Gitarre Hersteller_Mooer
Test
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17.03.2020

Praxis

Für den Praxistest kommt eine PRS-Style-Gitarre im Singlecoil-Betrieb vor einem clean eingestellten Amp zum Einsatz.

Mooer D7

Wir beginnen mit dem Tape-Delay-Modus. Mit dem TWEAK.1-Poti lässt sich hier der typische Klangverlust in den Wiederholungen eines alten Bandechos simulieren. Leider tut das D7 dies auch mit dem trockenen Signal, was bei Extremeinstellungen nicht mehr viel mit dem Klang eines Bandechos zu tun hat, sondern eher einem Filter-Effekt gleichkommt. TWEAK.2 steuert einen Vibrato-Effekt, der das Leiern und die damit einhergehende Tonhöhenmodulation eines Bandechos darstellen soll.
Wir hören zunächst das unverfälschte Signal, dann den Tape-Delay-Modus ohne und danach mit Modulation auf 11 Uhr. In einer kurzen Pause werden punktierte Achtel für ein weiteres Lick über die Tap-Tempo-Funktion eingegeben. Die Subdivisionen übernimmt das Pedal nicht, man muss Viertel, Achtel etc. selbst tappen.

Mix Time Feedback Tweak.1 Tweak.2
12:00 10:00 13:00 11:00 Off/11:00

Im nächsten Beispiel haben wir es mit einem Step-Phaser im Effektanteil zu tun, dessen "Rate" und "Depth" mit den beiden TWEAK-Potis regelbar ist. Ein Chorus scheint ebenfalls auf dem Effekt zu liegen, wird aber im Manual nicht erwähnt.

Mix Time Feedback Tweak.1 Tweak.2
11:00 10:00 10:00 12:00 13:00

Im dritten Effekt-Modus wird es das erste Mal ein wenig eigenwillig, aber durchaus interessant. Auf den Wiederholungen liegt hier ein "Stutter"-Effekt mit zusätzlicher Tonhöhenveränderung, was in einer Art Arpeggiator-Effekt resultiert. TWEAK.2 steht zunächst auf 12 Uhr, später dann auf 15 Uhr, um den Pitch-Grad zu verstärken.

Mix Time Feedback Tweak.1 Tweak.2
12:00 10:00 10:00 15:00 12:00/15:00

Im nun folgenden "Galaxy"-Modus packt Mooer den nächsten Spezialeffekt aus: Auto-Swell im Stil des legendären Boss Slow Gear, der dazu führt, dass die Wiederholungen langsam eingefadet werden. Zusätzlich liegt ein Chorus auf dem Effekt, dessen Intensität sich mit TWEAK.2 steuern lässt.

Mix Time Feedback Tweak.1 Tweak.2
13:00 10:00 10:00 16:00 09:00

Leider lässt sich beim Chorus wie auch schon beim Vibrato im Tape-Modus nur der Effektanteil, nicht aber die Tiefe oder die Geschwindigkeit regeln, was den Gebrauchswert beider Optionen deutlich erhöhen würde. Anders sieht das beim nun folgenden Flanger im Reverse-Modus aus, dem mit TWEAK.1 und TWEAK.2 ein Rate- und Depth-Regler spendiert wurden. Nach dem ersten Durchgang wird das Mix-Poti voll aufgedreht, um das trockene Signal komplett auszublenden.

Mix Time Feedback Tweak.1 Tweak.2
12:00/max 13:00 10:00 12:00 12:00

Im letzten Delay-Modus namens "Lo Bit" liegt ein Auto-Swell-Effekt auf dem Eingangssignal und eine Art Bit-Crusher auf dem Effektsignal. Ab der 12-Uhr-Stellung des Bit-Crushers misch sich ein seltsames Zirpen in die Wiederholungen und ab 13 Uhr eine Selbstoszillation, die ab 15 Uhr alles überlagert und auch ohne Eingangssignal bestehen bleibt. Diese Effektkombination wirkt etwas willkürlich und wenig brauchbar, hat aber ihren Charme als Sound-Effekt.

Mix Time Feedback Tweak.1 Tweak.2
13:00 10:00 10:00 max 09:00/12:00/15:00

Zum Looper ist zu sagen, dass er einwandfrei funktioniert, die Eingangs- und Ausgangslautstärke regelbar ist und dass er die typischen Bedienfunktionen eines One-Button-Loopers hat. Mit Mix, Time und Feedback lässt sich dem aufgenommenen Sample ein simples Delay zumischen und verändern. Das D7 speichert das eingespielte Sample nur so lange, bis die Stromzufuhr einmal getrennt wurde.

