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Test
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04.11.2014

M-Audio M-Track Eight Test

8-Kanal USB2.0 Audiointerface

Viel Interface für wenig Geld

Wer umfangreich Instrumente, wie beispielsweise Drums oder vielleicht sogar gleich die ganze Band, recorden möchte, braucht vor allem eins - viele Kanäle! Ist das Budget jedoch eng, ist die Auswahl an ernsthaften Lösungen nicht sonderlich groß - und deshalb sollte man sich unseren M-Track Eight Testbericht auf gar keinen Fall entgehen lassen!

Details

Kompaktes Interface mit vielen Ein-und Ausgängen

Das M-Audio M-Track Eight ist ein 8-In und 8-Out USB 2.0 Audiointerface, was mit bis zu 24 Bit und 96 kHz abtastet. Allein die schiere Anzahl von Eingängen ist in dieser Preiskategorie eher recht selten, umso beachtlicher ist aber auch das Vorhandensein von ebenfalls acht Preamps! 

An die Vorverstärker können sowohl Mikrofone via XLR als auch symmetrische Line-Signale via 6,3mm Klinke unkompliziert angeschlossen werden. Der kräftige analoge Gain mit bis zu 58 dB Verstärkung wird mit acht Potis auf der Vorderseite eingestellt. Mit den Maßen von 483 (B) x 150 (T) x 430 mm (H) nimmt das M-Track Eight genau 1 HE Rackhöhe in Anspruch und wiegt dabei gerade einmal ca. 2 kg.

Umfangreiche INPUT-Sektion mit Preamps

Dank Rack-Kompatibilität findet die gesamte Bedienung des M-Track Eight auf der Vorderseite statt. Links außen befinden sich die beiden Combobuchsen der frontseitigen Eingänge 1 und 2, welche - im Gegensatz zu den anderen sechs Eingängen auf der Rückseite - quasi im Direktzugriff bedienbar sind. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit, sich von Line auf unsymmetrische Instrumentenpegel umschalten zu lassen, sodass bis zu zwei hochohmige E-Gitarren oder Bässe angeschlossen sowie schnell umgestöpselt werden können, ohne dass man eine Patchbay benötigt oder gar hinter das Rack kriechen muss. Im Falle einer Aktivierung leuchten die INST-Tastschalter wie auch alle anderen Schalter in einem kräftigen, aber nicht blendenden und satten Orange.

Die Vorverstärker werden über Kunststoff-Poti bedient, die für eine verbesserte Griffigkeit mit Gummi ummantelt wurden. Über das längliche Display über den Inputs wird der eingehende Pegel pro Kanal mit Hilfe von vier farbigen LEDs angezeigt. Ultrapräzise ist das zwar nicht, für einen ersten Überblick zur Aussteuerung am Gerät reicht es aber allemal. Hochauflösende Meter, wie sie sich beispielsweise an meinem RME Fireface vorfinden, bieten ohnehin erst im hochpreisigeren Sektor einen wahren Vorteil. Die Versorgung mit Phantomspannung ist beim M-Track Eight übrigens in zwei Gruppen aufgeteilt und somit auf die Kanäle 1-4 bzw. 5-8 getrennt anwendbar. 

Umfangreiche Output-Sektion mit Direct-Monitoring

Das Interface bietet ebenfalls auch acht analoge Ausgangs-Wandler, welchen zunächst einmal acht symmetrische 6,3mm Klinken-Ausgänge auf der Rückseite zugeordnet sind. Doch damit nicht genug, denn es gibt zusätzlich auch noch zwei Stereo-Kopfhörerausgänge sowie einen Monitor-Output. Diese Output-Vertreter sind nicht nur unabhängig voneinander regelbar, sondern auch individuell mit den Interface-Ausgängen 1/2 oder 3/4 belegbar. Nur der Monitor-Out erhält fix das Signal von Kanal 1/2, wobei ich diesen ab sofort lieber mit „Monitor-Bus“ bezeichnen möchte, weil er einige Besonderheiten aufweist. Auf digitale Schnittstellen wie ADAT oder S/PDIF wurde zu Gunsten eines kleinen Preises übrigens komplett verzichtet, was ich jedoch als sehr Zielgruppen-zweckdienlich empfinde. 

