Software
Test
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12.07.2019

Loopmasters Bass Master Test

Bass-Synthesizer-Plugin

Der erste Meister, der vom Himmel fiel

Loopmasters startete mit Loop- und Sample-Libraries, schon lange bevor es Splice gab. Aber die britische Firma beschränkt sich nicht nur auf Samples. Von Drums über Flöten- und Cembalo-Libraries, bis hin zu Techno-Loops und Synth-Presets, selbst Videokurse zu vielen Themen gibt es dort inzwischen in rauen Mengen. 

Nun hat auch noch das erste Plugin aus dem Hause Loopmasters das Licht der Welt erblickt. Es dreht sich nur um Bässe und soll auch gleich ein Meister sein. Was das Plugin Bass Master kann, und ob man es sich zulegen sollte, erfährst du im folgenden Test.

Details

Allgemeines

Bass Master gibt es für Windows ab Version 7 im VST-Format, allerdings nur in 64-Bit. MacOS-User können das Plugin ab Version 10.12  im AU- und VST-Format nutzen, aber ebenfalls nur in 64-Bit. Das AAX-Format wird derzeit noch nicht unterstützt.

Beziehen kann man das Plugin nicht direkt über Loopmasters. Von deren Homepage wird man nämlich zu „Plugin Boutique“ weitergeleitet. Dort lädt man einfach die Trial-Version herunter und erhält nach dem Kauf den Freischaltcode.

Bass Master kostet zurzeit ca. 55 Euro. Durch den Kauf erwirtschaftet man nebenbei noch Virtual-Cash in Höhe von rund zwei Euro. Dieser Betrag wird beim Kauf weiterer Produkte auf den jeweiligen Kaufpreis angerechnet.    

Am Anfang war das Sample

Bass Master ist ein Sample-basiertes Instrument, bei dem zwei Layer kombiniert werden können. Diese Technik stammt von Techno-Produzenten, die ihre Kicks meist aus bis zu drei Samples layern. So ist es leichter, eine Bassdrum zu kreieren, die gleichzeitig Tiefen, Mitten und Höhen hat. 

Bass Master bietet nach diesem Vorbild einen Top- und einen Sub-Layer an. In beide kann jeweils eine von 217 Wellenformen geladen werden, die von unterschiedlichsten Bassquellen aus verschieden Epochen gesampelt wurden. Das zur Verfügung stehende Ausgansmaterial wurde in die Kategorien High, Low, Mid, Percussive, Simple und Sub eingeteilt. Wer sich überraschen lassen möchte, nutzt die bei beiden Layern eingebaute Zufallsauswahl.

Beide Layer verfügen zusätzlich über eine eigene Hüllkurve. Zu beachten ist, dass beim Sub-Layer nur Attack und Release vorhanden sind. Das reicht aber, um auch die tiefen Frequenzen perfekt in einen Beat einzubauen. 

Auf die richtige Mischung kommt es an

Im Mixer stellt man dann die Lautstärke beider Layer ein, bis die perfekte Mischung erreicht ist. Zusätzlich gibt es beim Sub-Layer die Möglichkeit, das Signal ohne Umwege an den Ausgang zu schicken und so die Filter- und Filter-LFO-Sektion zu umgehen.

Tut man das nicht, bietet die Filtersektion 13 Filtertypen (verschiedene LPs, BPs, HPs und Combo), erneute ADSR-Controls und einen Pre-Drive-Regler für Veränderungen des Sounds von subtil bis offensichtlich. Der LFO lässt sich zum Tempo syncen und bietet mit Sine, Triangle, Square, Saw Random, Drift, SawUp und SawExp insgesamt acht verschiedene Wellenformen für Modulationen. 

Let’s change things

Im linken unteren Bereich des GUIs findet ihr die Pitch- und Modulationssektion. Dort könnt ihr über die Range des Pitchwheels und über die Intensität des Glide-Effektes entscheiden. Das Modulationsrad kann bis zu drei Modulationen gleichzeitig auslösen. Insgesamt gibt es 32 Modulationsziele aus den verschiedensten Bereichen des Plugins und drei korrespondierende Amount-Regler.  

In der Layer-FX-Sektion gibt es drei feststehende Effekte: Distortion, Chorus und Reverb. Über das Display werden die verschiedenen Effekttypen gewählt, während über die beiden Regler die Werte der Effekte eingestellt werden können. Über den Direct-Out kann der Sub-Layer auch an dieser Sektion vorbeigeschleust werden. Das hat zur Folge, dass zum Beispiel der Hall nur auf die Top-Layer angewendet wird. Darunter können die Sounds über ein drei Oktaven umfassendes Keyboard angespielt werden. In heutigen Zeiten, in denen viele Beatproduzenten ausschließlich an einem Laptop und ohne MIDI-Controller arbeiten, ist das unverzichtbar. 