Mooer A7

Das Reverb startet im ersten Modus als Plattenhall-Simulation mit zusätzlicher Modulation, in diesem Fall einem Vibrato. Im Soundfile hören wir zunächst das Bypass-Signal und danach das Plate Reverb mit dem "X"-Poti nacheinander auf 09, 12 und 15 Uhr. Die Funktion dieses Potis bleibt etwas unklar. Zwar hört man beim Drehen eine Tonhöhenveränderung in der Hallfahne. Hat man eine Einstellung gefunden, unterscheidet sie sich jedoch kaum noch zur Stellung davor. Bestenfalls könnte man dem Poti noch eine leichte Anhebung der hohen Frequenzen in der Hallfahne attestieren, mehr aber nicht. Die Bezeichnung "X" und die Erklärung "Hallraumregler (Space)" im Manual hinterlassen ebenfalls Fragezeichen. Eindeutiger verhält sich da die Modulation, die im letzten Durchgang auf 11 Uhr zugemischt und über das Chaos-Poti geregelt wird.

Mix Decay Tone X Chaos
13:00 11:00 12:00 09:00/12:00/15:00 Off/11:00

Als nächstes kommen wir zum Hall-Modus. Hier wird ein großer Raumhall simuliert, dessen Charakter sich zusätzlich über das Chaos-Poti von "Room" zu "Church" verändern lässt. Dies geschieht im folgenden Soundfile etwa in der Mitte.

Mix Decay Tone X Chaos
12:00 11:00 11:00 12:00 09:00 -> 15:00

Im Warp-Modus wird dem Hallsignal eine Modulation im Stile eines schnellen Vibratos hinzugefügt.

Mix Decay Tone X Chaos
12:00 09:00 13:00 12:00 16:00

Der Shake-Modus stellt im Prinzip denselben Effekt mit etwas geringerer Modulationsrate dar und hätte nicht zwingend eine eigene Kategorie einnehmen müssen.

Mix Decay Tone X Chaos
12:00 08:00 12:00 12:00 13:00

Im Crush-Modus wird dem Effektsignal der zirpende Bit-Crusher beigemischt, den wir schon vom D7 im Lo-Fi-Modus kennen. Auch hier entsteht ab der 15-Uhr-Stellung des Chaos-Potis eine Selbstoszillation, die allerdings im Hallsignal noch weniger inspirierend wirkt als beim Delay.

Mix Decay Tone X Chaos
13:00 11:00 13:00 12:00 09:00/12:00/15:00

Ein klareres Profil ergibt sich im Shimmer-Modus, der dem Effektsignal eine hohe Oktave zumischt. Am Ende des Clips kommt das "Infinite Trails"-Feature durch Halten des Fußschalters zu Einsatz.

Mix Decay Tone X Chaos
12:00 11:00 13:00 12:00 12:00

Der letzte Reverb-Modus des A7 mit dem Namen "Dream" überzeugt mit unaufdringlicher Modulation und ansprechender Raumtiefe. Hier liegt laut Manual wieder der Auto-Swell-Effekt auf der Hallfahne.

Mix Decay Tone X Chaos
13:00 11:00 11:00 max 14:00

Zu guter Letzt wollen wir nun beide Pedale in Kombination hören. Das Signal geht dabei klassischerweise erst ins Delay und von dort aus ins Reverb. Im ersten Clip hören wir ein Tape-Delay zusammen mit einem Plate-Reverb und leichter Modulation im Hallanteil. Im zweiten Clip geht es etwas experimenteller zu Sache, indem wir ein Bit-Crush-Reverb mit einem Step-Phaser-Delay füttern.

D7 (Tape-Mode) Mix Time Feedback Tweak.1 Tweak.2
13:00 10:00 11:00 11:00 09:00
A7 (Plate-Mode) Mix Decay Tone X Chaos
12:00 11:00 11:00 12:00 09:00

D7 (Liquid-Mode) Mix Time Feedback Tweak.1 Tweak.2
13:00 09:00 13:00 13:00 15:00
A7 (Crush-Mode) Mix Decay Tone X Chaos
12:00 11:00 11:00 11:00 13:00

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • großer Funktionsumfang
  • logisches Bedienkonzept
  • speicherbare Presets
  • Looper (D7)

  • Effektkombinationen wirken teilweise willkürlich
  • Modulationstiefe und -geschwindigkeit nicht regelbar
  • lückenhafte Bedienungsanleitung

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