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Test
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08.06.2013

M-Audio Axiom Air 61 Test

USB/MIDI-Controller-Keyboard

Das Controller-Raumschiff

Mit der Axiom Air-Serie liefert M-Audio seit kurzem die nun schon vierte Auflage der Axiom USB/MIDI-Controller-Keyboards aus. Damit hat der Hersteller rekordverdächtige drei Serien von Controller-Keyboards in den Größen 25, 49 und 61 Tasten im Angebot: Oxygen, Axiom (zweite Generation) und das neue Axiom Air. Um die Aufzählung komplett zu machen, sei auch noch angemerkt, dass es hier und da auch noch eine weitere frühere Variante des Axiom gibt und zwar das Axiom Pro, das an seinem Ziffern-Pad zu erkennen ist.

Das alles ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass sich die Keyboards auf den ersten Blick erst mal ziemlich ähnlich sehen. Zwar besitzen die Oxygen-Keyboards keine Pads, aber bei den Fadern, Wheels und Drehknöpfen ist alles gleich. Die preislichen Unterschiede sind dafür umso größer: Das Kellerkind Oxygen gibt es für etwa 150 Euro, die Axioms um die 280 Euro und die neue Axiom Air-Serie setzt sich mit etwa 470 Euro (jeweils 61er-Modell) preislich mit an die obere Spitze der Controller-Keyboards ohne eigene Klangerzeugung. Wie üblich gibt es Software dazu, beim Axiom Air ist das Pro Tools Express und die neue Einsteiger-DAW-Software Ignite. Das Hauptaugenmerk liegt in diesem Test aber sicherlich auf dem Keyboard selbst, das hier in der 5-oktavigen Version vorliegt.  

Details

Wie viele seiner Konkurrenten versucht das Axiom Air, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Zum einen will es eine Schaltzentrale für DAWs sein, andererseits sind die Controller-Keyboards von Haus aus MIDI-Keyboards und damit universell zur Steuerung jeglicher Soft- und Hardware geeignet. Da Letzteres auch oft auf der Bühne gefordert wird, müssen die Keyboards sowohl im Studio, als auch im Live-Einsatz Leistung zeigen – und das Axiom Air zeigt sich dem äußerlich durchaus gewachsen. Das Gerät besitzt als Besonderheit ein herausgehobenes und angeschrägtes, hintergrundbeleuchtetes Display, das man auch im Sitzen bequem ablesen kann. Dazu kommen eine verwegen abgerundete Front in weißem Klavierlack und schwarze, verschiedenfarbig beleuchtete Bedienelemente auf einem Panel aus gebürstetem Aluminium – das Axiom Air sieht aus, als sei es gerade von einem anderen, sehr schicken Planeten eingeflogen. Ob das jetzt wirklich gebürstetes Aluminium ist oder nicht, kann man so nicht erkennen, es ist auf jeden Fall kein graues Plastik. Und der Klavierlack ist keiner von der Sorte, der schon vom Anschauen einen Kratzer bekommt – für beides verdient das Axiom ein Lob.  

Überhaupt macht das Gerät einen sehr soliden Eindruck: Man traut sich als Tester schon mal, an allen Bedienelementen zu ziehen und zu ruckeln. Es ist offensichtlich, dass hier solide Teile verbaut worden sind. Die 7 cm langen Fader sind staubgeschützt. Nichts wackelt oder klappert, lediglich die beiden Wheels kann man seitlich ein bisschen auslenken – nicht schlimm. Die Drehregler liegen für große Finger vielleicht ein bisschen zu eng beieinander, aber das wird durch eine ausgesprochen gute Tastatur mehr als wettgemacht.

Das Axiom Air 61 besitzt eine halbgewichtete Tastatur, wobei unter „halbgewichtet“ ja so ziemlich alles vermarktet wird, was nicht vollgewichtet ist. Und mit einem Gewicht von knapp 7 kg bietet das Axiom Air natürlich keine voll gewichtete Tastatur, aber wir haben es mit richtigen Tasten zu tun, die eine (zumindest für mich) angenehme Trägheit und ein gewisses Gewicht besitzen. Die Trägheit sorgt dafür, dass die Tasten nicht einfach blitzschnell nach oben schnappen, als wären es Schalter, sondern einfach ein ganz kleines bisschen länger brauchen, um wieder in ihre Ausgangsposition zu kommen. Oder um es anders zu sagen: Ich kann auf der Tastatur Bach spielen. Wer Bach spielen kann, weiß, was ich meine, allen anderen ist es egal. Sehr überraschend ist aber, dass man das Keyboard nicht mehr splitten kann. Im Studio fällt das kaum ins Gewicht, aber für Keyboarder, die das Axiom Air live benutzen möchten, könnte das Fehlen der Splitfunktion ein Kaufhinderungsgrund sein.

Zu transportieren ist das Axiom Air 61 sehr gut. Klar, 5-Oktaven-Keyboards sind an der Grenze zur Sperrigkeit und passen schon nicht mehr quer durch die Tür. Aber bei Bedarf gibt es das Axiom Air ja auch in kleiner. Außerdem lässt es sich durch Aussparungen an den Geräteseiten gut aufnehmen und handhaben. Das Keyboard steht grundsolide auf vielen Gummifüßen.

Bevor wir uns im Praxisteil der Geräteoberfläche zuwenden, hier noch die weiteren Basics: zwei Pedaleingänge, MIDI In/Out, Ein/Aus-Schalter, Kensington-Lock, ein Anschluss für die Stromversorgung über ein optionales Netzteil und ein USB-Anschluss mit einer leichten Sperre. Das ist alles solide und man hat nicht das Gefühl, dass sich beim Ein- und Ausstecken von Kabeln die ganze Platine mitbewegt. An dieser Stelle sei aber vielleicht auch noch einmal daran erinnert, dass die Axiom Air-Reihe preislich auch in die gehobene Klasse der Controller-Keyboards fällt. Mit im Karton sind außerdem eine recht gut geschriebene Bedienungsanleitung in fünf Sprachen (auch Deutsch), ein USB-Kabel und die Software (Pro Tools Express samt iLok und Ignite). Schließlich sei noch erwähnt, dass es Treiber, Updates und Bedienungsanleitung ohne Anmeldung auf der Website von M-Audio gibt – das kann im Notfall auf der Tour das Konzert retten.

Pro & Contra

  • gute Tastatur
  • solide Controller
  • stabiler Eindruck der Hardware
  • flexible Belegung einzelner Controller-Arten mit HyperControl und MIDI-Funktion

  • kein Keyboardsplit
  • kein Software-Editor
  • HyperControl-Unterstützung derzeit nur für 3 DAWs

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