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31.10.2018

Meine Lieblings-Snare

Welche Snare Drum gehört zu den Favoriten?

Unsere Redaktion öffnet die Schatzkammer

Welchen Stellenwert die Snare im Drumset hat, ist vielen Trommlern und Musikproduzenten ohne Frage bewusst. Der Klang der Snare hat großen Anteil an der Sound-Ästhetik eines Songs. Mit dem Wechsel oder einer drastisch anderen Snare-Stimmung kann dem kompletten Drumset im Handumdrehen ein anderer Anstrich verpasst werden. Wir haben in unserer Redaktion herumgefragt, welches denn die jeweilige Lieblings-Snare ist. Gibt es so etwas überhaupt, oder machen sich da mehrere Modelle gegenseitig den Rang streitig? Lasst euch überraschen!

Meine Lieblings-Snare

Alex Höffken

Über die Jahre habe ich viele Snares probiert, gekauft und wieder verkauft. Da ich hauptsächlich im Studio aktiv bin, geht es mir bei Snares weniger um Alleskönner, sondern um Instrumente, die mir einen bestimmten Sound bestmöglich liefern. Von den insgesamt 12 Snares, die ich in meinem Studio habe, stechen besonders drei Modelle heraus.

Die Snare, mit der ich in der Vergangenheit am meisten eingespielt habe, ist eine AK Drums Copper Standard in 14 x 6,5 Zoll. Ich liebe dieses Instrument einfach. Durch den dünnen, weichen Kupferkessel hat sie einen tiefenbetonten Grundsound, den ich sehr mag und der in Kombination mit den speziellen Messing-Spannreifen sehr durchsetzungsfähig ist. Als ich Adrian Kirchler für ein Interview in den Dolomiten besuchte, war ich begeistert davon, dass er wirklich jedes Bauteil selbst fertigt und sogar die Orchestermusiker rund um den Globus bei ihm geduldig auf ihr Instrument warten. Irgendwann besuchte mich der Drumtuning-Spezialist Rossi Rossberg in meinem Studio, der diese Snare noch nicht kannte. Als er das Schlagfell abnahm, guckte er in den Kessel und meinte überrascht: „Was ist das denn?“. Ich hatte kurz die Befürchtung, dass er mir meine Lieblings-Snare mies machen würde. Er meinte, er habe so ein hervorragend verarbeitetes Instrument noch nie gesehen und bezeichnete die Snare und den filigran verarbeiteten Teppich als große Handwerkskunst. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Wahrscheinlich würde mich ein Orchestermusiker nur mild belächeln, wenn er dieses tolle Instrument mit den vielen aufgeklebten Gaffa-Streifen sehen würde, aber die Snare liefert so einfach einen fetten Backbeat, der viel Druck hat und sich perfekt in Produktionen eingliedert. Ich habe sie zum Beispiel auf den Songs „Lash Out“ von Alice Merton und „Irgendwas“ von Yvonne Catterfeld gespielt.

Meine Ludwig Acrolite in den Maßen 14 x 5 Zoll aus den späten Siebzigerjahren habe ich eigentlich immer in der tiefstmöglichen Stimmung und mit viel Tape auf dem Schlagfell. Dadurch entsteht ein trashiger, nasser Snaresound, den ich im Studio noch mit einem zweiten Snare-Mikrofon unterstütze, das ich über einen Preamp komplett verzerre. Da die Snare durch die geringe Fellspannung über nicht ganz so viel Druck verfügt, ist diese Verzerrung und viel Kompression für mich besonders wichtig, da sie sonst im Song einfach absäuft. Ich passe auch immer die Teppichspannung an den Song an, weil sich damit besonders in tiefer Stimmung die Länge des Snaresounds bestimmen lässt. Im richtigen Kontext klingt dieser Ludwig-Klassiker wirklich fantastisch und hat mir beispielsweise auf Rio Reisers „Wann?“ Remake von 2016 und der Interpretation des Songs „Für immer und Dich“ von Johannes Oerding treue Dienste geleistet.

