Test
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10.03.2017

KRK V4S4, V6S4 und V8S4 Test

Aktive Studio-Monitore

Neuauflage der Mittelklasse

Die US-Amerikaner von KRK haben für jeden Geldbeutel etwas zu bieten. Während man bei der RoKit-Serie mit einem vergleichsweise kleinen Budget zu guten Studio-Monitoren kommt, muss man für die V-Serie, die aus V4S4, V6S4 und V8S4 besteht, schon deutlich mehr einplanen. Die Aktiv-Lautsprecher sind jüngst in ihrer vierten Auflage erschienen und versprechen eine besonders akkurate Reproduktion des zugespielten Audiomaterials. Für das Klang-Design wurden Hunderte von renommierten Toningenieuren und Produzenten hinzugezogen. Wir wollten uns natürlich selbst von den Eigenschaften dieser Lautsprecher überzeugen und haben uns die komplette Reihe in unsere Teststudios kommen lassen.

Details

Der erste Eindruck der KRK V4S4, V6S4 und V8S4

Drei Varianten bekommen wir geliefert, V4S4, V6S4 und V8S4. Die Zahlen hinter dem V der aktiven Studiomonitore bezeichnen die Treibergrößen der Tieftöner und bestimmen damit auch die Abmessung der Gehäuse. Der größte unserer Testkandidaten ist mit 44 Zentimetern in der Höhe und 28 Zentimetern Breite für einen Nahfeldmonitor schon relativ sperrig, auch das Gewicht von 14,4 Kilogramm pro Box kann sich sehen lassen. Verbaut ist ein Tiefmitteltöner von 8 Zoll. Die 6,5-Zoll-Variante bringt noch 9 Kilogramm auf die Waage und selbst die kleinste Ausführung mit einem 4-Zoll-Treiber schlägt mit einem Gewicht von 5,8 Kilogramm noch gut zu Buche. Diese ist dafür mit nur 26 Zentimetern in der Höhe und 16 Zentimetern Breite äußerst kompakt geraten. Dennoch: Die massive Ausführung jedes Modells vermittelt einen äußerst soliden Charakter. Die Verarbeitung erscheint tadellos. Das Gehäuse ist aus resonanzarmem MDF gefertigt und mit einem rauen, mattschwarzen Lack versehen. Ein glänzender Ring aus Aluminium trennt bei V4S4, V6S4 und V8S4 die Front nicht nur optisch vom restlichen Gehäuse ab: Die gesamte Vorderseite besteht aus massivem Metall, ebenfalls in mattschwarz gehalten. Lediglich die Frontplatte, welche auch die Treiber hält, setzt sich optisch ab und besteht aus schwarz gebürstetem Aluminium, in welche die Typbezeichnung des jeweiligen Lautsprechers graviert ist. Das KRK-Logo ist in einer Plastik-Verkleidung eingefasst, leuchtet bei Betrieb und dient somit als Status-Indikator. Beim Abklopfen der Aluminiumplatte sind bei den beiden größeren Modellen Eigenresonanzen festzustellen. Die schlimme Vorahnung, diese könnten auch bei der Musikwiedergabe auftreten, bestätigte sich glücklicherweise nicht. Die Treiber sind gut genug entkoppelt, um auch bei höheren Lautstärken frei agieren zu können und nichts am Gehäuse zum Mitschwingen anzuregen. 

Konstruktion und Ausstattung

Bis auf die Größe der Tiefmitteltöner und den entsprechenden Ausmaßen sind die Lautsprecher V4, V6 und V8 gleich konzipiert. Alle Speaker sind Zwei-Wege-Systeme in einer Bi-Amping-Ausführung. Jeder Treiber wird also von einer separaten Endstufe befeuert. Hier geht KRK mit der Zeit und hat sich für die weniger energiehungrige Class-D-Verstärkung entschieden. Bei den Treibern selbst wurde auf das charakteristische gelbe Kevlar-Geflecht gesetzt, das einige sicher auch schon von Lautsprechern der Briten von Bowers&Wilkins kennen. Der Bassreflex-Kanal findet direkt unter den Treibern seinen Platz. Unter den Boxen sind EVA-Pads montiert, um eine gute Abkopplung der Gehäuse vom Standort zu gewährleisten, zudem schützen sie den Boden vor Kratzern. Darüber hinaus befindet sich hier auch ein Gewinde zur Montage der Lautsprecher. Bedienelemente und Anschlüsse wurden komplett auf die Rückseite verbannt. Neben dem An/Aus-Schalter gibt es hier die übliche Kaltgerätebuchse mit Fach für die Sicherung. An den Eingangsoptionen erkennt man, dass sich KRK mit der V-Serie an den Pro-User richtet. Im Gegensatz zur RoKit-Reihe wurde auf einen unsymmetrischen Cinch-Eingang komplett verzichtet. Stattdessen finden wir eine XLR/Klinken-Kombi-Buchse vor, für beide Steckertypen in symmetrischer Ausführung. Die System-Einstellungen werden per Dip-Schalter vorgenommen. Hier besteht die Möglichkeit, einen Ground-Lift zu aktivieren und die Eingangsempfindlichkeit zwischen Studio- und Consumer-Pegel (-10 dBV / +4 dBu) zu bestimmen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, die LEDs zu dimmen oder in vollem Licht erstrahlen zu lassen. Eine Pegel-Absenkung um 3 Dezibel kann mittels Drehschraube in sechs Stufen à 0,5 Dezibel vorgenommen werden. Zuletzt darf natürlich auch eine Raumentzerrung nicht fehlen. Für Höhen und Tiefen gibt es separate Regler mit je sieben Schalterstufen, sodass insgesamt 49 verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Die äußersten Schalterstellungen sind jeweils Shelving-Filter, welche in den Höhen bei 10 Kilohertz und im Bassbereich je nach Modell bei 75 Hertz (V4S4) oder 60 Hertz (V6S4, V8S4) liegen. Zusätzlich gibt es noch Optionen mit Bell-Filtern bei 200 Hertz im Bass und 3,5 Kilohertz in den Höhen. Die Filtereinstellungen sind DSP-Basiert, somit fällt die Option einer stufenlosen Regelung flach. Für eventuelle Updates der DSP-Einheit steht außerdem ein Micro-USB-Port zur Verfügung.

Pro & Contra

  • gute Verarbeitung
  • sehr ehrlich und akkurat
  • gute Tiefenstaffelung

  • schwacher Bassbereich
  • etwas mittenlastig

Gehört zu dieser Serie

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