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Test
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19.07.2016

Mackie Reach Test

Kompakte Mono-PA inklusive Digitalmixer

Kompakt mit Bumms!

Mackies Reach hat es in sich: Kaum so groß wie ein Monitorwedge will die aktive Box nicht weniger sein als Kompakt-PA mit eingebautem Monitorsystem und integriertem Sechskanal-Mixer, natürlich inklusive Tablet-Fernsteuerung. ARC-Technologie, Ultrawide Coverage und Ear Shot Personal Monitoring – so lauten die Schlagworte, mit denen Mackie seinen Tausendsassa bewirbt. Wir schauen, was Reach in der Praxis tatsächlich kann.

Details

Was auf den ersten Blick etwas verrückt klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als durchaus raffiniertes Konzept. In Reach stecken nämlich drei Boxen. In Richtung Publikum strahlen zwei 6,5-Zoll-Woofer sowie gleich drei 1-Zoll-Kompressionstreiber. Deren spezielle Anordnung sorgt laut Mackie für einen Abstrahlwinkel von bemerkenswerten 150 Grad. An den Seiten verrichtet jeweils ein vierzölliger Breitband-Speaker seinen Dienst – und versorgt so den Musikus mit Schall. Bei Bedarf erweitern die Seiten aber auch den Publikumsradius auf stolze 250 Grad. Die beiden Woofer werden von zwei Endstufen mit einer Leistung von je 100 Watt RMS befeuert, die Hochtöner werden mit 60 Watt angetrieben. Da für die Seiten weitere 2 x 50 Watt bereits stehen, kommt Reach auf eine Gesamtleistung von 360 Watt RMS und sogar 720 Watt Peak. Donnerwetter. Das Bedienpanel für den „Handbetrieb‟ ist auf der linken Gehäuseseite verstaut, das Anschlussterminal auf der Rückseite.

Anschlüsse

Die vier Eingänge für Mikrofone, Line-Geräte und Instrumente sind als Kombobuchse realisiert, eine Overload-LED pro Kanal leuchtet bei übertriebenem Eingangspegel. Darunter liegen die Miniklinke für den Aux-In sowie die vier Klinken für Kopfhörer, Fußschalter, Link-In und -Out. Weiterhin gibt es einen Bluetooth-Eingang, der mit dem Aux-Kanal verbunden ist. Der Kopfhörerausgang kann als Quellsignal für einen Mitschnitt benutzt werden, der Footswitch dient als Bypass für die Effekte. Per Link wird eine weitere Reach, eine aktive Box oder ein aktiver Subwoofer angedockt.

Das Link-Out-Signal liefert die Monosumme der Kanäle 1 bis 4 sowie den rechten Kanal des Bluetooth/Aux- und FX-Kanals. So ergibt sich im Zusammenspiel mit einer zweiten Reach eine Stereo-PA, denn die „erste‟ Reach gibt dann den linken Kanal wieder. Außerdem erhöht sich bei einer „Doppel-Reach‟ die Anzahl der Inputs auf zehn. Bei nur einer Box werden die Signale mono summiert.

Elektronik

Den Anfang auf dem Bedienpanel macht die 15-stellige LED-Kette, die den Status des angewählten Elements zeigt. Ist nichts angewählt, fällt die Anzeige auf Main Output/Phones zurück. Die Wahltaster der Kanäle 1 bis 4 regeln bei einmaligem Betätigen deren Lautstärke. Bei längerer Betätigung wird auf den Effektanteil des jeweiligen Kanal umgeschaltet. Der Bluetooth-Pairing-Schalter gibt bei längerem Drücken den Bluetooth-Kanal frei, sodass die Reach mit dem Quellgerät verbunden werden kann.

In der Reihe darunter gibt es ein großes Endlospoti, Wahlschalter für die Seitenmonitore (links, rechts, beide oder stumm) und den Main-Out/Phones-Schalter. Daneben befindet sich der Feedback-Destroyer. Abgerundet wird das Panel mit dem EFX-Wahlschalter für je zwei Verbs und Delays sowie einen Schalter für den Master-EQ.

Der Master-EQ bietet vier Modi: PA bedeutet, der EQ ist ausgeschaltet, DJ nimmt Anhebungen bei bei 80 Hz und 12 kHz vor. Der Solo-Modus setzt bei 100 Hz ein Lowcut an, bedämpft die unteren Mitten werden und boostet bei 3 kHz. Im Voice-Modus wird der Bass bereits bei 160 Hz abgeschnitten.

Mackie Connect

Die Reach lässt sich auch per Tablet kontrollieren. Dazu steht die kostenlose App Mackie Connect zur Verfügung. Zusätzlich zu den bereits am Gerät untergebrachten Regelmöglichkeiten lässt sich damit pro Kanal ein Dreiband-EQ sowie der Mute-Status steuern, außerdem stehen nun acht  Reverbs, zwei Chorus-Typen, sechs Delays zur Auswahl. Auch die Arbeitsweise des Fußschalters und Feedback Destroyers lässt sich per App konfigurieren. Für unsere User-Settings sind drei Speicherplätze vorhanden.

Pro & Contra

  • Fetter Sound mit guter Breitenstaffelung
  • Kompakt und handlich
  • Vier Inputs plus Aux-Weg (analog und Bluetooth)
  • Digitaler Mixer via Android, iOs steuerbar
  • Mackie-Connect-App gratis
  • Regelbare Monitore

  • Mixer-App läuft bei analogem Aux-Anschluss nicht
  • EQs ohne Parametrik

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