Für einen wirklich ungewöhnlichen Sound sorgt meine Ludwig Marching Snare aus den Fünfzigerjahren in 14 x 10 Zoll mit dicken Holzspannreifen. Ich habe diese Snare schon bei vielen Studiodrummern gesehen und bin besonders durch den Song „Queen of California“ von John Mayer auf sie aufmerksam geworden, bei dem Aaron Sterling auch so eine Snare gespielt hat. Ich habe das Modell damals erstaunlich günstig gefunden und, als es bei mir endlich ankam, erstmal eine tote Wespe und ein benutztes Taschentuch aus dem Kessel gefischt. Herzlichen Dank an den Vorbesitzer! Sie hat einen äußerst prägnanten Klang, der mir direkt von Anfang an so gut gefallen hat, dass ich seitdem kaum etwas daran verändert habe. Tape und etwas Papier zur Dämpfung auf dem Schlagfell liefern in Kombination mit dem dünnen Ludwig-Resonanzfell und dem alten Snareteppich einen ganz speziellen Sound. Sie klingt wie eine dumpfe, analoge 808-Snare, lässt sich aber sehr organisch spielen. Auf Gregor Meyles Interpretation von „König von Deutschland“ habe ich sie mit Broomsticks im Country-Kontext gespielt, während ich sie sonst sehr häufig zur Anreicherung von Beats und Programmings einsetze. So ist sie beispielsweise auf vielen Songs von Alexa Fesers Album „Zwischen den Sekunden“ zu hören, besonders auf den Songs „Wunderfinder“ mit Curse oder „Paradies im Kopf“.

Meine Lieblings-Snare

Max Gebhardt

Als mich bonedo Drums Redakteur Chris fragte, ob es nicht eine gute Idee sei, die Autoren ihre Lieblings-Snaredrums vorstellen zu lassen, war meine erste Reaktion: „Klaro, eine grandiose Idee!“ Aber Gemach, es sollte eine Auswahl werden, also nicht alle. Das ist schon eine schwierigere Aufgabe, denn ich würde behaupten, dass meine überschaubare Sammlung aus Teilen besteht, die ich tatsächlich auch immer wieder benutze. Wobei der Begriff Sammlung auch nicht zutrifft, denn sammeln im klassischen Sinne ist gar nicht mein Ding. Natürlich beeindrucken mich die Wahnsinnskollektionen von Spezialisten wie Mike Curotto oder Bun E. Carlos, deren Ziel es ist, den Inhalt ganzer Produktjahrgänge anzuhäufen. Dazu fehlt mir allerdings sowohl die Lust als auch das Geld, außerdem finde ich, dass Musikinstrumente gespielt werden sollten, sonst werden sie irgendwann böse. 

Wofür benutzt man seine Snares eigentlich?

Die Frage ist natürlich auch immer, was man mit den Instrumenten anstellt. Ist man viel gebuchter Studiodrummer, der in unterschiedlichen Kontexten schnell ein passendes Instrument anbieten muss? Oder beschränkt sich das Wirken auf Live-Auftritte? Oder hat man einfach Spaß an schönen Trommeln und benutzt sie einfach nach Lust und Laune, ohne sich an bestimmte (professionelle) Situationen anpassen zu müssen. Diese Frage stelle ich mir immer mal wieder zwischendurch, um abzuklopfen, ob der Erwerb dieses oder jenes Instrumentes denn jetzt eigentlich zu rechtfertigen ist. Die generelle Antwort lautet: Rein technisch dürften 99 Prozent aller Trommler mit einer bis drei Snare Drums auskommen, ohne dass die künstlerische Qualität leidet. Die Betonung liegt auf „rein technisch“, allerdings macht rein technisch manchmal gar keinen großen Spaß. Ich besitze zur selben Zeit immer zwischen 10 und 15 Snare Drums, vier davon möchte ich euch heute vorstellen. 

