Test
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13.06.2017

Millenium HA4 Test

Vierkanaliger Kopfhörerverstärker

Günstiger Sound für acht Ohren

Was hat acht Ohren und sieht hoch konzentriert aus? Natürlich! Eine vierköpfige Band beim Aufnehmen. Und damit sich die Musiker auch wirklich auf ihre Performance konzentrieren können, brauchen sie ein sauberes Kopfhörersignal, über das sie sich selbst und den Rest der Truppe bzw. ein Playback gut hören können. Der Millenium HA4 Kopfhörerverstärker könnte mit seinen vier Stereo-Kanälen eine gute Wahl für eine solche Aufgabe sein. Mit einem Straßenpreis, der unterhalb von 30 Euro liegt, ist der HA4 recht günstig zu haben. Im Review werden wir sehen, ob Klang und Verarbeitung ebenfalls in Ordnung gehen.

Details

Robustes Gehäuse

Das metallene Gehäuse des Millenium HA4 ist mit Maßen von 12,9 cm x 8,3 cm x 3,0 cm nur etwas größer als die Hülle einer guten alten Musikkassette und wirkt absolut robust. An den Seiten sind zwei Gummi-Manschetten angebracht, die dafür sorgen, dass das kleine Kästchen auf einer Tischplatte nicht allzu leicht verrutscht, wobei diese nicht am Gehäuse fixiert sind, sondern abgenommen werden können. Mir persönlich fällt kein Szenario ein, in dem das einen Vorteil bieten könnte, und wer ganz sicher gehen will, dass die Seitenteile beim mobilen Einsatz nicht verloren gehen, der kann sich mit ein paar Tupfern Sekundenkleber um eine kleine Sorge erleichtern.

Grundsätzlich ist der HA4 als reiner Kopfhörerverstärker ein recht einfach gestricktes Stück Technik, die Bedienung ist dementsprechend vollständig selbsterklärend. Die vier Potis auf der Oberseite, über die man die Lautstärke der zugehörigen Kanäle regelt, bieten einen überraschend angenehmen Drehwiderstand. Kein Wackeln, kein Eiern und kein Knirschen – für diese Preisklasse ist das nicht unbedingt selbstverständlich. Was allerdings ein wenig verwundert, ist ein leichter Rasterpunkt in Mittelstellung der Potis, wie man ihn eigentlich vom Panorama-Regler eines Mischpults her kennt. Einen Sinn hat das sanfte Einrasten ganz sicher nicht, und es wirkt so, als hätte man sich beim Entwurf in der Nummer eines Bauteils geirrt. Man weiß es nicht! Wirklich gut zu wissen ist dagegen, dass der Hersteller drei Jahre Garantie auf den HA4 bietet.

Bei den Poti-Kappen gibt es offenbar (sehr) leichte Fertigungstoleranzen. Zumindest im Fall des Testgeräts schauen die kleinen weißen Markierungen bei Links- oder Rechtsanschlag (oder auch wie auf den Fotos in Mittelstellung) aller Regler nicht immer vollständig in die gleiche Richtung. Die Abweichungen sind aber so gering, dass es meiner Meinung nach pedantisch wäre, dies zu einem ernsthaften Kritikpunkt aufzublasen.

Fünf Klinkenbuchsen und kein Netzschalter

Die Anschlüsse für den Eingang und die vier Kopfhörer befinden sich in Form von 6,3er Stereo-Klinkenbuchsen auf der Stirnseite des HA4. Klinkenstecker rasten hier sauber ein und bleiben an ihrem Platz. Wenn man vorhat, den kleinen Kopfhörerverstärker mit den Line-Ausgängen eines Audio-Interfaces oder Mischpults zu verbinden, dann sollte man bedenken, dass es sich bei diesen meist um Mono-Schnittstellen handelt. Da der HA4 dagegen ein Stereo-Signal auf einem dreipoligen Stecker erwartet, macht es also Sinn, ein entsprechendes Y-Kabel gleich mitzubestellen.

Auf der Rückseite des Gehäuses sitzt der Anschluss für das enthaltene 12V-Netzteil. Einen zugehörigen Netzschalter sucht man dagegen – wie bei vielen anderen Geräten dieser Art – vergebens. Zum Ausschalten des HA4 muss man also das Netzteil ziehen oder aber eine schaltbare Steckdosenleiste verwenden. Ich persönlich würde liebend gerne 50 Cent mehr für einen solchen Kopfhörerverstärker bezahlen, wenn er mit einem entsprechenden Schalter ausgestattet wäre.

Pro & Contra

  • ausgesprochen hohe Verstärkerleistung
  • geringe Verzerrungen
  • Rauschen ist kein Thema
  • grundsätzlich solide Verarbeitung

  • Schwächen im Tiefbass
  • unausgeglichener Regelweg der Potis
  • unnötiger leichter Rasterpunkt in Mittelstellung der Potis
  • kein Netzschalter
  • potenzieller Membran-Killer

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