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Test
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28.06.2012

Miditech Garagekey Test

Keyboard mit USB-Tastatur

"Ich hol' schon mal die Tastatur aus der Keyboardgarage, Schatz"

Miditech Garagekey vereint Keyboard und Tastatur. Dabei sind Computer-Keyboard und Einspiel-Tastatur direkte Konkurrenten auf dem Schreibtisch eines musikmachenden Computernutzers, denn beide möchten den zentralen Logenplatz für sich beanspruchen. Zwar gibt es hinreichend viele Klein- und Kleinstlösungen, doch so manch einer gibt sich mit Tasten in Molekulargröße, aufrollbaren Folientastaturen oder sonstigen Kompromissen nicht zufrieden. Stöbert man durch die Angebote an kompakten Keyboards mit Normtasten, wird man früher oder später unweigerlich auch auf das Miditech Garagekey stoßen.

Schon klar: Die "Garage" hat den Weg in die Produktbezeichnung gefunden, da das Gerät die meisten gängigen Computer-Tastaturen unter ihre Fittiche nehmen kann. Die UVP des USB-Keyboards liegt bei dünnen 79 Euro, allerdings muss auf jeglichen Tinnef komplett verzichtet werden: Das kleine Gerät kann eigentlich so gut wie nichts – außer 37 Tasten bereitzustellen. Doch genau diese Essenz ist es ja möglicherweise, die den Anforderungen des einen oder anderen Users entspricht. 

DETAILS

Üblicherweise liest man bei bonedo.de an dieser Stelle, was ein Gerät oder eine Software so alles bietet. Ein wenig Abwechslung tut bekanntlich gut, daher folgt hier zunächst ein kleiner Einblick in das, was das Miditech Garagekey eben nicht bietet. Ihr ahnt schon: Der begutachtende Spaziergang des Blickes um das Gerät herum ist fast schneller vorbei, als er begonnen hat. Außer den 37 Tasten für drei Oktaven – beginnend und endend mit F – findet man auf der Oberfläche sonst genau gar nichts, was sich drücken, drehen, schieben, antippen oder sonstwie regeln ließe. Pitch-Bend- und Modulation-Wheels, MIDI-Channel- oder Program-Change-Buttons sind allesamt der Einfachheit geopfert worden – mit einer Selbstverständlichkeit, wie man sie z.B. auch bei Apple-Produkten bisweilen beobachten kann ("Wo ist denn bei meinem neuen Mac die Netzwerkbuchse? Ach, einfach wegrationalisiert?"). 

Auf der Rückseite des Plastikinstruments werde ich dann aber doch fündig, denn der einzige Anschluss des Garagekey – eine USB-B-Buchse, die MIDI-Daten überträgt und zugleich die zum Betrieb notwendigen 100 mA Strom bereitstellt – ist eingerahmt von zwei Buttons: Octave Up und Octave Down. Mit deren Hilfe lassen sich die Werte der versendeten MIDI-Notennummern um zwölf nach oben oder unten rücken – bei Bedarf auch mehrmals. Ein simultaner Druck auf beide Tasten setzt die Klaviatur zurück – das mittlere C ist dann C3 und übermittelt wie im GM-Standard üblich die Notennummer 60. Eine chromatische Transponierung ist leider nicht möglich, doch können vernünftige DAWs das auch softwareseitig erledigen. 

Dass auf eine herkömmliche MIDI-Schnittstelle verzichtet wird, ist bei preiswerteren Einspielkeyboards heute der Normalfall und auch verständlich. Schließlich müsste dann auch noch eine separate Stromversorgung her. Etwas schade ist aber, dass auch kein Pedalanschluss vorhanden ist. Zwar wird man keine Klavierkonzerte auf dem Garagekey spielen wollen (und können), doch gibt es schließlich auch weitere Anwendungsgebiete: So lassen sich etwa in einigen Programmen Key-Commands durch den Switch-Controller steuern. Ich lege mir beispielsweise gerne Toggle Play/Stop meines Sequenzers auf ein Pedal.

Mein interner Fragezeichengenerator lief übrigens kurz auf Hochtouren: Das mitgelieferte Manual des "Miditech Garagekey" ist mit "Midiplus F37" bezeichnet, die Homepage hat eine taiwanesische Top-Level-Domain. Im globalen Dorf gibt es eben so manche Kreuzung.

Pro & Contra

  • kompakt trotz Full-Size-Tasten
  • preiswert
  • nettes Design

  • Spielgefühl
  • Standfestigkeit
  • minimale Ausstattung
  • kein Pedalanschluss

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