Tama Artwood 14“x3,5“ Maple Piccolo, selbst angemalt

Nicht neu und fancy, nicht wirklich vintage, nicht richtig fett, nicht irgendwie speziell… aber trotzdem liebe ich diese Snare Drum. Denn sie steht ganz am Anfang meiner Snaredrum-Leidenschaft, meine Eltern haben sie mir zu Weihnachten 1992 geschenkt. Damals habe ich erst knappe zwei Jahre gespielt, wusste aber schon, dass meine No Name-Stahl-Snare und meine Sonor Force 2000 Pappeltrommel nicht den gewünschten Sound erzeugten. Die Fahrtrichtung war klar: Es sollte klingen wie Prong's „Positively Blind“, hoch und groß und knallig. Im Booklet war ein Bild des Drummers mit einer Pearl Messing-Piccolo, allerdings gab es dieses Modell damals nirgendwo, eine flache Snare der Oberklasse sollte es aber schon sein. Da mein Geburtstag und Weihnachten nur zwei Tage auseinander liegen, beschloss ich, meine Eltern von einem Kombigeschenk zu überzeugen, anders wäre mein Wunsch finanziell nicht durchsetzbar gewesen. Runde 600 Mark verzeichnete der Roadstar-Katalog damals für die Tama Snare, und tatsächlich lag sie schließlich unter dem Weihnachtsbaum. In der Originalfarbe Piano Black blieb sie allerdings nur wenige Monate, ich entschloss mich zu einer radikalen Typveränderung und lackierte sie stattdessen in einer Art grün-petrol. Etwas später musste sie dann einem neuen Schlagzeug weichen, und erst 18 Jahre später konnte ich sie vom damaligen Käufer zurück erwerben. Und erst heute schaffe ich es, sie zumindest annähernd wie auf dem Prong-Album klingen zu lassen. 

1997er DW Craviotto Cherry 14“x5,5“ mit gravierten Spannreifen

Wenn man mich nach der besten Holz-Snare fragt, nenne ich diese Trommel. Sie wurde in den Neunzigerjahren noch von Johnny Craviotto persönlich aus einem Stück Kirschholz gefertigt und gehört zur sogenannten Exotic Linie. Die wurde als Ultra High End Version der - ohnehin schon sehr teuren - Ahorn-Snares aufgelegt und kam preislich an einen gebrauchten Kleinwagen heran. Der betuchte Snare-Freund konnte damals als Upgrade noch massive Messing-Tubelugs der Firma Corder wählen. Den Dekadenz-Vogel schossen aber zweifellos die Messing-Spannreifen ab, welche kein geringerer als Gravierpapst John Aldridge veredelte. Diese Option allein kostete damals den Gegenwert einer Mittelklasse-Snaredrum. Mein Exemplar kommt im vollen Ornat daher, John Aldridge hat mir einst geschrieben, dass er weniger als 50 dieser Reifen graviert hat. Die Trommel hat alles, was eine tolle Snare braucht: große Dynamikreserven, eine extrem präzise Ansprache und einen tollen, holzigen Ton. Gleichzeitig besitzt sie scharfe Klanganteile, die sich auch in lauten Umgebungen problemlos durchsetzen. Ich hole sie raus, wenn ich mich an purem, ungedämpftem Snaresound erfreuen möchte. Sie ist aber auch eine Referenztrommel bei vielen Snare-Tests. Ich habe sie natürlich gebraucht gekauft. 

Wahan Stainless Steel Funkmaster 14”x4“

Ich liebe flache Snare Drums, und diese Wahan Edelstahl-Snare kommt bei mir regelmäßig zum Einsatz. Sie deckt eine erstaunlich große tonale Bandbreite ab, ich verwende sie aber am liebsten relativ hoch gestimmt, dann erzeugt sie klassische, knallige HipHop-Sounds, die schön lebendig und gleichzeitig schon ein bisschen wie gesampelt klingen. Ich mag außerdem die unscheinbare Erscheinung und den leicht schrulligen, aber sehr funktionalen Variolifter Abhebungs-Mechanismus sehr gern. Das Teil hat viele Gigs und Studiosessions gesehen. 

Sugar Percussion Aluminum 14”x2,5“

Schrieb ich, dass ich flache Snare Drums mag? Diese Sugar Percussion Snare Drum ist eine meiner Neuerwerbungen und darf mit Fug und Recht als „Charakter-Snare“ bezeichnet werden. Eigentlich ist Sugar Percussion Chef Jefferson Shallenberger für seine Stave-Trommeln bekannt geworden, mich hat aber gerade diese ultraflache Snare aus gegossenem Alu fasziniert. Ich habe sie blind bestellt, auch eine Rücksendemöglichkeit bestand bei Bestellware aus den USA nicht wirklich. Als sie kam, war ich zunächst enttäuscht, denn sie tut mitnichten, was man von einer normalen Piccolo erwarten würde. Sie klingt nämlich weder besonders hoch, noch hat sie eine besonders präzise Ansprache. Stattdessen bedient sie den angesagten „Düsch“-Sound erstaunlich gut, und zwar selbst dann, wenn man sie sehr hoch stimmt. In meiner Elektro Pop Band Freeda Beast (http://www.freedabeast.com/) hat sie sich mit diesen Qualitäten einen festen Platz gesichert. Wie fast alle Alu-Trommeln funktioniert sie auf fast magische Weise aber auch in anderen Szenarien ziemlich gut. Ein kurioses Gerät!

