Bass Hersteller_MusicMan
Test
7
11.11.2019

Praxis

Linde zählt bekanntlich zu den leichteren Holzarten, deshalb wundert es mich nicht, dass der Bongo 5 gewichtsmäßig absolut im grünen Bereich liegt. Mein Testexemplar bringt angenehme 4,2 kg auf die Waage und hängt zudem sehr gut ausbalanciert am Gurt.

Ich bin zugegebenermaßen sogar etwas überrascht, wie komfortabel und leicht sich der Bongo spielen lässt: Auch wenn das Design auf den ersten Blick extrem wirken mag - aus ergonomischer Sicht macht einfach alles am Bongo Sinn! Durch die heftigen Shapings fühlt sich der ohnehin schon relativ kleine Korpus noch eine Spur kompakter an und es gibt keinerlei Ecken oder Kanten, die beim Spielen stören könnten. Alle Lagen sind vollkommen mühelos zu erreichen, sodass der Bass auch über längere Zeitdistanzen absolut ermüdungsfrei und ohne Verspannungen im linken Arm gespielt werden kann.

Einzig Fans von unbehandelten Hälsen könnten sich eventuell an der dicken Polyester-Lackierung auf dem Halsrücken des Bongos stören. Ich empfand dieses Finish allerdings in keiner Weise als hinderlich und habe mich auf dem Hals auf Anhieb wohlgefühlt. Das flache Profil liegt außerdem sehr angenehm in der Hand und lässt sich extrem komfortabel spielen.

Die Saitenabstände sind beim Bongo 5 mit 18 mm an der Brücke etwas enger als bei den meisten Fünfsaitern - der Standard hierfür liegt bei 19 mm - was ich persönlich als sehr angenehm empfinde. Die Wege für die rechte Hand sind spürbar kürzer, und trotzdem lassen sich noch alle Spieltechniken problemlos umsetzen - in meinen Augen ein perfekter Kompromiss!

Nun wollen wir mal anhand einiger Audio-Beispiele hören, ob der Music Man Bongo 5 beim Thema "Sound" gleichermaßen überzeugend abliefern kann.

Schon bei den ersten Audiobeispielen mit neutraler EQ-Einstellung wird klar, dass die Stärke des Bongos im Bereich der cleaneren Sounds liegt. Mit beiden Tonabnehmern auf gleicher Lautstärke liefert der Fünfsaiter bereits einen sehr klaren und ausgewogenen Sound, der in vielen Musikrichtungen, bei denen kein spezieller Charaktersound gefragt ist, eingesetzt werden kann.

Der Bongo funktioniert zudem auch wunderbar mit Effekten jeglicher Art, weil sich sein ebenmäßiges Frequenzbild ausgesprochen gut kontrollieren lässt. Kein Wunder, dass viele Bassisten aus dem Prog/Metal-Genre den Bongo sehr gerne in Verbindung mit Verzerrern einsetzen! Mein Testkandidat spricht außerdem blitzschnell schnell an und besitzt ein klares Attack, sodass gerade virtuose Spielarten sehr präzise und gut artikuliert abgebildet werden.

Für Tieftöner, denen der HiFi-mäßige Sound des Bongos zu farblos ist, bietet der Vierband-Equalizer eine ganze Reihe von Variationsmöglichkeiten. Für das nächste Audiobeispiel habe ich die Hochmitten und die Höhen deutlich angehoben, damit die bissige und aggressive Seite des Bongos deutlicher zum Vorschein kommt:

Slapsounds funktionieren ja in der Regel bestens mit klar und clean klingenden Bässen. Der Bongo bildet hier kein Ausnahme, wie man im nächsten Clip hören kann. Für die Aufnahme habe ich mit dem Equalizer einen klassischen Scoop-Sound geformt: Bässe und Höhen sind stark geboostet, die Hochmitten wurden leicht reduziert.

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Im letzten Beispiel hört ihr den Bongo mit einer noch extremeren EQ-Einstellung: Obwohl ich die Höhen komplett zurückgedreht und gleichzeitig alle tiefen Frequenzen stark angehoben habe, bleibt der Bongo voll in der Spur und liefert immer noch ausreichend Definition für den Bandeinsatz. Ein ausgezeichneter Sound für Dub-Styles oder R&B-Grooves, wie ich finde!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr hoher Spielkomfort
  • solider, cleaner Sound
  • flexibler EQ
  • 1a Verarbeitung

  • spezielle Optik

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