Test
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02.05.2019

Meinl Stick & Brush Multi-Rods SB200 - SB207 Test

Birke-, Bambus-, Nylon- und Weißbuche-Rods

Aus Knecht Ruprechts Stickbag

In Sachen Schlagzeug- und Percussion-Equipment gibt es beinahe nichts, was Meinl nicht im Portfolio führt. Unter dem Sammelbegriff Stick & Brush finden sich auch die acht verschiedenen Multi-Rod Modelle SB200 bis 207 aus Birke, Bambus, Weißbuche oder Nylon, die uns für diesen Test freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

Rods sind eine interessante Erweiterung für die Stocktasche, da sie quasi die Schnittmenge aus Besen und Stöcken darstellen. Besonders in akustisch gespielter Musik sind Rods beliebt, da sie vom Spielgefühl her nahe an reguläre Sticks heran reichen, dabei jedoch deutlich dezenter als Sticks und wiederum definierter als Besen klingen. Das Beste aus beiden Welten, könnte man sagen. Da Rods jedoch nicht gleich Rods sind, präsentiert Meinl der Trommelwelt gleich acht verschiedene Modelle, die wir für euch probegespielt haben.

Details & Praxis

Los geht die wilde Testfahrt mit den acht Multi-Rod Modellen, die paarweise in einer Plastiktüte mit Papp-Einleger geliefert werden. Neben den zwei Standardmodellen aus Birke und Bambus gibt es noch sechs weitere, mehr oder weniger spezialisierte, Ausführungen, die für mehr Abwechslung sorgen sollen. Hergestellt werden die Rods in Deutschland und lassen in puncto Fertigungsqualität keine Zweifel aufkommen. Die Materialien wurden sorgfältig ausgesucht und verarbeitet und die Paare bezüglich ihres Gewichtes ordentlich „gematcht“. Nur im Falle der Nylon Rods liegt der Gewichtsunterschied bei über zwei Gramm, was sich aber im Spielbetrieb nicht negativ bemerkbar macht.

Im Folgenden habe ich die Modelle für euch näher betrachtet. In den Audiofiles könnt ihr die Ruten mit ganz zurückgezogenem (offen) und mit vorgeschobenem (geschlossen) Gummiring hören.

SB 200 Standard Multi-Rod Birch

Dieser Rod ähnelt stark dem roten Klassiker „Hot Rod“ von Pro Mark, der ebenfalls aus 19 Buchenstäbchen zusammengesetzt ist. Sound und Spielgefühl sind nahezu identisch zum Referenzmodell, wobei der Standard Multi-Rod Birch etwas weniger Rebound erzeugt, dafür aber über zwei verschiebbare Gummiringe verfügt, mit denen Balance und Sound noch variiert werden können. 

Gewicht: 47,6 / 48,4 g

Länge: 41 cm

Durchmesser Griff: ca. 15,5 mm

Stäbe: 3 mm, 19 Stück

SB 201 Standard Multi-Rod Bamboo

Bambus zählt zu den Gräsern, ist härter als Birke und dabei sehr flexibel und widerstandsfähig. Die Standard Multi-Rods Bamboo sind etwas kopflastiger als ihr Birken-Pendant und klingen dadurch minimal satter. Dabei sind sie auch etwas reboundfreudiger, was sie zur günstigeren Alternative zum Standard-Rod aus Buche macht. 

Gewicht: 48,3 / 49,8 g

Länge: 40,5 cm

Durchmesser Griff: ca. 15,5 cm

Stäbe: 3 mm, 19 Stück

SB 202 Flex Multi-Rod Bamboo

Beim Modell Flex Multi-Rod Bamboo wurde auf die Schrumpfschlauch-Versteifung am vorderen Teil der Rods verzichtet, wodurch sie sehr weit geöffnet werden können. Dabei wird der Sound im Vergleich zu den voran genannten Modellen heller, rascheliger und - besentypisch - weniger fokussiert. Als etwas diffus lässt sich das Spielgefühl beschreiben, da die Rods, je weiter sie geöffnet werden, beim Spielen zu vibrieren beginnen und der schwach ausgeprägte Rebound nicht ganz leicht zu kontrollieren ist.