Meine Lieblings-Snare

Christoph Behm

Wie bei einem guten Becken auch, hat eine toll klingende Snare das Potential, dem kompletten Sound eines Drumsets eine Bindung zu geben und die unterschiedlichen Instrumente zu einer geradezu magischen Kombination miteinander zu verschmelzen. Die Suche nach der „perfekten“ Snare endet nie, oder man erkennt irgendwann, dass es „die eine“ Snare nicht gibt und fängt stattdessen an, in bestimmten Metiers nach dem vermeintlich „perfekten“ Sound zu suchen. Über die letzen 20 Jahre habe ich viele Trommeln gekauft und wieder verkauft. Anfangs wurden Kataloge geblättert und die damals unerschwinglichen Schätzchen bestaunt, in meinem Fall war es eine Pearl Sensitone Brass aus dem Musik Produktiv Katalog. Mit dem ersten großen Ebay-Hype ging es dann so richtig los. Die bisherige Snare musste aus finanziellen Gründen zumeist direkt wieder weichen, sobald ein neues Modell ins Haus kam. Mit dem Ausprobieren und Stimmen lernen kam ich langsam auf den Trichter der Sound-Suche. Statt immer nur Schlagzeug zu üben, rückte das Equipment immer mehr in den Fokus, nahm teilweise schon leicht gestörte Züge an. Von günstigen Vintage Snares bis hin zu exquisiten Custom-Trommeln (die sich manchmal auch als ziemliche Enttäuschung entpuppten) war alles dabei. Der Weg ist das Ziel. Zum großen Sammler habe ich es (zum Glück) bisher nicht gebracht, mit reinen Vitrinenstücken kann ich nichts anfangen. Zudem habe ich den Anspruch, dass die Trommeln in meinem Fundus zumindest von Zeit zu Zeit auch gespielt werden oder aber in einer meiner Bands einen festen „Arbeitsplatz“ einnehmen. Ich stehe eher auf Snares mit 14“ Durchmesser, neben einer astreinen Teppichansprache ist mir wichtig, dass die Trommeln ein weites Frequenzspektrum abdecken und ordentlich Bauch haben. Doch welches ist nun meine „Lieblings-Snare?“ Gar nicht so einfach zu sagen. Von den aktuell 12, jetzt 13 Snare Drums aus meinem Fundus habe ich fünf Exemplare herausgesucht, die ich auch gern als Referenz für diverse Testinstrumente heranziehe.

Tempest Bell Bronze Snare 14“x6,5“ No. 3

Mit dieser Snare verbinde ich wohl am meisten, da ich das Projekt quasi mit angestoßen habe. Ein vormaliger Schlagzeugschüler outete sich irgendwann als Sohn eines Glockengießerei-Besitzers, so kam eins zum anderen: Fantastisches Material trifft auf begnadeten Trommelbauer. Glockenbronze ist seit Sonors HLD 590 und den legendären Tama Bellbrass-Modellen ein geradezu sagenumwobenes Material. Die Tempest Trommel orientiert sich von der Machart eher an dem Vintage Tama Modell aus den 80er Jahren. Der drei Millimeter starke, gegossene Kessel der Tempest Snare klingt (wie zu erwarten) extrem druckvoll und kann richtig laut sein. Auf der anderen Seite ist die Snare aber auch unheimlich sensibel und crisp. Ungedämpft ist der „glockige“ Ton der Trommel sehr präsent, das muss man mögen, es macht aber auch unweigerlich den besonderen Charme dieses Materials aus. Inzwischen baut Felix von Tempest Drums sie in vielen weiteren Größen, und eine wachsende Anzahl von Drummern auf der ganzen Welt ist vom Klang der „German Glockenbronze“ angetan. Der Trend geht ja zur Zweit-Bimmel, habe ich mir vor Kurzem sagen lassen….

