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Workshop
3
23.07.2013

SEQUENCER

Im vorigen Kapitel sind Setups besprochen worden, bei denen kein Computer im Spiel war. In Studio-Setups ist das ganz anders, außerdem gibt es dort ganz andere Anforderungen. MIDI-Daten werden von einem Sequencer aufgezeichnet, zudem kommen auch schnell ganz andere Geräte ins Spiel, etwa Controller für die DAW und Audio-Effektgeräte.

Nun müssen MIDI-Daten in den Rechner hinein und wieder heraus. Weil der letzte Computer, der MIDI serienmäßig mit an Bord hatte, seit Jahrzehnten außer Dienst gestellt ist, müssen so genannte MIDI-Interfaces her. Diese Schnittstellen arbeiten in vielen Fällen mit USB, manchmal ist diese Konvertierungsfunktion auch bei Audio-Interfaces direkt integriert. Separate Thru-Buchsen fehlen hier, weil eine derartige Funktion von der entsprechenden Software bereitgestellt wird: Sendet ein MIDI-Keyboard über den MIDI-In eines Interfaces, dann macht das Sequencerprogramm das Monitoring und schickt im record-ready geschalteten Track die eingehenden Daten an den eingestellten Ausgang mit dem gewünschten Kanal (Auch in diesem Falle ist der Local Off wieder sehr nützlich, denn sonst hat man "doppeltes" Monitoring).

Will man mehrere Geräte anschließen, lässt sich ausgangsseitig eine Daisy-Chain aufbauen, komfortabler ist aber die Nutzung eines Multi-Port-Interfaces, welches – das lässt der Name sicher schon vermuten – mit mehreren Ein- und Ausgängen daherkommt. Beliebte Kombinationen sind 2 x 4 (Eingänge mal Ausgänge) und 8 x 8, Jäger und Sammler von MIDI-Equipment können sogar mehrere Interfaces kaskadieren. Viele Ein- und Ausgänge klingen nach heillosem Chaos, doch lassen sich in den Betriebssystemen und Audioprogrammen die Namen der angeschlossenen Geräte vergeben – das macht man einmal, und gut ist. Eingangsseitig ist die Welt sogar noch einfacher, denn in der Default-Einstellung nehmen Sequencerprogramme immer alle eingehenden MIDI-Daten auf. Woher die kommen und was für eine Kanalnummer sie haben, ist dann erst einmal schnuppe.

Vielleicht habt ihr aber schon einmal eine große Konkurrenz zu der Kombination MIDI-Keyboard und USB-MIDI-Interface gesehen oder benutzt. Dahinter steckt eigentlich kein wirklich anderes System, es werden nur die MIDI-Daten direkt im Keyboard für den USB "versandfertig" gemacht, es gibt ein Protokoll, das "MIDI-over-USB" heisst. Die Vorteile liegen besonders bei Einspielkeyboards auf der Hand: Man benötigt ausschließlich ein MID-Kabel. Sogar die notwendige Spannungsversorgung des Keyboards erfolgt über den Bus.

Die MIDI-Daten eines Keyboards können natürlich auch zum Ansteuern von Software-Instrumenten genutzt werden. Ausserdem lassen sich Control-Surfaces zu Steuerung verschiedenster Funktionen eines Audioprogramms nutzen: Hardware-Fader können ihre Software-Pendants fernsteuern (und umgekehrt), Taster Mute, Solo, Play, Record, Rewind, Channel Select, Aux Pre/Post bewirken; die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Manche dieser Hardware-Geräte muss man nur verkabeln und als Template im Sequencer auswählen. Was da genau vor sich geht und wie man beispielsweise die manchmal vorhandenen Mini-Fader und Drehregler an einem USB-Einspielkeyboard für derartige Zwecke benutzen kann, wird in einem späteren Feature erklärt. Mit dem gleichen Prinzip ist es übrigens möglich, Soundparameter oder Einstellungen von Effektgeräten zu verändern.

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