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Workshop
3
04.11.2016

Bass Wobble

Voice Mode

Für diesen Wobble Bass stelle ich bei „Voice Mode“ „Single“ ein. Im Auswahldialog stehen noch „Layer“ und „Vocoder“ zur Verfügung. Mit der Auswahl „Layer“ könnte man entsprechend einen 2-fach multitimbralen Sound erzeugen (mein Sound Piano Synth ist ein Beispiel dafür). Wird „Vocoder“ gewählt, kann man die Vocoder-Funktion des Synthies nutzen (siehe mein Sound Vocoder).

Timbre-Sektion

Timbre 1 Voice/Pitch

Bei Voice/Pitch nimmt man folgende Einstellungen vor: „Voice Assign“ wird auf „Poly“ gestellt (hier stehen auch die Optionen „Mono“ und „Unison“ zur Verfügung). Der Parameter „Triggermode“ steht nur bei der Auswahl von „Mono“ oder „Unison“ zur Verfügung: Er gibt an, ob die Triggerung von EG und LFO bei jedem Anschlagen der nächsten Note neu ausgelöst werden soll, wenn die vorher gespielte Taste noch gehalten wird (legato). „Unison Detune“ gibt die Stärke der Verstimmung zwischen den Oszillatoren im Unisono-Modus an (in Schritten von 1 Cent), und ist entsprechend nur verfügbar wenn man „Unison“ wählt.

Mit Transpose wird die Tonhöhe des Oszillators eingestellt. Da wir einen Basssound kreieren wollen, stellt diesen Wert bitte auf -24 ein – also schön tief. „Tune“ kann dazu benutzt werden den Sound insgesamt leicht zu verstimmen, das brauchen wir aber für diesen Sound nicht.

„Vibrato Intensity“ gibt den Vibrato-Anteil an, der angewendet wird, wenn das Modulationsrad bewegt wird. Da bei unserem Bass später die LFO-Frequenz darüber geregelt werden soll, und kein Vibrato benötigt wird, stellt ihr diesen Wert auf 0 ein. „Portamento“ gibt die Geschwindigkeit des Portamento-Effekts an. Portamento erzeugt einen gleitenden Übergang der Tonhöhe von einer Note zur nächsten Note. In unserem Fall verzichte ich auf diesen Effekt, und daher stellt diesen Wert bitte auch auf 0.

„Bend Range“ gibt in Halbtonschritten den Umfang der Tonhöhenänderung durch das (Pitch-Rad) an. Ich lasse diesen Wert auf der Voreinstellung von 2 Halbtönen.

Timbre 1 OSC

In dieser Sektion stehen zwei Oszillatoren und ein zusätzlicher Noise-Generator zur Verfügung. Beim OSC 1 wähle ich die Wellenform „Saw“. Außerdem zur Verfügung stehen: „Square“, „Triangle“, „Sinus“, „Vox“, „DWGS“, „Noise“ und „Audio In“. Mit den Parametern „Waveform“ und „Waveform LFO1 Mod. Int.“ können je nach Auswahl der Wellenform unterschiedliche Abwandlungen der Wellenform vorgenommen werden. Für unseren Bass verzichte ich darauf und lasse die Werte auf 0.

Den zweiten Oszillator stelle ich ebenfalls auf „Saw“. Im Gegensatz zum OSC 1 gibt es hier allerdings nur „Saw“, „Square“ und „Triangle“ als Auswahlmöglichkeiten. Die „OSC Modulation“ wird auf „Sync“ eingestellt. Weitere Auswahlmöglichkeiten wären: „Off“, „Ring“ und „RingSync“. Falls ihr euch dafür interessiert, wie die Oszillator-Synchronisation genau funktioniert, findet ihr mehr Infos dazu in unserem Workshop Synthesizer Basics.

„Semitone“ gibt in Halbtonschritten die Verstimmung (Tonhöhenunterschied) relativ zu Oszillator 1 an. Ich belasse diesen Wert auf 0 und nehme die Verstimmung des Oszillators 2 mit „Tune“ vor. Der Wert 63 bedeutet, dass der OSC 2 nun zwei Oktaven höher spielt als der OSC 1. Beim Wert +/-48 würde es sich hingegen um eine Oktave handeln.

