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Test
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21.07.2018

Mod Devices Mod Duo Modular Pedal Test

Multieffektpedal

Effekt-Vielkönner

Hinter dem Mod Duo von Mod Devices verbirgt sich ein Multieffektpedal des noch recht jungen Berliner Unternehmens. Unseren Kandidaten allerdings als reines Multieffektpedal zu bezeichnen, würde den vielen Funktionen des Gerätes nicht ganz gerecht werden. Denn in dem zunächst recht schlicht wirkenden Pedal werkelt ein Prozessor, der laut Hersteller in der Lage ist, die unterschiedlichsten Konfigurationen zu verwirklichen.

Derzeitig steht dafür eine Kollektion von 500 Audio- und Midi-Plugins zur Verfügung.

Neben vielen Effektpedalen lassen sich dabei auch Amps, Synths und weitere Tasteninstrumente anwählen, die nach eigenem Belieben miteinander kombiniert und in unendlich vielen Pedalboard-Setups für den Bühneneinsatz abgespeichert werden können. Die Software des Mod Duo arbeitet dabei auf Open-Source-Basis und ist damit offen für alle Entwickler. Das klingt ohne Frage sehr interessant!

Wir haben das Mod Duo für euch genauer unter die Lupe genommen.

Details

Hintergründe/Entstehungsgeschichte:

Die Idee zum Mod Duo kam dem brasilianischen Gitarristen Gianfranco Ceccolini, der sich ein Multieffektpedal wünschte, das je nach Bedarf und musikalischer Situation immer wieder erweitert werden kann und dem Spieler quasi eine Unmenge an kreativen Möglichkeiten bietet. Dabei sollte es im Livekontext auch ohne eine zusätzliche Rechneranbindung funktionieren. Im Oktober 2014 startete man eine Kickstarter-Kampagne, die erfolgreich verlief, und knapp ein Jahr später wurde der Produktionsstandort nach Berlin verlegt. Im Januar 2017 konnte man dann das Mod Duo zum ersten Mal auf der NAMM bewundern. Seitdem wurde das Pedal stetig fortentwickelt. So hat der Hersteller beispielsweise mit dem Mod Duo X eine noch leistungsstärkere Variante angekündigt, die besonders Akteure im Bereich der elektronischen Musik ansprechen soll. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern auf dem Pedalmarkt wird das Mod Duo nicht nur in Berlin designt und entwickelt, sondern auch dort produziert.

Design/Zubehör:

Das Mod Duo kommt in einer Verpackung, die auf schlichten Style setzt. Dieser Eindruck setzt sich bei der ersten Begutachtung des Gerätes fort. Das Pedal zeigt sich dabei in einem sehr stabil wirkenden Metallgehäuse und bringt 1,2 kg auf die Waage. Im Lieferumfang befindet sich neben dem Pedal ein 12V-Netzteil, ein USB-Kabel für die Rechneranbindung und eine kurze Anleitung mit den wichtigsten Infos zum schnellen Einstieg. Zum Test hat uns der Hersteller neben dem Pedal auch die zusätzliche Fußschaltereinheit zur Verfügung gestellt, die aktuell noch einmal 159 Euro extra kostet.

Anschlüsse:

Für Stereoanwendungen befinden sich die beiden Klinken-Eingänge des Pedals auf der rechten Seite, die darüber hinaus auch völlig unabhängig voneinander genutzt und auch mit einem Mikrofonsignal bestückt werden können. Auf der linken Seite ist neben den beiden Ausgängen ein Kopfhöreranschluss untergebracht. Alle restlichen Anschlüsse gibt es an der Stirnseite zu entdecken. Hier befindet sich neben dem Netzteilanschluss auch ein USB-Host-Port für verschiedene Anwendungen und ein weiterer USB-Port für die Rechneranbindung, außerdem ein MIDI-In- und -Out-Anschluss sowie einen Control-Chain-Port. Über Letzteren kann das schon erwähnte zusätzliche Fußpedal angeschlossen werden. Die MIDI-Anbindung erlaubt beispielsweise das Einbinden von MIDI-fähigen Tasteninstrumenten. Der USB-Host-Port kann außerdem mit weiteren MIDI-Geräten, Game-Controllern oder auch einem Blue-Tooth-Dongle für eine Tablet-Verbindung bestückt werden. Der Hersteller empfiehlt hier, für noch mehr Erweiterungsmöglichkeiten einen USB-Hub zum Einsatz zu bringen. Hier wird also eine Menge geboten, was den kreativen Nutzwert des Geräts vorab unterstreicht.

Bedienelemente und Funktionen:

Wie bereits angedeutet, gibt sich die Oberseite des Pedals für ein Multieffektgerät äußerst schlicht und spartanisch. Nur zwei Push-Potis zum Anwählen verschiedener Parameter und zwei Fußschalter zur Aktivierung von zwei vorab konfigurierten virtuellen Pedalen stehen hier zur Verfügung. Diese arbeiten dabei leichtgängig und machen einen wertigen Eindruck. Mithilfe eines mittig platzierten Bügels werden die Potis außerdem vor versehentlichen Fußtritten geschützt. Zwei Displays oberhalb der Potis informieren über die momentan gewählte Einstellung.

Rechneranbindung/Software:

Bevor man das Mod Duo mit auf die Bühne nimmt, können am Rechner eigene virtuelle Pedalboards mit verschiedenen Simulationen kreiert und gespeichert werden. Im Gegensatz zu anderen aktuellen Effektpedalen, die per Rechneranbindung konfiguriert werden können, muss beim Mod Duo keine weitere Software installiert werden, da das Interface ganz einfach über den Browser des Rechners geladen wird. Der Hersteller empfiehlt hier übrigens Google Chrome. Wie die Konfiguration eines Pedals vonstatten geht, wollen wir uns dann gleich genauer im folgenden Praxisteil anschauen.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr hochwertige Verarbeitung
  • viele Nutzungsmöglichkeiten - großes kreatives Potential
  • vielfältige Anschlüsse
  • Software ohne zusätzliche Installation nutzbar

  • eingeschränkte Nutzbarkeit ohne zusätzliche Kontrolleinheit
  • Editierung von Parametern am Pedal etwas umständlich
  • stellenweise Schwankungen in der Klangqualität einzelner Plugins

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