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28.10.2018

MOTU 8Pre-es Test

Audiointerface mit USB, Thunderbolt & AVB

Alleskönner?

Seit geraumer Zeit diversifiziert MOTU das gesamtes Interface-Portfolio um die neuen ESS-Sabre32-Wandler und das Netzwerkprotokoll AVB. Die Open-Source-Variante zu Dante und Co. erfreut sich großer Beliebtheit, da so unkompliziert Interfaces kaskadiert und komplexe Setups realisiert werden können.

Für den Fall hat MOTU reichlich unterschiedliche Interfaces am Start, die alle einen für sich stimmigen Mix aus Features und Preis besitzen. Das 8Pre-es ist dabei die One-Man-Show mit bis zu acht Mic-Preamps. Und das schauen wir uns einmal an.

Details

24/28 IO, USB2, Thunderbolt und AVB


Das MOTU 8Pre-es ist ein Audiointerface (24 Bit,192 kHz) mit 24 Ins und 28 Outs sowie vielen verschiedenen Schnittstellen zur Computeranbindung im soliden 19-Zoll-Metallgehäuse (1 HE).

Zum einen gibt es Thunderbolt 1, 2, 3 und USB2 (USB3 und iOS kompatibel), zum anderen AVB/TSN zur Anbindung an den Mac oder Windows-Rechner. AVB/TSN erlaubt dabei nicht nur das unkomplizierte Kaskadieren von zwei MOTU-Interfaces, sondern auch einen Aufbau von sehr komplexen, dezentralen Systemen mit bis zu 512 Kanälen.

Mehr Hardware im Vergleich zum 8M


Im Gegensatz zu den meist recht speziellen Modulbausteinen der restlichen AVB-Serie von MOTU, welche an den monochrom-blauen Displays erkennbar sind, ist das 8Pre-es als „Allrounder Single Frontend“ konzipiert und deshalb auch mit entsprechend vielen Hardwarebedienelementen, zwei hochauflösenden Farbdisplays sowie gleich zwei Kopfhörerausgängen ausgestattet. Im Vergleich zu dem durchaus vergleichbaren 8M ist es auf der Straße aber auch rund ein Viertel teurer zu haben.

12 analoge Outs, acht Preamps und Dual-ADAT


Da der Mix der Anschlüsse das wichtigste Unterscheidungskriterium der ansonsten recht identischen Interfaces sein dürfte, wollen wir uns diese im Detail anschauen: Das 8Pre-es verfügt zunächst über acht analoge, symmetrische und galvanisch getrennte TRS Outs („große Klinke“), die der Rückseite zu finden sind, sowie über zwei Kopfhörerausgänge auf der Front.

Hinzu kommen zwei digitale ADAT-Pärchen für bis zu 16 Kanäle rein und raus bis 48 kHz und den entsprechenden Halbierungen bei verdoppelter Samplerate (S/MUX2 und S/MUX4) und natürlich noch die acht Preamps. Acht analoge Outs plus zwei individuelle Kopfhörerausgänge (entspricht vier Kanälen) plus 16 ADAT-Channels macht 28 Kanäle raus. Acht Preamps plus 16 ADATs hingegen 24 Kanäle rein. Stimmt soweit.

Aber halt – das ist noch nicht alles! Es gibt noch einen weiteren Input namens Talkback. Und der ist für das kleine eingebaute Elektretmikro und die Kommunikation mit den Künstlern angedacht. Es klingt okay.

Digital geregelte Preamps

Wie alle AVB-Interfaces von MOTU wird auch das 8Pre-es über eine Webinterface gesteuert. Das mag bei nur einem Interface etwas umständlich anmuten, wird mit zunehmender Anzahl an kaskadierten Interfaces aber immer besser, weil es trotz vieler Kanäle und Optionen wirklich übersichtlich bleibt. 

Und weil die Preamps über eine digitale Gainregelung verfügen, sind sie nicht nur äußerst präzise an der Front einstellbar, sondern auch aus der Ferne über die Webapplikation und die touchoptimierte App für iOS-Geräte bedienbar. Das ist nicht nur komfortabel, sondern kann auch echtes Geld sparen, wenn man das Interface in den Aufnahmeraum packt und nur via AVB mit einem simplen Cat5-Kabel in die Regie verbindet. Oder eben auch kabellos via Router.

Cleane Preamps


Die acht Pres sind mit Combobuchsen für XLR und T(R)S ausgestattet und nehmen somit Mic, Line und Instrumentensignale auf. Sie verfügen allesamt über moderate 63 dB Gain, ein Phasenumkehr und Padfunktion sowie 48V-Phantomspannung. Das Eigenrauschen (THD+N) liegt bei -108 dB, der Dynamikumfang bei 118 dB und die EIN bei -129 dBu.

Alle Funktionen sind individuell einstellbar und selbstverständlich auch an der Hardware bedienbar. Dazu stehen vier Push-Encoder sowie jeweils zwei beleuchtete Taster (Pad und +48V) zur Verfügung, wobei in Viererblöcken umgeschalten wird. Dazu ist der Taster 1-4 in weiß und der Taster 5-8 in blau angedacht. Das rechte Display hilft beim Anfassen der entsprechende Gains automatisch mit einer präzisen Aussteuerungsanzeige weiter. 

Zwei Displays und Monitoringfunktionen


Die Qualität beider Displays ist okay und liefert einen guten Überblick über anliegenden Pegel. Man kann sich dabei alle analoge I/OS oder die ADATs gleichzeitig anzeigen lassen. Ein optischer Augenschmaus sind die Displays allerdings immer noch nicht – sie erinnern mich eher an Handys von vor zehn Jahren.

Hinzukommen weitere, umfangreiche Systemeinstellungen sowie ein paar Monitoring-Funktionen am Gerät . Dazu gehören Mono, Talkback, Mute und sogar ein A/B-Stereo-Speaker-Taster. Unterstützt werden Speaker-Setups für Surround bis 7.1. Mit dem rechten großen Encoder wird die gemeinsame Ausgangslautstärke definiert („Monitor“), der linke Menu-Push-Encoder hingegen dient den System- und Netzwerkeinstellungen. Soviel zur Hardware.

Mächtige DSP-Optionen
Unter der Haube des MOTU 8Pre-es lauern noch viele weitere Möglichkeiten, wie bei allen anderen AVB-Interfaces auch. Zum einem wäre da die Software-Konsole für das Mixing mit bis zu 48 Kanälen, 12 Bussen, 7 Stereo-Auxe, und drei Gruppen sowie dem Zugriff auf 64 weitere Netzwerkeingänge. 

Hinzukommen üppige DSP-Effekte einschließlich Hall, 4-Band-EQ (very british), Gate, Leveler und Kompressor (LA-2A-Design) in 32-Bit Float. Außerdem bietet das Webinterface eine flexible Matrix für das Routing und Splitting von allen Netzwerkströmen, sprich zu und von dem Computer sowie von allen Geräten im Audionetzwerk.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • acht gute Preamps

  • hochwertiger Klang

  • viele gute DSP-Effekte
  • 
A/B-Speaker-Unterstützung
  • 
integriertes Talkback-Mikrofon

  • Wireless-Steuerung via WLAN/iPad
USB, Thunderbolt und AVB-Netzwerkanschluss


  • nur 63 dB Gain

  • Reihenfolge der FX nicht zu ändern
  • 
Effekte im Grafik-Mode nicht vollständig mit Maus bedienbar

Gehört zu dieser Serie

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