Ludwig Acrolite 14“x5“ aus den 60ern

Wenn ich nur eine (Arbeits-)Snare hätte, wäre es wohl diese. Ob mit Besen oder fettem Backbeat, die Trommel kann eigentlich alles, und zwar richtig gut… vorausgesetzt, der Trommler weiß mit dem Stimmschlüssel umzugehen. Dann geht unter dem Mikrofon richtig die Sonne auf, und zwar in etlichen Stimmungen. Auch Tontechniker lieben diese Snare! Außerdem ist sie sehr leicht, was man von der Bell Bronze nicht gerade behaupten kann. Rein akustisch klingt die Acrolite vergleichsweise leise, im Vergleich mit anderen Trommeln aus meinem Fundus geradezu unspektakulär. Deshalb hatte ich die Snare zwischendurch sogar verkauft, habe es aber sehr schnell bereut und sie jetzt vor ein paar Monaten zurück ergattert… Danke Frank!

Rogers Luxor 14“x5“ aus den 60ern

Noch eines meiner wenigen Vintage-Exemplare. Genau wie die Acrolite wurde auch die Luxor als Low-Budget Modell konzipiert. Meine Ausführung hat (glaube ich zumindest) einen Keller Maple Kessel mit Verstärkungsringen. Statt einer aufwendigen Teppichabhebung wie bei den Dynasonic Wood Modellen oder den etwas günstigeren Powertone Snares, die immerhin mit acht Spannböckchen aufwarten können, kommt die Luxor nur auf popelige sechs Spannböcken und eine rudimentäre Teppichabhebung. Dafür ist sie, wenn man etwas Glück hat, viel günstiger als alle anderen Vintage Rogers Holz-Snares zu bekommen. Meine Luxor hat etwas über 200 Dollar gekostet. Die Chrome over Brass Spannreifen und die geringe Anzahl der Beavertail-Böckchen verhelfen der Trommel zu einer tollen Mischung aus Luftigkeit, sensibler Ansprache, knusprigen, funky Rimshots und erstaunlich viel Bauch. Leider ist der obere Spannreifen leicht verzogen, weshalb die Trommel etwas mehr Zuwendung beim Stimmen braucht, auch den zickigen Strainer habe ich ziemlich direkt gegen ein modernes Dunnett-Modell mit variablem Lochabstand getauscht.   

DW Craviotto Maple 14“x4“  und DW Craviotto Exotic Cherry 14“x5,5“ 

Den Part teile ich auf zwei Snares, auch wenn Max die Exotic Cherry (siehe oben) schon unter seinen Favoriten hat. Denn diese Snare besitze ich seit kurzer Zeit ebenfalls, und sie ist einfach die beste Holz-Snare, die ich jemals gespielt und besessen habe, daher kann ich sie hier nicht unerwähnt lassen. Nicht weniger fein, wenn auch etwas anders, klingt die Craviotto Maple Snare in 14“ x 4“. Diese stammt ebenfalls aus den späten 1990er Jahren aus Johnnys Zusammenarbeit mit DW. Ich habe die Trommel mit Angel Drums Stahl-Hoops ausgestattet, zudem hat sie eine etwas modernere Mag Abhebung verbaut. Der Unterschied zu gewöhnlichen Schichtholz-Snares ist, dass beide Craviotto Solid Kessel mehr Höhen, mehr Präsenz und einen volleren und lebendigeren Kesselton haben. Gerade in Kombination mit den Angel Steel Hoops klingt die Maple Snare schön funky, fett und gleichzeitig kompakt und macht mir einfach viel Spaß. Nebenbei sind beide Kessel einfach atemberaubend gut verarbeitet. 

Aber: Wie bei vielen Vintage Drums auch, muss man beim Blindkauf von Snares mit dampfgebogenen Kesseln (so zumindest meine Erfahrung) auch immer etwas Glück haben. Nicht alles, was verheißungsvoll aussieht und exquisite Namen trägt, klingt dann auch so. Hier macht der Faktor Holz als organisch gewachsenes Klangmaterial wesentlich mehr aus als zum Beispiel bei verleimten Schichtholzkesseln.

Was sind deine Lieblings-Snares, oder gibt es womöglich nur eine Trommel, mit der du alles spielen kannst? Wir sind gespannt, schreib doch einfach in die Kommentare unter diesem Artikel, welches Modell es ist und welche Arten von Musik du damit spielst.

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