Gewicht: 44,7 / 46,0 g

Länge: 40,5 cm

Durchmesser Griff: ca. 15,5 cm

Stäbe: 3 mm, 19 Stück

SB 203 Light Multi-Rod Bamboo

Dünnere Stäbchen und ein geringerer Gesamtdurchmesser lassen die Light Multi-Rod Bamboo Version deutlich weicher, leiser und delikater klingen. Weit aufgefächert erinnern sie an Nylon Rods, bieten aber etwas mehr Attack. Mit vorgeschobenen Ringen wird ihr Sound etwas kompakter und mittiger. Dank der dünneren Stäbchen vibrieren sie spürbar weniger als ihre dickeren Pendants und besitzen einen kontrollierbareren Rebound. Auch am Cajon machen diese Rods eine gute Figur und entlocken ihm angenehme Snare- und ausreichend satte Bass-Sounds.

Gewicht: 45,9 / 45,9 g

Länge: 38,5 cm

Durchmesser Griff: ca. 15,5 cm

Stäbe: 2 mm, 32 Stück

SB 204 XL Multi-Rod Bamboo

Zuerst fühlen sich die XL Multi-Rods Bamboo zwar wuchtig und träge an, doch dann kommt schnell Freude auf, da sie Snare und Toms angenehm satt und voll klingen lassen. Für filigranes Spiel sind sie weniger geeignet, dafür umso mehr für Balladen mit klanglichem Tiefgang und einem ordentlichen „Pfund“, oder auch das Spielen auf einem Cajon, da sie problemlos imstande sind, aus ihm eine gehörige Portion Bass herauszukitzeln. Ein klitzekleiner Kritikpunkt ist, dass die Griffe nicht gleichmäßig rund sind. Besonders einer der beiden Rods hat einen deutlich ovale Griff-Form, was etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Gewicht: 111,5 / 113,0 g

Länge: 38,5 cm

Durchmesser Griff: ca. 24 mm

Stäbe: 2 mm, 90 Stück

SB 205 Bamboo Brush

Zum Exoten unter den Multi-Rod-Modellen würde ich den Bamboo Brush küren. Als einziger ist er flach und lässt sich anhand der eingeflochtenen Kordel mehr oder weniger auffächern. Zudem ist er der leichteste im Verbund. Auf einem Ride-Becken klingt er erwartungsgemäß federleicht, was jedoch verwundert, ist, dass er aus Snare und Toms deutlich mehr Sound holt, als man ihm zutrauen möchte. Für eine leichte Begleitung ist dieser Rod ideal, da er angenehm leise, dezent und unaufdringlich, dabei aber auch nicht zu dünn klingt.  

Gewicht (einzeln): 42,0 / 42,2 g

Länge: 38,5 cm

Durchmesser Griff: ca. 13,5 cm

Stäbe: 2 mm, 35 Stück

SB 206 Super Flex Multi-Rod

Wenngleich sie auch nicht exotisch sind, so fallen die Super Flex Nylon Rods mit Hickory-Griff dennoch etwas aus der Reihe der Meinl Rods-Familie. Aufgrund des weicheren Materials klingen sie auch weicher und dunkler als der Rest der Testkandidaten und besitzen zudem weniger Rebound. Besonders wer sich eine höhere Haltbarkeit von seinen Rods erhofft, sollte die Nylon-Variante in Betracht ziehen, da das Material mehr harte Schläge wegsteckt als Birke oder Bambus. Auf Dauer fransen Nylonstäbe erfahrungsgemäß jedoch aus, was Attack und Rebound hör- und spürbar reduziert.

Gewicht: 71,3 / 73,6 g

Länge: 41 cm

Durchmesser Griff: 16 mm

Stäbe: 2,5 mm, 34 Stück

SB 207 Heavy Multi-Rod

Als letztes Modell im Ruten-Reigen kommt noch der Heavy Rod auf den Prüfstand. Seine dickeren Stäbe aus Hardwood verleihen ihm mehr Attack und „Stick-Feeling“. Sein Sound ist entsprechend kantiger und durchsetzungsfähiger als der seiner Schwestern und Brüder. Dieser Rod bietet sich besonders dann an, wenn es, im Vergleich zu Drumsticks, etwas leiser, aber auch nicht zu sehr nach Rod klingen soll. Die Schrumpfschlauch-Banderole am vorderen Drittel hält die Vibrationen der Rods im Griff, sodass sie sich gut spielen lassen.

Material: Weißbuche

Gewicht: 59,3 / 59,7 g

Länge: 41 cm

Durchmesser Griff: ca. 16 mm

Stäbe: 5 mm, 7 Stück

Video

Pro & Contra

  • hohe Fertigungsqualität
  • facettenreiche Sounds
  • gutes Spielgefühl
  • SB 203, 204 und 206 gut für Cajon geeignet

  • Griff des SB 204 unrund

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