Test
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01.12.2020

M-Audio BX3 & BX4 Test

Zweiwege-Multimedia-Abhöre

Klein und kleiner

M-Audio bietet mit den beiden Multimedia-Boxen BX3 und BX4 Kleinabhören, die insbesondere für Content-Lieferanten wie Podcaster, Live-Streamer & Co. ausgelegt wurden. Die Marke mit Firmensitz in Rhode Island (USA) überrascht immer wieder mit hervorragenden Produkten. Man darf also gespannt sein, wie die beiden Boxenpaare performen. Ob sie über den Tellerrand von Multimedia hinaus ragen, zeigt dieser bonedo-Test.

Details

Aktiv und passiv?

Die M-Audio BX3 und BX4 sind ausschließlich als Stereopaar erhältlich, denn sie bestehen jeweils aus einer aktiven und einer passiven Box. Die aktive Box übernimmt die komplette Signalverarbeitung und die Verstärkung. Die passive Slave-Box wird lediglich per mitgeliefertem Kabel an die aktive Master-Box angeschlossen und vollständig vom Master versorgt.

Die beiden Abhören BX3 und BX4 der Firma M-Audio sind Zwei-Wege-Boxen mit Bassreflex-Öffnung. Ein Lautsprecher übernimmt den Tiefen- und Mitten-Bereich des Audiospektrums, und ein kleiner Tweeter ist für die feinen, hohen Frequenzen zuständig. Als Basis für die Lautsprecher dient ein speziell geformtes, schwarzes Plastik-Inlay. Die Boxengehäuse bestehen ansonsten aus MDF-Holzfaserplatten mit matt-schwarzer Oberfläche.

Vorderseiten

Jeweils an der Vorderseite der aktiven Masterbox beider Modelle befinden sich im unteren Teil der Einschalt-/Lautstärke-Regler mit einer zugehörigen weißen Status-LED. Dreht man den Regler vom Linksanschlag im Uhrzeigersinn, so schaltet sich die Box zunächst mit einem leisen Klick ein. Der Rest des Reglerwegs dient zur Einstellung der Lautstärke des Stereopaares.

Links unten auf den Vorderseiten der Aktivboxen befinden sich jeweils ein AUX-Eingang – für den schnellen Anschluss von Smartphones oder anderen Audioquellen – und ein Kopfhöreranschluss in Miniklinkenbuchsen-Ausführung. Und das ist super praktisch!

M-Audio BX4

Die größere Box, die M-Audio BX4, besitzt einen 4,5-Zoll-Woofer und einen 1-Zoll-Hochtöner. Der Hochtöner sitzt vorne oben in einer Kuhle des Plastikelements. Die besonderes designte Form, Waveguide genannt, dient dem Abstrahlverhalten und ist dafür zuständig, die hohen Frequenzen gebündelt auf die Abhörposition zu lenken. Unter dem Tweeter sitzt der Tieftöner. Es handelt sich dabei um einen 4,5-Zöller mit schwarzer Kevlar-Membran. Optisch wirkt die Frontseite der BX-Serie im matten Schwarz in Kombination mit dem Kevlar-Woofer modern und ansprechend. Mit den Maßen 15,6 x 17,5 x 22,5 cm ( B x T x H) und einem Paargewicht von 4,46 kg sind die beiden Boxen zwar ein wenig größer und schwerer als das BX3-Paar, aber immer noch klein und handlich. Dies sollten sie auch sein, damit man sie selbst bei wenig vorhandener Stellfläche auf dem Schreibtisch möglichst vernünftig platzieren kann.

M-Audio BX3

Die kleinere BX3 unterscheidet sich von der BX4 lediglich im verbauten Tieftöner und der einhergehend kleineren Gehäusemaße. Während der BX4 ein 4,5-Zöller spendiert wurde, hat man hier einen 3,5-Zöller verwendet. Dies hat mehrere Volumen-Unterschiede zur Folge. Der kleinere Lautsprecher benötigt weniger Platz, weshalb das Gehäuse die Maße 14 x 14,5 x 20,8 cm ( B x T x H) und einem Paar-Gewicht von 3,35 kg daher kommt. Das kleinere Gehäuse benötigt weniger Stellfläche, liefert aber auch leider weniger Bass/Mitten-Volumen.

Rückseite und Anschlüsse

Die Rückseiten der M-Audio BX3 und BX4 unterscheiden sich lediglich in den Maßen. Die Features und Anschlussmöglichkeiten sind bei beiden Boxen identisch. Auf der 16-fach verschraubten Metallplatte befinden sich der zu erwartende Stromanschluss, die Bassreflex-Öffnung, die Audio-Eingänge und eine Miniklinen-Buchse zum Anschluss der passiven Box. Als Audio-Eingänge stehen sowohl zwei Cinch- als auch zwei Klinkenanschlüsse zur Verfügung. Die Cincheingänge sind für den Anschluss typischer Consumer-Geräte wie Computer oder Zuspieler unsymmetrisch für Pegel bis -10 dBV ausgelegt. Die Klinkeneingänge in symmetrischer Signalführung eignen sich dafür Geräte wie Soundkarten und Monitor-Controller mit dem höherem Studiopegel +4 dBu anzuschließen.

Zwei der Features sind dagegen eher unerwartet und eine schöne Dreingabe. Zum einen gibt es einen Schalter namens „Active Speaker Position“. Mit Hilfe dieses kleinen Kippschalters bestimmt man, ob die aktive Box die linke oder die rechte des Stereopaars sein soll. Zum anderen hat man den beiden M-Audio BX3 und BX4 einen Bass-EQ- und einen Höhen-EQ-Regler spendiert. Hier lassen sich mal eben die Bässe und Höhen der Abhöre um +/- 6 dB nachjustieren.

Angetrieben werden die M-Audio BX3 und BX4 von Verstärkern mit jeweils 2 mal 25 Watt Durchschnittsleistung. Um ein möglichst tiefen Bassfrequenzgang zu erhalten, wurde das Gehäuse mit einer rückseitigen Bassreflex-Öffnung versehen. Die Untergrenze der Basswiedergabe der BX4 soll 69 Hertz betragen. Die kleinere BX3 soll bis 80 Hertz herunter kommen. Der Hersteller macht bei den Angaben zum Frequenzbereich jedoch keinerlei Abweichungs-Angaben. Wie bassig die Boxen klingen, wird sich im Praxistest zeigen.

Lieferumfang

Im Lieferumfang der BX3 und der BX4 befinden sich ein mehrsprachiges Benutzerhandbuch, ein Eurostecker-Stromkabel, zwei Miniklinken-Kabel, ein Adapterkabel von Miniklinke auf Cinch. Außerdem acht kleine Moosgummi-Aufkleber, um die Boxenunterseiten ein wenig von der Aufstellfläche zu entkoppeln und vor Kratzern zu schützen. Zudem erhält man mit Erwerb eines der Stereo-Paare die Software „ProTools First“ und 20 zugehörige Plug-ins.

Pro & Contra

  • kein (BX4) / wenig (BX3) Grundrauschen
  • zwei EQs zur schnellen Justage
  • Kopfhörer-Ausgang
  • geringer Preis

  • mehrere störende Frequenzgang-Ausbrüche (BX4)
  • undifferenzierter Tieftonbereich, Gesamtklang (BX3)

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