Danach folgt der Mixer. Hier können die Oszillatoren gemischt werden. In diesem Beispiel bekommt OSC 1 den Wert 127 und OSC 2 den Wert 80, ist also schon weitaus leiser. Zusätzlich kann weißes Rauschen über „Noise Level“ hinzugemischt werden. Um den Sound etwas „dreckiger“ klingen zu lassen, habe ich mich für den Wert 5 entschieden. Das ist sehr subtil, für mich ist es ein kleiner, aber dennoch deutlicher Unterschied – wem das zu wenig ist der dreht den Level einfach mehr auf.

Timbre 1 Filter

Bei „Type“ kann zwischen -24dB LPF, -12dB LPF, -12dB BPF und -12dB HPF gewählt werden. Für diesen Basssound wähle ich den Filtertyp „-12db LPF“. „Cutoff“ und „Resonanz“ bleiben auf dem Wert 0.

„Filter EG Intensity“ gibt an, wie stark eine zeitabhängige Modulation des Filter EG auf die Grenzfrequenz angewendet wird. Ich stelle diesen Wert auf das Maximum 63. „Keyboard Track“ gibt an, wie die Lage auf der Klaviatur die Grenzfrequenz beeinflusst. Klingt der Sound z.B. bei der Note C4 optimal, höhere Noten jedoch keine Resonanz mehr haben oder zu dumpf klingen, kann das durchs Keyboard Tracking kompensiert werden, so dass die Grenzfrequenz für höhere Noten ansteigt. In meinem Fall erreiche ich das gewünschte Ergebnis, wenn ich diesen Wert auf -25 einstelle.

„Filter EG“ – die sogenannte Filterhüllkurve – wird durch die Werte „Attack Time“, „Decay Time“, „Sustain Level“ und „Release Time“ bestimmt. Also keine Hexerei, sondern eigentlich wie man es gewohnt ist. Hier nutze ich folgende Werte: „AT“ mit dem Wert 97 und „SL“ mit dem Wert 127. „DT“ und „RT“ bleiben auf 0.

„EG Reset“ gibt an, ob der EG für die nächste und die folgenden Noten zurückgesetzt wird oder vom aktuellen Wert aus weiter ausgeführt wird. Durch den Haken bestimme ich, dass die Funktion jedes mal vom Wert 0 beginnt.

Timbre 1 Amp

Das „Level“ stelle ich auf den Maximalwert von 127 – und „Panpot“, die sogenannte Balance, bleibt in der Mitte. „Keyboard Track“ gibt an, wie das Keyboard Tracking die Lautstärke beeinflusst. Ich stelle hier den Wert auf -25. Das heißt Noten die sich unterhalb des Notenwertes C4 befinden, werden zunehmend lauter. „Distortion“, also eine Verzerrung des Signals, wird bei diesem Bass nicht benutzt und bleibt inaktiv.

Die Amplitudenhüllkurve „Amp EG“ wird wie beim „Filter EG“ durch die Werte „Attack Time“, „Decay Time“, „Sustain Level“ und „Release Time“ eingestellt. Hier nutze ich folgende Werte: „AT“ mit dem Wert 0, „DT“ mit dem Wert 70, „SL“ mit dem Wert 127 und „RT“ mit dem Wert 14.

„EG Reset“ gibt an, ob der EG für die nächste und die folgenden Noten zurückgesetzt wird. Wenn eine neue Note gespielt wird, bevor die vorige die Release-Phase erreicht hat, kann die Hüllkurve entweder von Null an beginnen, oder vom aktuellen Wert aus fortfahren. „EG Reset“ wird hier aktiviert.

Timbre 1 LFO

Beim microKORG hat jede Klangfarbe zwei LFOs (Low Frequency Oszillator). Die zyklischen Änderungen, die mit dem LFO erzeugt werden, können verschiedene Aspekte des Sounds modulieren, z. B. Tonhöhe, Filter oder Lautstärke. LFO 1 wird in diesem Beispiel nicht genutzt, dies erkennt man daran das „Frequency“ auf Nullstellung steht.

