Hersteller_Moog
Test
3
12.09.2012

Praxis

Der Moog Minitaur kommt in einem kleinen Pappkarton, in dem außer dem Synthesizer ein externes Netzteil und eine Broschüre namens „Getting Started“ zu finden sind. Das Pappfaltblatt in englischer Sprache gibt eine erste Übersicht über die Funktionen des Minitaur. Wer mehr über den kleinen Moog erfahren möchte, muss sich das PDF-Manual von der Moog-Website laden, das ebenfalls nur auf Englisch erhältlich ist. Da man in der Synthesizer-Welt aber sowieso nicht um englische Begriffe herum kommt, stört mich das weniger.

Der Minitaur sieht wirklich schick aus und vermittelt, bei aller Kompaktheit, das Gefühl von Hochwertigkeit. Äußerlich also schon mal eine Eins. Und was an Hörbarem herauskommt, gefällt mir ebenfalls! Der Mini-Taurus empfiehlt sich in erster Linie für satte, durchsetzungsfähige und wohlklingende Synthesizer-Bässe. Dabei fällt auf, dass er im Bassbereich in den verschiedenen Lagen sehr gleichmäßig klingt. Unerwünschtes Dröhnen kommt nur selten vor. Von C0 bis C4 reicht der im Manual ausgewiesene Tonumfang. Es geht auch noch tiefer, aber dann klingt es mehr nach einem Knattern als nach einem identifizierbaren Ton. Obwohl das Handbuch eine 15-minütige Schonzeit zum Aufwärmen der Oszillatoren empfiehlt, verhielt sich der Minitaur im Test vom ersten Moment der Inbetriebnahme an äußerst stimmstabil. Auch in den unterschiedlichen Oktavlagen gibt es kaum Tuningschwankungen.

„Tief“ ist die unangefochtene Kernkompetenz des Minitaur, aber auch in den höheren Lagen findet man gute Klänge für Riffs oder rhythmische Patterns. Sogar für einfache Oldschool-Leadsounds kann man ihn einsetzen – immerhin ist ja eine Glide-Funktion vorhanden. Schade nur, dass kein Rauschgenerator mit an Bord ist! Notfalls könnte man sich hierfür natürlich mit einem am Audioeingang anliegenden Rauschsignal behelfen...

Das Schrauben am Minitaur ist selbsterklärend und macht eine Menge Spaß. Das Filter klingt, wie man es von Moog erwartet: warm, fett und sauber. Seine Selbstoszillation ist eher von der sanftmütigen Sorte und setzt bei ca. 75% des Regelweges ein. Die Hüllkurven sind schnell genug, um auch knackige bis perkussive Sounds zu produzieren, und die Potis arbeiten präzise und fühlen sich wertig an. Ihre Regelwege sind gut gewählt. 

In den nächsten Klangbeispielen sind einige der Presets zu hören, die Bestandteil der Editor-Software sind.

Da jeder Parameter einen eigenen Knopf hat, sind klangliche Eingriffe sehr intuitiv möglich: hier eine Prise weniger VCA-Decay, da ein Spritzer Oszillator-Detune, während man gleichzeitig das Filter etwas öffnet und gedanklich schon den kleinen Finger Richtung EG-Amount ausstreckt – so in etwa... Diese konsequente Bauweise begünstigt lebendige, niemals gleiche Klänge.

In meinem Setup nervte der Umstand, dass im USB-MIDI-Betrieb bei jeder Betätigung des „LFO Rate“-Potis die aktuell ausgewählte Spur in meinem Sequenzer (Logic 9) in den Solo Mode geschaltet wurde. Hier haben wir es anscheinend mit einem MIDI-Controllerkonflikt zwischen Logic und dem Minitaur zu tun.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Klang
  • ansprechende Optik
  • hochwertige Bauweise
  • Audioeingang
  • Automatisierung der meisten Parameter per MIDI-Controller
  • USB-MIDI
  • Kostenloser Software-Editor mit zusätzlichen Parametern und Speicherfunktion
  • CV-Anschlüsse

  • kein Rauschgenerator
  • keine Speicherplätze im Gerät (Speichern per Editor aber möglich)

Gehört zu dieser Serie

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