Interessant ist die Master-FX-Sektion. Neben dem Master-Level-Regler gibt es dort über den Frequency-Booster die Möglichkeit, letzte klangliche Veränderungen vorzunehmen, die dann für beide Layer gelten. Der Booster ist eine Kompressor-Limiter-Kombination und hat drei Bänder: Top, Middle und Bottom sowie einen Wet-/Dry-Regler. Steht dieser bei 100Prozent, während alle Drehregler auf 0 sind, wird das Signal nur leicht komprimiert. Wird nun ein Drehregler bewegt, wird der korrespondierende Frequenzbereich geboostet.  

Fetter Bass

Die über 350 Presets sind in elf Kategorien eingeteilt: Introduction, Simple, Sub, Swaggy, Low, Mid, Harsh, Smooth, Modulated, Percussiv und Other. 

Aus der Kategorie Sub hören wir drei Beispiele. Beim ersten Beispiel habe ich in der zweiten Hälfte zusätzlich den Frequency-Booster auf 100 Prozent und Bottom auf 82 Prozent gestellt. Anfangs ist das Preset schon ganz schön bassig, durch den Booster kommen die Tiefen aber dann extrem zur Geltung: rund, laut und boomy – so muss ein Bass sein. 

Beim zweiten Beispiel kommt im Top-Layer ein Synth-Sound dazu, der dem Sound mehr Kontur verleiht und ihn im Mix besser hörbar macht. Beispiel drei zeigt, was man zusätzlich alles mit dem LFO anstellen kann. Alle drei Beispiele aus dieser Kategorie überzeugen durch sehr geschmackvolle Tiefen. Interessanterweise ist bei Beispiel zwei und drei der Frequency Booster deaktiviert. 

Es folgen drei Beispiele aus den Kategorien Smooth, Percussive und Swaggy. Das erste klingt, als würde eine Hammond-Orgel den Basslauf unisono mitspielen. Mit dem perkussiven zweiten Beispiel sind wir bei EDM angekommen, dieses Beispiel hat sehr viel Punch. Und das dritte ist in die Welt des Future-Basses einzuordnen. Auch diese drei Beispiele klingen wirklich gut und haben ebenfalls ordentlich Subbass.

Und auch die abschließenden drei Beispiele zeigen wieder die Vielseitigkeit des Bass Masters. Sie stammen ebenfalls aus verschiedenen Kategorien, haben aber wiederum etwas gemeinsam – sie alle haben ein rundes und kräftiges Bottom-End.

Fazit

Bass Master hat seinen Namen zu Recht. Wer gute Basssounds sucht, bekommt sie hier auch. Zudem ist Bass Master sehr vielseitig, wie die zahlreichen Presets beweisen. Fast alle haben runde und starke Tiefen, was zum einen am gut gesampelten Ausgangsmaterial und zum anderen an der Möglichkeit liegt, den Sub-Layer über Direct-Out an Filter und Effekten vorbeizuschmuggeln. Somit bleiben alle tiefen Frequenzen erhalten. Das Konzept der beiden Layer ermöglicht verschiedenste Sounds, während sich mit dem Frequency Booster noch weiter an Boominess und Kontur arbeiten lässt.Eigene Sounds zu kreieren geht somit leicht und schnell. Und dann ist da noch der Preis von gerade einmal 50 Euro. Wer gute Basssounds braucht, braucht Bass Master.

www.pluginboutique.com/products/4412-Bass-Master 

  • Pro
  • sehr starke und runde Tiefen
  • sehr wandelbar, große Auswahl an Samples und zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeiten
  • viele Presets
  • übersichtliches GUI und schneller Workflow
  • sehr fairer Preis
  • Contra
  • kein Contra
  • Features
  • zwei Sample-basierte Oszillatoren mit 217 Wellenformen
  • mehr als 350 Presets
  • 13 Filtertypen, Filter-Envelope und LFO
  • Frequency Booster
  • drei Effekte: Distortion, Chorus und Reverb
  • Modwheel-Macro, bis zu drei Modulationsziele zuweisbar
  • Direct-Out für Sub-Layer
  • Systemanforderungen: für Windows ab Win 7 als VST in 64-Bit / ab MacOSX 10.12 als AU und VST, jeweils in 64-Bit / AAX-Format wird derzeit nicht unterstützt
  • Preis
  • Loopmasters Bass Master: 55 EUR (Straßenpreis am 20.06.2019)
Veröffentlicht am 12.07.2019

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr starke und runde Tiefen
  • sehr wandelbar, große Auswahl an Samples und zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeiten
  • viele Presets
  • übersichtliches GUI und schneller Workflow
  • sehr fairer Preis

  • kein Contra

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