Gitarre Hersteller_Morley
Test
1
11.02.2019

Morley Mini Steve Vai Bad Horsie 2 Contour Wah Test

Wah-Wah-Pedal

Wahsager

Beim Morley Mini Steve Vai Bad Horsie 2 Wah handelt es sich um eine auf 700 Stück limitierte Mini-Version des beliebten Bad Horsie, Steve Vais treuem Begleiter seit langer Zeit. Nicht nur, dass unser Testkandidat nach den exakten Spezifikationen des Meister konzipiert wurde, das kleine Wah-Pedal kommt auch mit einer von ihm selbst geschaffenen farbenfrohen Grafik-Oberfläche.

Wenn sich Gitarrenhelden wie Steve Vai, Mark Tremonti, George Lynch und andere für die Pedale von Morley entscheiden, dann hat das gute Gründe. Der Traditionshersteller aus Glendale Heights, dessen Anfänge Ende der 1960er Jahre in Südkalifornien lagen, verfügt über die entscheidende Erfahrung und Expertise, deren Wünsche und Ansprüche in allen Details umzusetzen. Auch das Morley Mini Steve Vai Bad Horsie 2 Wah macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme, eine Tatsache, die sich auch in einem nicht unbedingt kleinen Preis niederschlägt. Ob es diesen wert ist und wie es die Ansprüche des Meisters umsetzt, werden wir im Folgenden herausfinden.

Details

Steve Vai mag es bekanntlich bunt, das hat er in den letzten 30 Jahren jedenfalls eindrucksvoll bewiesen. Ob es die knallig bunten JEM-Gitarren waren, sein teils schrilles Outfit oder auch weitere Pedale anderer Hersteller: Allen gemeinsam ist eine auffällige Optik. Deshalb verwundert es nicht, dass nun auch sein Wah-Wah-Pedal an der Reihe ist.

Seit nunmehr über 20 Jahren verwendet Steve Vai Wah-Pedale von Morley, und einer der Gründe für diese Wahl ist deren elektro-optische Funktionsweise. Bei den aktuellen Geräten bestimmt eine LED mit ihrer Helligkeit, die vom Pedal gesteuert wird, zusammen mit einem Lichtsensor den Wah-Effekt. Wah-Pedale von Herstellern wie Dunlop oder Vox beispielsweise verwenden ein Poti, das mithilfe einer an der Wippe befestigten Zahnstange bewegt wird. Da es sich bei einem Poti aber um ein Verschleißteil handelt, muss es hin und wieder ausgetauscht werden, weil es unter Umständen nicht mehr gleichmäßig arbeitet oder Störungen produziert. In dieser Hinsicht zeigt sich das Konzept von Morley weniger anfällig und damit zuverlässiger. Und Fakt ist, dass ein Wah mit einer Photozelle weniger Nebengeräusche erzeugt.

Schauen wir uns das kleine, bunte Kästchen erst einmal etwas genauer an.

Wie von einem Wah-Pedal gewohnt, besteht auch das Mini Steve Vai Bad Horsie 2 aus zwei Teilen, dem eigentlichen Gehäuse, das die Elektronik beherbergt, und einer darauf angebrachten, beweglichen Wippe, die mit dem Fuß bedient wird und den Effekt steuert. Insgesamt bringt das Pedal 906 Gramm auf die Waage, wobei es gerade einmal 170 x 107 x 80 mm misst. Vergleicht man es mit einem herkömmlichen, normal dimensionierten Morley-Pedal, wirkt es ausgesprochen handlich und sollte auch auf überfüllten Boards ein Plätzchen finden. Aber trotz der kompakten Maße ist es ausgesprochen robust und kann mit einer hochwertigen Verarbeitung punkten.

Das Gehäuse beherbergt auf der rechten und linken Seite Ein- und Ausgangsbuchsen. Soll es mit einem Standard-9-Volt-Netzteil betrieben werden, ist auch das kein Problem, denn die passende Buchse befindet sich an der rechten Gehäuseseite oberhalb der Eingangsbuchse. Zur besseren Orientierung hat Morley auf der Oberseite die Platzierung der Buchsen zusätzlich beschriftet. Das Pedal lässt sich aber auch mit einem 9-Volt-Block betreiben, dessen Heimat sich an der Unterseite in Form eines Schnellverschlusses befindet.

Die Oberseite bietet einen Metallfußschalter, der zwischen zwei Wah-Modi schaltet. Zur Auswahl stehen das von Steve Vai bevorzugte Bad Horsie Wah und das Contour Wah. Sobald Letzteres aktiviert wird, tritt das Contour-Poti auf der linken Seite in Kraft, das ein Feinjustieren der sogenannten Center-Frequenz ermöglicht, mit der sich das Wah auf die persönlichen Vorlieben einstellen lässt. Auf der rechten Seite ist der Level-Regler zu finden, der die Lautstärke des Pedals regelt. Dieser ist in beiden Modi wirksam.

Zum Aktivieren des Pedals muss lediglich die Wippe minimal nach vorne bewegt und nicht, wie bei vielen anderen Herstellern, erst einmal durchgedrückt werden. Sobald die Wippe leicht bewegt wird, springt das Wah an, umgekehrt deaktiviert es sich, sobald der Fuß heruntergenommen wird. Eine Metallfeder bewegt die Wippe bei Nichtbenutzung automatisch wieder in die Ursprungsposition. Alle diejenigen, die ein Wah-Pedal in einer Position belassen möchten, wie beispielsweise Michael Schenker es zu seinem Markenzeichen gemacht hat, werden hier leider enttäuscht. Der Fuß muss auf der Wippe bleiben, sonst aktiviert sich das Wah schlicht und ergreifend nicht.

Die Beschriftung der Gummierung auf der Wippe leuchtet im Dunkeln, was ein echter Vorteil sein kann, denn üblicherweise wird bei vielbenutzten Pedalen ein im Dunkeln leuchtender Streifen Klebeband verwendet, den man sich hier sparen kann.

Die Verarbeitung ist insgesamt sehr hochwertig und erscheint auch nach intensivem Check makellos.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • zwei Modi
  • variable Wah-Sounds
  • geringe Baugröße

  • hoher Preis

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X