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Test
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08.06.2016

Nektar Impact LX88 Test

USB/MIDI-Controllerkeyboard

Volle DAW-Kontrolle

Der in Kalifornien ansässige Hersteller Nektar hat mit dem Impact LX88 ein USB/MIDI-Controllerkeyboard mit 88 Tasten im Programm, das mit vorgefertigten Mappings zur Steuerung vieler DAWs und Software-Instrumente ausgestattet ist. Gehören manuelle MIDI-Zuweisungen nun der Vergangenheit an? Wir hatten das Nektar Impact LX88 im Test und haben gecheckt, wie gut die vorgefertigten Zuweisungen funktionieren.

Viele Hersteller von Controllerkeyboards greifen zur DAW-Steuerung auf altbewährte Protokolle wie für die Mackie Control zurück. Nektar, die mit den Keyboards der Panorama Serie gezeigt haben, was mit einer tiefen DAW-Integration möglich ist, gehen mit der Impact LX Serie einen Schritt weiter: Für bislang elf DAWs wurden individuelle Steuerprotokolle entwickelt, um die jeweilige Software mit Nektars Controllern fernsteuern zu können, ohne selbst zum Mapping-Profi werden zu müssen. Im einzelnen werden die folgenden DAWs direkt unterstützt:

  • Cubase / Nuendo
  • Reason / Record
  • Logic Pro / Garageband
  • Studio One
  • FL Studio
  • Sonar
  • Digital Performer
  • Bitwig Studio
  • Reaper

Details

Äußerlichkeiten

Das Nektar Impact LX88 steckt in einem anthrazitfarbenen Kunststoffgehäuse und vermittelt rundum einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Mit seinen Maßen von 1275 x 277 x 85 mm bringt das LX88 gut 8 kg auf die Waage – viel für ein Controllerkeyboard, aber sehr wenig für eines mit 88 Tasten. Die neun Fader mit 30 mm Regelweg und die acht Drehregler sind geräuschlos, wirken robust und weisen einen angenehmen Widerstand auf. Die 23 Drucktaster geben bei Betätigung ein hör- und spürbares Feedback, was gut ist. Hinzu kommen vier hintergrundbeleuchtete Soft-Buttons und acht anschlagempfindliche Trigger-Pads, die sich zum Einspielen von Drums eignen. Im Vergleich mit der AKAI MPC Touch oder der Native Instruments Maschine weisen die Pads leider einen harten Anschlag auf, können am Controller jedoch in fünf Velocity-Stufen geregelt werden. Die Räder für Pitch Bend und Modulation sind verglichen mit anderen Controllerkeyboards kleiner als gewohnt, vermitteln aber ebenfalls eine gute Verarbeitung. Ein dreistelliges 7-Segment-Display visualisiert die Werte der Bedienelemente (0-127), wodurch auch ohne einen Blick zum Computerbildschirm der aktuelle Wert eines Parameters ersichtlich ist.

Tastatur

Im Gegensatz zu vielen anderen 88-Tasten-Keyboards verfügt das Impact 88 über keine Hammermechanik, sondern über 88 leicht gewichtete, anschlagdynamische Tasten in Klavieroptik. Wer 88 Tasten möchte, aber nicht unbedingt eine Hammermechanik braucht (die z.B. beim Spielen von Synth- oder Orgel-Parts ja auch durchaus hinderlich sein kann und außerdem immer eine Menge wiegt), ist hier also richtig aufgehoben. Die Tasten vermitteln ein solides Spielgefühl, sind bei sehr harten Anschlägen jedoch deutlich hörbar. Leider unterstützen die Keyboards der Impact LX Serie keinen Aftertouch. Schade, denn viele Software-Instrumente wären dadurch noch ausdrucksstärker spielbar.

Bedienoberfläche

Zur Steuerung von DAWs ist das Nektar Impact LX88 mit vielen Features ausgestattet. Die Bedienoberfläche wirkt dennoch gut durchdacht und übersichtlich und man fühlt sich schnell zu Hause. Auf der linken Seite befinden sich direkt neben den Wheels die Transpose-Buttons sowie die hintergrundbeleuchteten Layer- und Split-Buttons. Gleich daneben ermöglichen die Fader und die dazugehörigen Drucktaster die Steuerung verschiedener Parameter in der DAW, etwa Volume, Mute und Solo im Mixer-Modus.

In der Mitte des Controllers befindet sich das – meiner Meinung nach etwas „oldschool“ wirkende – LED-Display, unter dem die drei Taster „Mixer“, „Instrument“ und „Preset“ das LX88 in den jeweiligen Modus versetzen. Die fünf darunter befindlichen Buttons sind doppelt belegt: Betätigt man den „Shift“-Button, ermöglichen „Snapshot“ und „Null“ auch die Navigation zwischen den Tracks (Spuren). „Pad Learn“ und „Setup“ hingegen werden bei gedrücktem „Shift“-Button zum Wechseln der Patches eines Klangerzeugers verwendet.

Neben den unabdingbaren Transport-Steuerungen wie Start, Stop, Forward, Rewind und Record findet man beim LX88 einen „Loop“-Button zur Aktivierung des Cycle Modes der DAW. Die Buttons der Transport-Sektion sind ebenfalls doppelt belegt. Durch die Betätigung des Shift-Buttons erhält man weitere Funktionen, etwa das Abspielen vom Beginn des Songs, das Setzen und Ansteuern der Locator-Punkte, eine Undo-Funktion sowie „Click“ (Metronom) und „Mode“. Letzterer aktiviert die Quantisierungsfunktion der DAW, wodurch auch hier der Griff zur Maus bzw. zur Computertastatur erspart bleibt. Die Doppelbelegungen sind beim LX88 also insgesamt überschaubar gehalten.

Über der Transport-Sektion dienen die acht Drehregler zur Parameter-Regelung von 0 bis 127. Der jeweilige Wert wird wie auch bei den weiteren Bedienelementen auf dem Display dargestellt. Die acht anschlagempfindlichen Pads runden die Bedienoberfläche ab.

Anschlüsse

Auf der Rückseite ist das LX88 neben einem On/Off-Schalter und dem dazugehörigen 9-Volt-Stromanschluss mit einem USB-Port ausgestattet. Letzterer versorgt das LX88 bei Bedarf auch mit Strom und dient zudem zur Kommunikation mit dem Computer. Gleich daneben befindet sich beim LX88 ein 5-Pol-MIDI-Out, wodurch sich das Controllerkeyboard außer zur computerbasierten Musikproduktion auch mit Hardware-Klangerzeugern verwenden lässt. Die kleinen Geschwister LX61, LX49 und LX25 müssen ohne den traditionellen MIDI-Out auskommen. Ein Anschluss für ein Sustain-Pedal sowie ein Kensington Slot runden die Rückseite ab.

DAW inklusive

Damit man sofort mit der computerbasierten Musikproduktion loslegen kann, legt Nektar dem Lieferumfang die DAW „Studio One Artist“ als DVD bei. Die DAW hält viele Klangerzeuger, wie den „Presence XT Sampler“ und den polyphonen Modeling Synth „Mai Tai“, bereit und ist zudem mit über 2 Gigabyte an Loops und Samples ausgestattet. Mit dem Impact LX88 erhält man also ein solides Starter-Set in die Welt der computerbasierten Musikproduktion.

Pro & Contra

  • vorgefertigte Steuerprotokolle für alle gängigen DAWs
  • viele Software-Instrumente bereits gemappt
  • erweiterte Transport-Steuerung
  • einfache Installation
  • übersichtliche Bedienoberfläche

  • altbackenes LED-Display

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