Software
Test
10
13.05.2019

Praxis

Kompatibilität und Installation

Das Plugin ist in den Formaten VST und AU für die Betriebssysteme macOS und Windows erhältlich. Der Hersteller bietet eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie an, eine gesonderte Testversion gibt es nicht. Nach dem Kauf auf der Herstellerwebsite erhält man die Lizenznummer (hier VIP-Code genannt) und den Downloadlink per Mail. Das Tool benötigt im Übrigen nur 10 MB Speicherplatz – löblich! Nach einem gewöhnlichen Installationsvorgang und dem Start der DAW kann es dann auch schon losgehen!

Verschiedene Anwendungsbeispiele

Es gibt verschiedene Kontexte, bei denen das Tool behilflich sein kann, wie beispielsweise bei Vocal-Recording-Sessions. Für gewöhnlich exportiere ich meine Arrangements vor der Aufnahme und importiere die Audiodatei ein neues Projekt. Damit spare ich Rechenleistung bei der Aufnahme und kann den Audio-Buffer herunterschrauben. Dann gilt es, den Grundton herauszufinden, wenn er vorher nicht notiert oder integriert wurde. Natürlich kann das auch nach Gehör am Keyboard passieren. Dieser Vorgang dauert zwar nicht allzu lange, unterbricht aber unter Umständen kurzzeitig die Aufnahme. Mit dem Plugin geht das Ganze dann schon einfacher und schneller, da der Song automatisch analysiert wird.

Natürlich müssen nicht unbedingt immer ganze Songs analysiert werden. Wer beispielsweise mit vorgefertigten Samples mit unbekanntem Grundton arbeitet, kann diese mithilfe des Tools analysieren und beim Arrangieren dann alle weiteren Instrumente in der passenden Tonart einspielen. Welches Signal am Input anliegt, ist dem Plugin sozusagen egal. Es ist sogar möglich, Drums analysieren zu lassen, beispielsweise wenn sie nachträglich gestimmt werden sollen. Das macht nicht nur bei einem Akustik-Drum-Kit Sinn, sondern eigentlich in jeder Produktion, in der Synthi-Drums oder auch Drumsamples verwendet werden. Das wusste zum Beispiel schon der gute alte Prince, bei dem die Drum-Machine-Sounds passend zum Key gestimmt wurden.

Pitch-Correction-Tools à la Antares Autotune sind in Vocaltracks heutiger Musikproduktionen nicht mehr wegzudenken. Doch auch die schickste Technik nutzt wenig, wenn man den Key nicht korrekt einstellt. Bei einigen Autotune-Versionen sind zusätzliche Key-Detection-Tools an Bord, mit denen die Vocal-Tracks analysiert werden können. Wer jedoch mit anderen Tools die Tonhöhen der Gesangsspuren korrigiert, dem kann die Mixed-In-Key-Studio-Edition eine große Hilfe sein. Dank des Algorithmus können nämlich auch Acappella-Versionen analysiert werden, sodass auch das Arrangement von Remixproduktionen passend zum Key gestaltet werden kann. Überrascht hat mich, dass das Plugin selbst bei unbearbeiteten Vocal-Tracks noch korrekte Ergebnisse abliefert. Richtig abgerundet wäre das Ganze allerdings, wenn man den Key nach der Analyse akzeptieren könnte und der Algorithmus daraufhin falsch intonierte Töne analysieren würde. Vielleicht ist das aber auch etwas zu viel verlangt für das kleine, preisgünstige Plugin. Zudem gibt es ja bereits genügend Helferlein, die das zumindest bei Soloinstrumenten und Vocals schon können, Celemony Melodyne zum Beispiel.

Unkomplizierte Bedienung, präzise Ergebnisse!

Die Bedienung ist wirklich einfach: Das Plugin wird lediglich in den zu analysierenden Kanal geladen. Dabei kann es sich um eine beliebige Audio- oder MIDI-Spur handeln (Kanal, Subgruppe, Bus oder Master), in die sich Audio-Plugins laden lassen. Im oberen Drittel der Bedienoberfläche werden Grundton (beispielsweise „C“) und Tongeschlecht (beispielsweise „Moll“) dargestellt. Direkt darunter werden die aktuell erkannten Noten in Form von Balken visualisiert, welche je nach Häufigkeit in ihrer Größe variieren. Die Notenansicht lässt sich umschalten, sodass die Noten nach Tonart aufgesplittet und ihrem Pendant gegenüber dargestellt werden.

Wie eingangs erwähnt, kann die Ansicht der Tonart auf Flat, Sharp oder Camelot geändert werden. Je nachdem, ob man nach dem Quintenzirkel mit Sharp- bzw. Flat-Variante oder aber mit dem numerischen Camelot-Wheel arbeitet. Den Rest, also die eigentliche Analyse, erledigt das Plugin. Diese kann bei Bedarf auch pausiert werden, beispielsweise um Ressourcen zu sparen. Das ist allerdings nicht zwingend notwendig, da der Vorgang wirklich sparsam im Rechenbedarf ist. Selbst bei mehreren Instanzen ist kein Anstieg des CPU-Verbrauchs zu verzeichnen. So lassen sich viele Tracks gleichzeitig analysieren.

Ich habe das Plugin sowohl mit bekannten Songs als auch mit Eigenproduktionen getestet. Das Tool ist wirklich sehr zuverlässig und zeigte mir im Test jedes Mal die korrekte Tonart an – wirklich lobenswert! Wie wahrscheinlich es ist, dass die richtige Tonart erkannt wurde, wird in Prozent angegeben. Praktisch ist zudem, dass auch immer die parallele Tonart dargestellt wird. Im Video könnt ihr sehen, wie einfach das Plugin in der Handhabung ist.

Pro & Contra

  • automatische Analyse der Tonart
  • simple Bedienung
  • präzise Ergebnisse
  • Darstellung in Flat, Sharp oder Camelot
  • sehr geringer Ressourcenverbrauch
  • fairer Preis

  • kein Contra

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