

Wie es sich für einen professionellen, aktiven Monitor gehört, werden all drei Wege getrennt voneinander mit Leistung versorgt, weshalb man auch von Tri-Amping spricht. Die drei dazugehörigen Class-AB-Endstufen befinden sich im Signalfluss somit vor der Trennung und versorgen den 4-Zoll Mitteltöner mit 32 Watt RMS und den 1-Zoll Softdome-Hochtöner mit 30 Watt RMS. Der Tieftöner hingegen wird von 86 Watt RMS befeuert. Die Trennfrequenzen wiederum liegen bei 378 Hz und 3,3 kHz.

Laut Handbuch soll die doch recht große Box einen maximalen Peak SPL von 113 dB entfalten. Ob sich diese Angabe auf eine Box oder das Paar bezieht, sowie in welcher Entfernung und bei welcher Verzerrung gemessen wurde, wird jedoch nicht weiter angegeben. Ähnlich verhält es sich auch bei den teils unterschiedlichen Angaben zum Übertragungsverlauf, der unter anderem mit 25 Hz bis 30 kHz bei -10dB beziffert wurde, was zumindestens etwas schönend ist.

Großes Gehäuse für Mid- und Nearfield

Das robuste MDF-Gehäuse wurde mit schwarzem Vinyl foliert und an den Frontkanten seriengemäß leicht abgerundet, um Reflexionen, Strömungsgeräusche und Turbulenzen zu vermeiden. Das Gleiche gilt auch für den Waveguide am Hochtöner, welcher den Treiber akustisch besser an die Front ankoppelt.

Der Bassport befindet sich indes unter dem Tieftöner und ist schlitzförmig. Die Box lässt sich übrigens horizontal als auch vertikal – sprich auf der Seite liegend – betreiben. Dazu sollte man dann am besten den Teil des Front-Baffels mit dem Hoch- und Mitteltöner ausbauen und drehen. Je nachdem, ob man die Box nun im Nahfeld oder im Midfield betreiben möchte, empfehlen sich dabei laut Handbuch unterschiedliche Konfigurationen.

Grundsätzlich gilt dabei: Je näher man vor einem Lautsprecher sitzt, umso geringer ist der Einfluss des Raums auf den Klang im Sweetspot. Das soll keinesfalls heißen, dass man sich raumakustische Behandlung sparen kann, sondern das Gegenteil ist der Fall: Je weiter man von einer Box entfernt im Raum sitzen möchte, desto mehr Aufwand und Geld sollte man in die Raumakustik investieren. Das Handbuch spricht von Entfernungen von bis zu vier Metern. Ich persönlich würde mich hier aber maximal auf einen Abstand von 2,5 m einlassen. Als Mindesthörabstand wird 1 m empfohlen, was ich auf 1,5 m korrigieren würde.

Rückseite mit gewohnten Anschlüssen und Filtern

Die Rückseite bietet mit ihren zwei Filtern und drei Anschlüssen keine Überraschungen und orientiert sich dabei klar an der RoKit-Serie, die für ihre Preisklasse dennoch recht umfangreich ausgestattet ist. Konkret bedeutet das: Symmetrische XLR- und TRS- sowie unsymmetrische Cinch-Eingänge für Audioverbinungen, ein Kaltgeräte-Stromanschluss (Sicherungswechsel bei unterschiedlichen Spannung nötig) sowie ein stufenloses Poti für das Volume (-30dB bis +6dB) und je ein gerastertes Poti für LF- und HF-Filter.

Die Filter bieten dabei jeweils Absenkungen (-2dB, -1 dB) als auch Boost-Möglichkeiten (+1dB für den HF, +2dB für den LF) an. Damit sind dezente geschmackliche und raumakustische Anpassungen kein Problem. Hinzukommt eine Abschaltautomatik, welche den Lautsprecher nach ca. 30 min Signalinaktivität in einen Stromsparmodus versetzt.

Einwandfreie Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität macht weiterhin einen sehr guten Eindruck. Unterstrichen wird das Ganze von einem vollflächigen, ab Werk bereits verklebten Moosgummi-Pad an der Unterseite. Vom Untergrund werden die Speaker dadurch zwar schon entkoppelt, allerdings ist der Effekt eher gering und das Pad darf vor allem als Oberflächen- und Rutschschutz verstanden werden - dass es dabei ist, ist trotzdem schön. Last but not least wurde der Speaker magnetisch geschirmt sowie mit den üblichen Schutzschaltungen gegen Überlast versehen.

Pro & Contra

  • gutmütige, überwiegend neutrale Abstimmung
  • detaillierte, präzise Mitten
  • tiefer und großer Klang
  • viele Anschlüsse

  • Kein Desktop-Filter
  • Nur ein Bassfilter

Gehört zu dieser Serie

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