Test
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14.09.2020

Millenium PD-223 Pro Series Direct Drive Doppelfußmaschine Test

Fußmaschine mit Direktantrieb

Direkt Pro?!

Die Millenium PD-223 Pro gehört zu den Bestsellern im Schlagzeugsortiment des Musikhauses Thomann. Das verwundert kaum, liefert die 2016 vorgestellte Doppelfußmaschine doch nahezu alle Ausstattungsmerkmale professioneller Pedale zum Schnäppchenpreis. Besondere Anziehungskraft speziell auf Fans hoher Geschwindigkeiten dürfte der verbaute Direktantrieb haben. Statt einer Kette oder eines Bandes kommt hier eine einteilige Aluminiumverbindung zum Einsatz, welche im Idealfall zu einer sehr direkten Synchronisation zwischen Trittplatte und Beater beiträgt.   

Der Clou unseres Testobjekts ist jedoch sein Preis. Wo bekannte Marken Preise zwischen 350 und über 1000 Euro für ihre hochgezüchteten Pedale verlangen, zahlt der preisbewusste Millenium-Käufer nicht einmal 130. Da fallen einem natürlich gleich Sprüche wie „Wer billig kauft, kauft zweimal“ ein. Ob das zutrifft oder man der PD-223 Pro damit Unrecht tut, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details & Praxis

Die Millenium PD-223 Pro bietet viele Justiermöglichkeiten

Schon beim Auspacken der Teile wird klar, dass der günstige Preis der Testmaschine nicht durch den Verzicht auf Features erreicht wurde. Beide Pedalseiten operieren auf großzügig dimensionierten, knallroten Bodenplatten, welche in puncto Farbgebung ganz offensichtlich von den bekannten Modellen amerikanischer Herkunft inspiriert sind. Beide Rahmen besitzen zwei Säulen, Querstreben unterhalb der Achsen sollen zusätzliche Stabilität gewährleisten. Auf den Achsen selbst sitzen die Umlenkrollen, statt von Ketten werden sie jedoch von Zugstangen aus Aluminium bewegt. Diese Zugstangen stellen übrigens den einzigen Unterschied zum kettengetriebenen Schwestermodell namens PD-222 Pro dar.

Neben den Umlenkrollen sind die Halterungen der Beater angebracht, welche mithilfe von jeweils zwei Vierkantschrauben in Position gehalten werden. Mit einer weiteren lässt sich der Beaterwinkel stufenlos und unabhängig vom Trittplattenwinkel justieren. Damit erschöpfen sich die Einstellmöglichkeiten aber noch nicht, denn die genauere Untersuchung der Cam zeigt, dass sich diese verschieben läßt, was zu unterschiedlichen Antrittscharakteristika der Maschine führen soll. Die Slave-Seite überträgt die Kraft über eine Welle eher einfacher Bauart, die Gelenke weisen jedoch nur sehr geringes Spiel auf. Doppelseitige Beater mit Filz- und Kunststoffseite sorgen für Soundalternativen. Dass die Federspannung per Vierkantschraube gegen Verstellen gesichert werden kann und die Fixierung des Pedals am Spannreifen bequem von der Seite erfolgt, rundet den Eindruck einer durchaus üppig ausgestatteten Doppelfußmaschine ab. Und wie spielt sich das Teil nun?

Die Millenium PD-223 Pro spielt sich prima

Schon das Einstellen der Maschine geht schnell und angenehm vonstatten. Alle Schrauben laufen weich und hakelfrei, mein bevorzugtes Setup habe ich schnell gefunden. Erste Schläge zeigen, dass sich das Pedal zwar sehr direkt, aber noch ausreichend organisch spielt. Hier wurde ein sehr guter Kompromiss aus Antritt und Abrolleigenschaften gefunden, welcher sich anhand der Cam-Verstellung noch in Richtung der persönlichen Vorlieben tunen läßt. Schiebt man sie ganz nach vorne, entsteht ein subjektiv schnelleres, progressives Spielgefühl. Weiter hinten fixiert, wirkt die Ansprache klassischer, mit gleichmäßigerer Kraftverteilung. Neben dem geräuschlosen Lauf gefällt mir besonders gut, dass auch das Slavepedal – moderate Knickwinkel vorausgesetzt – kaum langsamer ist als die Hauptseite. Die großen Bodenplatten mögen zwar in sehr engen Setups etwas stören, gewährleisten aber einen sehr stabilen Stand und damit geringe Energieverluste.

Fazit

Dass ein voll ausgestattetes, direktgetriebenes Doppelpedal nicht teuer sein muss, zeigt das Musikhaus Thomann mit der Millenium PD-223 Pro. Für knappe 130 Euro gibt es hier ein schnelles, geräuscharm laufendes und solide verarbeitetes Werkzeug, mit dem sich nicht nur Einsteiger anfreunden können. Neben den Standard-Justiermöglichkeiten ist sogar eine mit wenigen Handgriffen umsetzbare Anpassung der Antrittscharakteristik möglich. Natürlich bieten die Oberklassemodelle der Markenhersteller eine insgesamt ausgefeiltere Konstruktion und eine höhere Lebensdauer im harten Dauereinsatz, dafür müsst ihr aber auch deutlich tiefer in die Tasche greifen. Insgesamt hat sich die PD-223 Pro ihre Viereinhalb-Sterne-Bewertung jedenfalls redlich verdient. 

  • Pro
  • sehr gute Laufeigenschaften
  • saubere Verarbeitung
  • vielfältige Justiermöglichkeiten
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Contra
  • keins
  • Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Millenium (Thomann)
  • Bezeichnung: PD-223 Pro Series
  • Antrieb: Direktantrieb
  • Bodenplatte: ja
  • Fersenteil/Trittplattenverbindung: Steckachse
  • Trittplattenwinkel verstellbar: ja
  • Schlägelwinkel verstellbar: ja
  • Art des Schlägels/Beaters: doppelseitige Beater (Filz/Kunststoff)
  • Befestigung am Spannreifen: seitlich
  • Tasche/Case im Lieferumfang: nein
  • Zubehör: Bedienungsanleitung, Anleitung, Stimmschlüssel
  • Besonderheiten: verstellbare Antriebscharakteristik durch verschiebbare Cam
  • Herstellungsland: Taiwan
  • Preis (Verkaufspreis September 2020): 126,00 Euro
Veröffentlicht am 14.09.2020

Pro & Contra

  • sehr gute Laufeigenschaften
  • saubere Verarbeitung
  • vielfältige Justiermöglichkeiten
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • keins

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