Test
8
19.10.2016

LD Systems Roadman 102 Test

Aktive Akku-Lautsprecherbox

One for the Road

Mit dem Roadman 102 hat die Firma eine LD Systems eine Akkubox mit guter Ausstattung im Programm. Die mit einem 10-Zoll-Tieftöner und einem 1-Zoll-Hochtöner bestückte Box bringt neben einer Mischeinheit einen CD-Player und ein Drahtlosmikrofon zur Party mit. Steht keine Steckdose bereit, kann der Roadman 102 bis zu fünf Stunden über seine integrierten Akkus betrieben werden. Tontechnische Selbstversorgung im handlichen Trolley-Format. Bondeo testet die Straßenlage.

Details

Anfängliche Ratlosigkeit beim Autor: Nanu, wo haben sich denn Anleitung und Kaltgerätekabel versteckt? Des Rätsels Lösung: Sämtliches Zubehör wird in einem Kunststoffkoffer aufbewahrt, und der ist reichlich gefüllt. Neben den eben schon vermissten Utensilien notieren wir eine CD-Player-Fernbedienung, einen Taschensender samt Headset-Mikrofon, zwei Antennen für die Drahtloseinheit und zwei AA-Batterien für den Taschensender. Durch den Koffer hat man stets alle Kleinteile an einem Ort, eine gute Sache.

Der Roadman 102 verfügt über ein kompaktes Kunststoffgehäuse (61 x 35 x 32 cm), das an kritischen Stellen mit Metallteilen verstärkt ist. Wie es sich für einen echten Roadman gehört, besitzt er ein passendes Fahrgestell. Durch einen ausziehbaren Trolley-Griff und zwei ins Gehäuse integrierte Transportrollen lässt sich der Kandidat lässig mit einer Hand zum Einsatzort rollen. Abseits befestigter Straßen hilft ein komfortabler Handgriff auf der Gehäuseoberseite. Der besitzt eine Feder, so dass der Griff bei Nichtgebrauch fest arretiert. Das unterbindet Klappern und Scheppern bei hohen Lautstärken. Über seinen Stativflansch lässt sich der Roadman 102 per Lautsprecherstativ auf Höhe bringen, der Transport gelingt bei 19 Kilogramm vergleichsweise kommod. Immerhin werkeln im Testgerät zwei 12-Volt-Akkus mit entsprechendem Gewicht. Scheibenwischer besitzt der Roadman zwar nicht, aber Schutz vor Straßenmatsch und Regen bietet eine optionale Regenhaube.

Die Aktiv-Elektronik

Alle Bedienelemente sind versenkt und modular auf der Rückseite angebracht. Oben thront der Empfänger des Taschensenders (bei Bedarf kann ein zweiter Empfänger ergänzt werden), darunter sitzt der CD-Player. Dieser kann direkt am Gerät oder über eine kleine Remote bedient werden. Der Player spielt normale Audio CDs sowie gebrannte Silberlinge ab und kann auch MP-3- oder WMA-Daten wiedergeben. Darüber hinaus lässt sich der Roadman per SD-Karten oder USB-Stick füttern. Weniger gut ist, dass es zwar einen Shuffle-Modus gibt, der wichtige Single-Play-Modus aber fehlt. Wer beim Halb-Playback-Gig die Backing Tracks über den CD-Player wiedergeben will, muss sich bei den Ansagen verdammt beeilen oder umständlich die Pausentaste drücken.

Unterhalb des Players befindet sich die Mischereinheit. Wir notieren zwei Audioeingänge im Combo-Buchsenformat (XLR & Klinke), die sich separat mittels Schalter von Line- auf Mikrofonpegel umschalten lassen. Beide Eingänge besitzen ein eigenes Volume Poti, ebenso der dritte, mit Cinch-Buchsen bestückte Stereo-Eingang. Diese Inputs, der CD-Player und die Funkstrecke werden über ein Master-Volume-Poti verwaltet, das von einer sehr einfachen Klangregelung (Treble & Bass mit Festfrequenzen) unterstützt wird. Somit sind die Optionen zur Klanggestaltung äußerst beschränkt.

