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Test
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23.07.2014

M-Audio M3-8 Test

3-Wege Studiomonitor

Holzauge sei wachsam!

Der Studiomonitor M-Audio M3-8 bei bonedo im Test – Drei Wege sind bei größeren Studiomonitoren fast Standard und so findet man sie beispielsweise auch bei der Neumann KH310, der Genelec 8260, der EVE Audio SC307 und der PSI Audio A25M, sowie an meiner geliebten ME Geithain RL-901 vor. In der Klasse der Budget-Speaker hingegen sind drei Wege allerdings eher selten anzutreffen, wobei Ausnahmen wie die Fostex PM641 natürlich nur die Regel bestätigen.

Warum aber drei Wege? Nun, dieses Prinzip hat zum einen den Vorteil, dass einzelne Treiber weniger belastet werden, zum anderen können die Treiber mit ihrem engeren Arbeitsband besser auf die mechanischen Belastungen angepasst und somit einfacher optimiert werden. Derartige Speaker bewegen sich, was ihren optimalen Hörabstand anbelangt, meist aber bereits in der Rubrik der Midfields, preislich sind sie für die meisten Home-User sowieso im „finanziellen Farfield“.

Die heute zum Test stehende M-Audio M3-8 ist zum Glück aber deutlich günstiger und hat neben ihren drei Wegen sogar noch eine weitere Besonderheit zu bieten, da ihr Mittel- und Hochtontreiber in einem Koaxialsystem integriert ist, was dem theoretischen Ideal des Punktstrahlers deutlich näher kommt. Dieses Prinzip kennt man wiederum vielleicht schon von ausgewählten Zwei-Wege Systemen wie Equator D5 und Q10 sowie Prodipe TDC 5, TDC 6 und TDC 8. Und wenn allein das kein Grund zum Test wäre, spätestens das gemütlich-rustikale Wohnzimmer-Dekor der M-Audio M3-8 wäre es. Und auf geht es!

Details

Die M-Audio M3-8 ist als aktiver Drei-Wege-Nahfeldmonitor mit einem 8-Zoll Woofer und einem 5-Zoll-Mitteltontreiber aus Kevlar ausgestattet. Bei dem 1" Hochtöner handelt es sich hingegen um einen Silk-Dome (Seidenkalotte). Mittel- und Hochtöner sind koaxial angeordnet, was heißt, dass direkt übereinander liegen ("ko-axial"). Das sorgt nicht nur für Platzersparnis, sondern vermeidet vor allem Laufzeitunterschiede zwischen Hoch- und Mitteltonbereich, weshalb man mit diesem hier angewandten Prinzip der theoretisch idealen Punktschallquelle schon sehr nahe kommt. Zur besseren Wellenformung und Ankopplung an das Gehäuse sitzt der Hochtontreiber außerdem in einem integrierten Waveguide.

Das Gehäuse besteht aus MDF, welches an den Seiten mit schwarzem Vinyl foliert wurde. Im Gegensatz zum etwas nüchternen Rest des Gehäuses besitzt das Front-Panel allerdings ein Finish aus dunklen, rotbraunen Echtholzfurnier, welches sich wirklich sehen lassen kann! Die eingelassenen Treiber sind zudem mit einem Ring aus Kunststoff verblendet.

Mit einer Größe von 434 x 268 x 285 mm (HxBxT) gehört die M3-8 außerdem zu den größeren Kalibern im Nahfeldbereich (Nearfield), was sich auch am Gewicht bemerkbar macht: Mit 12,8 kg drückt eine Box auf die Waage. Ein Hörabstand von mindestens einem Meter zum Betreiben eines Lautsprechers dieser Größe würde ich anraten. Somit dürfte in den meisten Fällen eine Aufstellung auf Stativen unverzichtbar sein. Wie bei den meisten Studio-Monitoren üblich, kommt dabei auch das Bassreflexprinzip zur Anwendung. Die erforderliche Bassreflexöffnung befindet sich in Form eines länglichen Schlitzes auf der Rückseite.

Die Frequenzweiche trennt den Hoch- und Mitteltonbereich bei 3,9 kHz und den Mittel- und Tieftonbereich bei 450 Hz voneinander ab. Dies geschieht vor der eigentlichen Verstärkung, welche von separaten Class-A/B-Endstufen erledigt wird. Es handelt sich also um Tri-Amping: Während der Tiefton satte 150 Watt (RMS) Leistung abbekommt, erhalten Mittel- und Hochton jeweils 35 Watt (RMS) spendiert, was vollkommen ausreichend ist.

Aber auch die Rückseite der M3-8 bietet angenehme Überraschungen. So verfügt der M-Audio Speaker neben einem Poti zur Anpassung der Lautstärke auch über insgesamt drei Filter zur Raumanpassung. Mit Hilfe von drei Potis können die Bereiche 100 Hz, 1 kHz und 10 kHz um jeweils 6 dB verstärkt oder abgeschwächt werden. Es kann aber auch noch ein HPF bei 60 Hz oder 80 Hz hinzugeschaltet werden, wobei dieser allerdings nur die wenigsten resonante Räume entschärfen dürfte und damit eher für die Kombination mit Subwoofern ohne Bassmanagement gedacht sein wird. Noch tiefere Frequenzen im „nicht hörbaren“ Bereich, werden hingegen mit Hilfe des nicht deaktivierbaren Infraschallfilters abgefangen, alle anderen Klanganpassungen können hingegen mit Hilfe eines Kippschalters bei Bedarf auf Bypass gestellt werden.

Verbindungsseitig erlauben die Lautsprecher sowohl den symmetrischen Anschluss via XLR als auch den via 6,35 mm Klinke. Aber auch unsymmetrische Verbindungen per Cinch sind möglich. Unter der Haube verrichten außerdem noch einige Schutzschaltungen ihren Dienst. So sorgt beispielsweise ein Überhitzungsschutz dafür, dass Beschädigungen temperaturempfindlicher Bauteile vermieden werden, indem die Monitore automatisch abgeschaltet werden, sobald eine kritische Betriebstemperatur erreicht wird. Weiterhin wird mit Hilfe eines Transientenfilters sowie einem eingebauten Limiter verhindert, dass laute "Pops" oder eine prinzipielle Überbeanspruchung der Membranen zu Defekten führt.

Neben einer kurzen Bedienungsanleitung gehören zum Lieferumfang der M3-8 auch noch das passendem Netzkabel sowie ein Paar aufklebbarer Isolier-Pads zur Entkopplung der Monitore von der Aufstellfläche. Ob diese allerdings hörbare Wirkung erzielen, wage ich aufgrund der Schmalheit zu bezweifeln. Sie schützen die Bodenfläche der Monitore immerhin vor unerwünschten Kratzern, was ja auch nicht schlecht ist.

Pro & Contra

  • umfangreiche Möglichkeiten zur Klanganpassung
  • Edles Erscheinungsbild mit guter Verarbeitung
  • professionelle Anschlussmöglichkeiten
  • günstiger Preis

  • mäßige Werksabstimmung

  • undifferenziert im Bereich der Übernahmefrequenzen

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