Weiterhin wäre noch das Direct-Monitoring-Feature zu nennen, welches ein Hinzumischen aller Preamp-Eingänge auf den Monitor-Bus ermöglicht, um so latenzfreies Abhören von anliegenden Preamp-Signalen -  ohne Umwege über die DAW - zu ermöglichen, denn das macht sich besonders beim Einspielen von Gitarren oder dem Einsingen von Vocals positiv bemerkbar. Jedenfalls werden dabei die Inputs 1, 3, 5 und 7 dem Monitor-Bus links, also der „1“ zuordnet, und die Inputs 2, 4, 6 und 8 wiederum der rechten Seite des Monitor-Bus, namens Kanal 2. Dieser Ausgabeweg kann außerdem mono summiert werden, um sich entsprechende Quellen auch auf beide Seiten des Stereo-Monitorweges bzw. auf den Monitor-Out und Kopfhörerausgang holen zu können.  

Artist Mix, Monitor-Out und Controller

Das mit Direct/USB Monitor-Mix bezeichnete Poti lässt dabei eine feine Mischung aus Direktsignal und DAW-Output zu. Dieses ist aber wirklich nur über den Monitor-Out und über die beiden Kopfhörerausgänge - sofern sie auf 1/2 gestellt sind – abhörbar. An dem rückseitigen Ausgang 1/2 liegt das Direct-Monitor-Signal demzufolge also nicht an und wird damit auch nicht von dieser Schaltung beeinflusst. 

Die Kopfhörer-Abteilung des M-Track Eight wird außerdem von zwei separaten Stereo-Wegen gespeist, was mittels kleiner Kippschalter eingestellt wird. So kann man durch ein entsprechendes DAW-Routing zwei unterschiedliche Monitor-Mischungen erstellen und damit einen speziell auf den Künstler abgestimmter Mix anbieten. Allerdings hat man hier das Direct-Monitoring-Signal nur auf dem Main-Out ("Monitor-Bus") zur Verfügung, was in Konsequenz bedeutet, dass man dem Künstler das latenzfreie Signal nur dann auf den Kopfhörer geben kann, wenn man es ebenfalls über den Monitor-Out mit anhören möchte. Ein weiterer Kippschalter (1/2 oder 3/4) für die Zuweisung des Speaker-Monitor-Outs wäre hier sicherlich sehr hilfreich gewesen.

Mit einem deutlich größeren Monitor-Poti wird dieser Ausgang schlussendlich im Volume gesteuert, wobei dieser via DIM-Knopfdruck auch noch mal um 20 dB gedämpft werden kann. Damit ist das M-Track Eight bestens zum direkten Anschluss an Studiomonitoren geeignet, und so spart man sich unter Umständen einen nicht ganz billigen Monitorcontroller, was das clevere Budget-Design durchaus nochmal positiv betont. Sogar an eine Standby-Funktion wurde gedacht, welche der M-Track Eight entsprechend mit einem grün leuchtenten Laubblatt im Display visualisiert. Der dafür zuständige und sich rechts-außen befindliche Taster muss zum Schutz gegen unbeabsichtigte Fehlbedienungen übrigens zur Aktivierung länger gedrückt gehalten werden.

Lieferumfang und Netzteil

Da das Interface Phantomspeisung für recht viele Preamps bieten muss, wäre eine alleinige Stromversorgung über den USB-Port sicherlich instabil und damit sicherlich nicht zielführend gewesen, sodass unser Testkandidat über eine externe Stromversorgung verfügt. Das Universal-Netzteil (100 bis 240V) ist dank Rasierapparat-Anschluss so auch ohne Probleme weltweit einsetzbar. Dummerweise brummt es allerdings ein wenig, wenig es nicht belastet wird. Es gehört, abgesehen vom Audiointerface selbst, wie auch ein USB-Kabel und ein gedrucktes, mehrsprachiges Handbuch zum Lieferumfang. 

Als Software-Dreingabe gibt es außerdem noch die DAW „Cubase 7 LE“ frei Haus, was besonders für Neueinsteiger eine üppige Softwarelösung darstellt. Neben den gängigen Tracking- und Editing-Features des Sequenzer-Flaggschiffes bietet die Einsteiger-Version auch eine Vielzahl von Effekten. Außerdem dürften sich mit maximal 16 Audio-, 24 MIDI- und acht Instrumentenspuren bereits erste Produktionen sowie umfangreiche Drumrecordings ermöglichen lassen, wobei die maximal erlaubten acht Inputs dieser Version vom M-Track mit seinen vielen Eingängen übrigens effektiv ausgereizt wird. Nähere Informationen über Cubase 7 LE findet man hier.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Acht Preamps
  • Einfacher Monitorcontroller
  • Sehr gute Ausgangswandler
  • Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
  • Cubase 7 LE inkl.

  • Direct-Monitor nur für Main-Out verfügbar
  • DIM färbt

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