Schauen wir uns den LFO 2 näher an: Als Wellenform habe ich mich hier für eine Sinuswelle entschieden (als weitere Optionen stehen hier auch „Saw“, „Square 1“, „Square 2“, „Triangle“ und „Sample & Hold“ zur Verfügung). Bei „Keysync“ habe ich „Voice“ gewählt. Das bedeutet wiederum, dass die LFO-Phase bei jedem Note-An-Befehl neu gestartet wird. Hier besteht zusätzlich die Möglichkeit auch „Timbre“ oder „Off“ auszusuchen. Das Tempo wird nicht synchronisiert und bei „Frequency“ stelle ich den Wert 50 ein.

Timbre 1 Virtual Patch

Beim microKORG ist „Virtual Patch“ die Routingmatrix. Hier kann man z.B. einen LFO auf den Cutoff des Filters oder aber das Modulationsrad auf die Filterfrequenz routen. Es gibt jede Menge Parameter, die man hier verknüpfen kann. Da dieser Workshop, auch für diejenigen gedacht ist, die sich noch nicht so gut auskennen, werde ich in den Soundbeispielen nur simple Sachen verketten. Eurer eigenen Kreativität sind natürlich keine Grenzen gesetzt: Wer daran Gefallen findet, weiß dann ja wie das Grundprinzip funktioniert, und kann sich entsprechend austoben!

Bei diesem Wobble Bass habe ich „Virtual Patch1“ dafür genutzt mit dem Modulationsrad die Filterfrequenz zu regeln. Sprich: wenn man am Modulationsrad dreht, ändert sich die Wobblegeschwindigkeit – eben die Frequenz des LFO 2. „Mod Int“ gibt die Stärke des Effektes an. Hier funktioniert ein Wert von 20 super.

„Virtual Patch 2“ nutze ich um den eigentlichen Wobble zu generieren. Daher route ich den „LFO 2“ auf den „Cutoff“ des zuvor eingestellten Filters. „Mod Int.“ wird auf den Wert 63 gestellt. Der LFO regelt jetzt mit seiner Frequenz den des Cutoffs – und das Resultat ist der gewünschte Wobble, weil die Frequenz nun periodisch zu- und abnimmt. Die beiden anderen Patches sind auf dem Standardwert und jeweils in Nullstellung. So haben sie keinen Einfluss auf den Sound.

Effect-Sektion

Der Bereich Effekte gliedert sich in 3 Module: MOD-FX, Delay und EQ. Diese Werte sind bei der Standardeinstellung (Shift + 3 = neuer Standardsound) genau so wie man sie hier vorfindet. Sprich ich habe bei diesem Sound auf Effekte verzichtet. Dennoch gehe ich kurz darauf ein was man hier machen kann.

Effect MOD-FX

Bei „Mod-FX“ kann man sich einen der folgenden Effekte aussuchen: Flanger/Chorus, Ensemble oder Phaser. Bei „LFO Speed“ kann die Geschwindigkeit des Modulationseffektes eingestellt werden. „Effect Depth“ gibt die Stärke des Effektes an. Je mehr man hier rein dreht, desto stärker ist der Effekt zu hören.

Effect Delay

Bei diesem Modul wählt man einen von drei verschiedenen Delay-Typen aus. Dabei stehen „Stereo-Delay“, „Cross Delay“und ein „L/R Delay“ zur Verfügung. Dieser Effekt kann synchronisiert werden oder frei über den Regler „Delay Time“ angepasst werden. „Delay Depth“ gibt wiederum an, wie stark der Effekt dem Signal zugemischt wird.

Effect EQ

Hier steht euch eine zweibandige Klangregelung zur Verfügung, die ihr mit +/- 12 dB verstärken oder abschwächen könnt. Die Frequenz im Lo-Band kann von 40 Hz bis 1 kHz und im Hi-Band von 1 kHz bis 18 kHz eingestellt werden.

Download

Auf jeder einzelnen Soundseite könnt ihr an dieser Stelle alle gezeigten Sounds für den microKORG herunterladen.

Audiobeispiele

Gehört zu dieser Serie

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