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02.08.2020

Meinl Switch Stick, Conga Stick, Vintage Brushes und Multi-Rods 2020 Test

Artenvielfalt in der Stocktasche

Unterschiedliche musikalische Situationen erfordern unterschiedliche Sounds. Im Schlagzeug- und Percussionsektor sorgen dafür neben verschiedenen Trommeln und Tunings auch die Gerätschaften, mit denen diese bearbeitet werden. Ein neues Vintage-Besenmodell, zwei Paar Rebound Multi-Rods mit Schaumkern, ein 5A Stockmodell mit Filzkugel-Butt-End und einen ledernen Conga Stick schickt Meinl 2020 zur Erhaltung der Artenvielfalt im Stickbag ins Rennen.

Erst im letzten Jahr haben wir einiges an neuen Besen und Rods aus dem Hause Meinl auf der Testbank gehabt. Doch die Entwicklungsabteilung scheint sich keine Pause zu gönnen. Was sie uns in diesem Jahr beschert haben, lest ihr hier.

Details & Praxis

Die fünf verschiedenen Modelle, die Meinl uns zum Testen geschickt hat, sind allesamt makellos verarbeitet. Mit ihrer weißen Kunststoffummantelung folgen die Rebound Multi-Rods aus Birke und Bambus der Designvorlage der bisher erschienenen Meinl Rods. Im Gegensatz zu diesen lässt Meinl die Rebound Multi-Rods jedoch nicht in Deutschland, sondern in Kanada fertigen. Die Vintage Wire Brushes und der Conga Stick kommen aus den U.S.A. und lediglich der Switch Stick 5A stammt aus heimischer Produktion. Doch schauen wir uns die Gerätschaften im Einzelnen etwas genauer an.

Rebound Multi-Rod Birch

Mit einem Gewicht von etwa 50 Gramm ist das Rebound Modell gegenüber dem SB200 Standard Multi-Rod Birch zwar minimal schwerer, durch den Schaumstoffkern jedoch etwas grifflastiger und agiler. Die Rods bieten einen angenehm leichten Sound, der durch die dämpfende Wirkung des Schaumstoffkerns weniger raschelig ist als bei regulären Rods. Auf Becken, Snare und Toms liefern sie einen guten Rebound und machen ihrem Namen so alle Ehre. Anders als bei den in Deutschland gefertigten Meinl-Rods, sind die Stäbe am Ende nicht abgerundet. Großen Schaden haben sie im Testverlauf auf den Fellen aber dennoch nicht angerichtet.

 

  • Bezeichnung: SB208 Rebound Multi-Rod Birch
  • Herkunftsland: Kanada
  • Material: Birke
  • Durchmesser: 16,5 mm
  • Länge: 40,5 cm
  • Stäbe: 12, je 3 mm Durchmesser
  • Gewicht: 48,6/ 50,3 g

Rebound Multi-Rod Bamboo

Die Bambusmodelle der Rebound Rods sind zwar etwas dünner als die aus Birke, dafür etwas schwerer und kopflastiger. Klanglich tragen sie nur minimal dicker auf. Auch diese Rods bieten viel Rebound und eignen sich, wie die Birken-Rods, hervorragend für dezente Sounds auf Becken und Trommeln. Beide Modelle sind mit einem Gummiring am Ende ausgestattet, mit dem die Flexibilität und der Sound noch etwas verändert werden können. Allerdings trifft bei vorgeschobenem Gummi auch hauptsächlich selbiger Ring auf Felle und Becken, was den Sound vor allem auf dem HiHat oder den Becken noch weiter abdämpft.

  • Bezeichnung: SB209 Rebound Multi-Rod Bamboo
  • Herkunftsland: Kanada
  • Material: Bambus
  • Durchmesser Griff: 16 mm
  • Länge: 40,5 cm
  • Stäbe: 11, je 3 mm Durchmesser
  • Gewicht: 46,8/ 47,1 g

Conga Stick 

Wie der Name schon sagt, eignet sich der Conga Stick vor allem für das Spielen auf Congas, doch auch Bongos oder andere Handtrommeln lassen sich damit bedienen. An seinem Holzgriff ist ein ledernes Polster angebracht, mit dem sich Slaps und Open Tones realisieren lassen, die jedoch nicht ganz so weich ausfallen, wie mit der Hand und entsprechender Schlagtechnik gespielt. Für Bassschläge sind sie nicht geeignet. Der Conga Stick erinnert stark an das gleichnamige Modell aus dem Hause Regal Tip, was die Vermutung nahelegt, dass er auch dort gefertigt wird.

  • Bezeichnung: SB125 Conga Stick
  • Herkunftsland: U.S.A.
  • Material: Hickory, Leder
  • Durchmesser: 16 mm
  • Länge: 30,1 cm
  • Gewicht: 96,2 g

Vintage Wire Brush

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die dünnen Vintage Wire Brushes anfangs schon, wenn man sonst dickere, gummiummantelte Besen gewöhnt ist. Die Drähte der Besen fühlen sich an wie die der Classic Brushes von Regal Tip, die ich zum Vergleich vorliegen habe, sind also relativ weich und klanglich sehr universell einsetzbar. Sie sind zudem einziehbar und in der Fächerbreite variabel einzustellen, was zwar recht schwergängig funktioniert, dafür aber nicht zum eigenmächtigen Verstellen während des Spielens führt. Wegen der Alugriffe sind versehentliche oder absichtliche Schläge auf die Spannreifen deutlich vernehmbar.

  • Bezeichnung: SB308 Vintage Wire Brush
  • Herkunftsland: U.S.A.
  • Material: Aluminium, Stahldraht
  • Durchmesser Griff: 11 mm
  • Länge: 34,5 cm
  • Maximale Fächerbreite: 9,5 cm
  • Gewicht: 46,9/ 46,9 g

Switch Stick 5A

Als Hybrid aus Mallet und Drumstick ist der Switch Stick dafür ausgelegt, beim Spielen schnell von weichen Filzsounds auf reguläre Stöcke zu wechseln. Etwas Übung im Stockdrehen oder -werfen vorausgesetzt, geht das auch deutlich schneller, als die Sticks zu wechseln. Die Filzkugeln sind weich genug, um geschmeidige Beckenschweller zu spielen und hart genug, um weiche, aber definierte Tomsounds hervorzuholen. Dabei besitzen sie auch erstaunlich viel Rebound, was Doublestroke-Rolls selbst auf Standtoms möglich macht. Anders herum, als 5A Stick gespielt, macht sich der Filzkopf kaum störend bemerkbar – auch weil der Stock etwas länger als ein regulärer 5A ist. Nur die stärkeren Vibrationen fühlen sich anfangs noch ungewohnt an. Der Hybrid-Tip des Hickory-Sticks ist irgendwo zwischen Fass- und Eichelform angelegt und sorgt für einen definierten Beckensound und gute Allroundeigenschaften.

  • Bezeichnung: SB120 Switch Stick 5A
  • Herkunftsland: Deutschland
  • Material: Hickory, Filz
  • Durchmesser: 14,4 mm
  • Länge: 41,3 cm
  • Durchmesser Filzkbeater: 25 mm
  • Tip: Hybrid (eichel-/ fassförmig)
  • Gewicht: 55,8/ 56,3 g

Video

Pro & Contra

  • gute Verarbeitung
  • vielseitige, inspirierende Sounds
  • angemessene Preise

  • keins

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