Großzügiger geht es in der Audio-Link-Sektion zu. Hier lassen sich bis zu sieben Roadman im Verbund betreiben. Dazu wird eine Einheit mittels Schalter als Master definiert, während die anderen Geräte als Slave arbeiten und aus der XLR-Ausgangsbuche das Audiosignal erhalten. Mit dem Slave-Volume-Poti des Masters kann der Anwender gleichzeitig die Lautstärke aller Einheiten kontrollieren. Gute Idee! Die schaltbare „Voice Prioritiy“-Funktion entpuppt sich als klassischer Ducker. Er reduziert automatisch die Musiklautstärke, sobald ein Mikrofon ein Signal liefert.

Der Roadman 102 kann externe Passivboxen versorgen, dazu besitzt er zwei Lautsprecherausgänge im Klinkenformat. Die Besonderheit dabei: Ein Ausgang schaltet die internen Treiber im Roadman 102 ab, sobald eine externe Box angeschlossen wird. Wer dagegen den Roadman um eine zusätzliche Box erweitern will, nutzt die „Unswitched“-Buchse. Abschließend notieren wir eine Kaltgerätebuchse, einen Eingang für ein externes DC-Netzteil (24 - 32 Volt), einen Netzschalter und eine LED für den Ladezustand des Akkus.   Die Akkus Die Akkumulatoren befinden sich hinter einer Gehäuseabdeckung auf der Unterseite des Geräts und lassen sich problemlos auswechseln. Um sie aufzuladen, muss der Roadman entweder per Netzspannung oder über ein optionales Netzteil gespeist werden; dazu braucht der Roadman selbst nicht eingeschaltet zu werden. Einmal volltanken dauert gut 12 Stunden.

Die Funke

Der mitgelieferte Taschensender besitzt ein robustes Kunststoffgehäuse und einen stramm sitzenden Gürtelclip aus Metall. Die flexible Antenne befindet sich auf der Oberseite neben einer Gain-Umschaltung (0 oder -10 dB) für das Mikrofon, welches über eine dreipolige Mini-XLR-Buchse andockt. Eine Power-LED wechselt von grün zu rot, wenn die beiden AA-Batterien schlapp machen. Um Sender und Empfänger auf die gleiche Frequenz zu tunen, befindet sich unterhalb der Power-Taste eine mit ASC beschriftete Taste

Das Gestell des Headsets ist sehr robust, die Mikrofonkapsel lässt sich über einen langen Schwanenhals gut positionieren. Das fest angeschlossene Mini-XLR-Kabel hätte zwar einen Tick länger sein dürfen, reicht aber für den normalen Gebrauch aus. Anmelde und damit auch kostenfrei ist die Verwendung von Drahtlossystemen im Bereich von 863 - 865 MHz. Das Headset bietet sechzehn Trägerfrequenzen im Bereich von 863,100 bis 864,400 MHz. Das Handbuch beteuert, dass sich bis zu drei dieser Drahtloseinheiten simultan benutzen lassen.

Die Roadman-Serie bietet zwei Mikrofonalternativen. Unser Testsystem ist mit einem Taschensender und einem Headset ausgestattet. Der Anwender kann aus drei Headsets wählen. Eines ist sogar wasser- und schweißresistent und bietet sich somit für Tanz- oder Sportstudios an. Alternativ dazu gibt es den Roadman mit einem klassischen Handsender.  

Der Empfänger verfügt nur über die nötigsten Bedienelemente. Ein Display zeigt die Kanalnummer, die sich mit den Up&Down-Tasten von 1 - 16 durchschalten lässt. Die RF- und AF-LEDs zeigen den Status der Audio- und Funksignale, der automatische Frequenzabgleich erfolgt mittels ASC-Taste und Infrarotauge.

Die Ausgangslautstärke des Empfängers wird über einer Poti eingestellt, das in Personalunion die Funktion des Netzschalters übernimmt. Sprich: Dreht man das Poti ganz nach links, schaltet sich der Empfänger aus. Unter zwei Gummiabdeckungen auf der Oberseite befinden sich die Schraubanschlüsse für die Antennen. Leider sitzen die Gummikappen nicht wirklich fest auf den Anschlüssen, so dass baldiger Verlust wahrscheinlich ist.

Pro & Contra

  • Für eine Akkubox recht leicht
  • Erweiterbar mit zweiter Drahtloseinheit
  • Master/Slave-Betrieb
  • Zusätzliche Passivbox anschließbar
  • Akkulaufzeit bis fünf Stunden
  • SD-/USB-Slots
  • Übersprechfunktion

  • eingeschränkte Lautstärke
  • CD-Player ohne Single-Play-Modus
  • CD-Player vergisst Lautstärkeeinstellung nach Stromausfall
  • Magere EQ-Ausstattung

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X