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Test
3
01.04.2019

Praxis

Arbeiten in verschiedenen Szenarien

Wie bei eigentlich allen Controllern, gilt es auch bei der Panorama T-Serie, zunächst einmal festzulegen, in welchem Szenario man ihn betreiben möchte. Im Grunde bieten sich drei Wege: Die erste Option ist es, den Controller quasi so, wie er ist, zu nutzen – als reiner Midi-Daten-Sender. Da er sich auch als Mackie Control Universal (MCU) zu erkennen geben kann, ist schon eine sehr gute Steuerung vieler DAWs möglich. 

Wesentlich komfortabler wird es jedoch mit den DAW-Integration-Scripts, die noch viel besser angepasst sind und innovativste Features bieten. Für Cubase / Nuendo, Logic Pro X / Garageband, Studio One oder Reaper hat Nektar bereits tolle Mappings entwickelt, die tief mit der Software verzahnt sind. Somit gehören die Nektar-Keybaords zu den wenigen Controllern auf dem Markt, mit denen man in der Lage ist, DAW-spezifische Funktionen direkt am Controller zu erledigen, und zwar ohne, dass man eigene Zuweisungen herstellen muss oder großartig Dinge installieren muss– äußerst praktisch! 

In unserer Workshopreihe „Die besten DAW-Controller“ sind wir insbesondere beim T4 und T6 bereits genauer darauf eingegangen.

Ist die Installation der DAW-Integration-Scripts erfolgt, werden ohne weitere Mapping-Arbeit Transport-, Mix- und sogar interne Plug-in-Funktionen von der DAW auf den Controller gespiegelt. Als dritte Option steht das Nektarine-Plug-in bereit, das gewissermaßen als Vermittler zwischen Controller und Dritthersteller-Plug-ins geschaltet wird.

Einbettung via Nektar-DAW-Integration

Die einfachste Weg der DAW-Steuerung ist die Einbettung via Nektar-DAW-Integration. Dazu gilt es das Keyboard auf der Herstellerwebsite zu registrieren und das entsprechende Betriebssystem und die DAW auszuwählen. Das ist praktisch, denn so werden einem nur die Dateien angezeigt, die für das persönliche Szenario relevant sind. Die direkte Nektar-Unterstützung umfasst schon jetzt die wichtigsten und größten DAWs wie GarageBand/Logic, Reaper, Cubase/Nuendo, Reason, Studio One und Bitwig – weitere sollen folgen, viele haben wir uns bereits angeschaut!

Schauen wir uns hier exemplarisch mal die Integration von Cubase und Logic an. Zwar ist die spezifische Umsetzung in jeder DAW etwas anders, die Grundfunktionen sind aber weitestgehend konsistent – und das ist gut!

Drückt man beispielsweise auf den Mixertaster geht das T6 zur Steuerung der Audioworkstation über. Selbsterklärend ist hier das Transportfeld, mit dem man folgende Funktionen befehligen kann: Play, Record, Cycle, Stop, und Takt vor/zurück. Über Shift gelangt man zu: Auf Anfang, Lokator link/rechts setzen, Undo und Klick an/aus. Mit Shift kann man darüber hinaus auch die Zoomstufe im Arrangement ändern.

Die Fader sind im Mixermodus mit den Volumefadern (1-8) belegt. Der neunte Fader steuert jeweils die Lautstärke des aktiven, sprich mit der Maus angeklickten, Kanals. Über Shift und „Bank“ kann man in Achtergruppen die Kanäle durchschalten, wie bei einem Digitalmischpult. Im Display werden kontextbezogen das Panning, die Sends und die Quick-Controls (Cubase) bzw. Smart Controls (Logic) angezeigt und können über die Rotary-Encoder komfortabel bedient werden. Wechselt man über den „Instrument“-Taster in die entsprechende Kanalansicht, stehen automatisch die relevantesten Parameter auf den Drehreglern zur Verfügung.

Arbeiten mit Nektarine

Die zweite Kommunikationsstufe zwischen Controller und Software ist dann erreicht, wenn man das Nektarine-Plug-in öffnet. Vorteil dieses kleinen Meta-Plug-ins ist zunächst einmal, dass es als Container (Bridge) für alle derzeit gängigen Plug-in-Schnittstellen dienen kann (VST2/3, AU). Im Moment beschränkt es sich allerdings auf reine Instrumenten-Plug-ins, der Zugriff auf Effekte ist noch nicht implementiert.

An zweiter Stelle steht, dass sich hier Mappings sehr komfortabel erstellen lassen und bei jedem erneuten Aufrufen des betreffenden Klangerzeugers wieder zur Verfügung stehen – und zwar in jeder verwendeten DAW übergreifend. Zudem liefert Nektar bereits eine ganze Reihe vorgefertigter Mappings für gängige Plug-ins, was einem das händische Zuweisen dankenswerterweise erspart.

Das Zuweisen von Parametern auf die Bedienelemente des Controllers wird dadurch erleichtert, dass man sämtliche adressierbare Parameter im Überblick hat und via Drag-and-Drop einfach auf den gewünschten Regler zieht. Zu guter Letzt ist Nektarine auch noch ein potenter Patch-Browser, der sich jedes einmal geladene Preset merkt. Optional lassen sich auch sämtliche Presets eines Plug-ins importieren, was allerdings im Fall meiner zugegebenermaßen großen Kontakt-Library regelmäßig zum „Einfrieren“ des Plug-ins führte. Ebenfalls in Verbindung mit dem Nektarine-Plug-in kommt der Taster „Multi“ zum Einsatz – hiermit lassen sich beliebige Plug-ins zu einem großen „Stack“ zusammenfassen und gemeinsam spielen.

Verwendung als MIDI-Datensender

Auch der alte Oldschool weg, der händischen Zuweisung von MIDI-Befehlen, ist mit Nektar möglich. In diesem Fall belegt man die Modustasten „Mixer, Instrument, Multi und Internal“ mit einem der zehn möglichen Presets. In jedem Preset lässt sich die Funktionsweise und Parametrisierung jedes einzelnen Bedienelements genauestens definieren. Das umfasst nicht nur spezifische CC-Werte, sondern reicht vom simplen Auslösen einer Note (Note-On/-Off), über Bank- und Programmwechsel bis hin zu NRPN-Befehlen und Eingrenzung des Wertebereichs.

Das Editieren ist zweckdienlich gelöst, würde aber dennoch von einer Editor-App profitieren, da die Bedienung über das Display und die darunterliegenden Funktionstasten schon etwas beschwerlich ist.

Was gefällt mir nicht?

Die Funktionstasten wie auch wie Performance-Control- und Transporttasten sind haptisch nicht so ideal konzipiert, weil sie recht „dünn“ sind und  eng beieinander stehen sowie kein besonderes haptisches Gefühl bieten.

Auch die recht grobe Anzeige im Display wollte mir nicht recht gefallen, es wirkt irgendwie unzeitgemäß. Da hat die P-Serie die Nase deutlich vorn, kostet aber entsprechend mehr. Im Vergleich zum „Zwergen-OLED-Display“ von Native Instruments A-Serie bekommt man von Nektars günstigeren T-Serie aber immerhin ein großes Display, das sich auch noch lesen lässt, wenn man nicht direkt über dem Controller sitzt. 

Was gefällt mir gut?

Ausgesprochen gut gefallen hat mir das Pitch-Rad, denn es springt nicht sofort zurück in den Ausgangszustand, sondern „zieht“ etwas gebremst nach. Dadurch erhält man beim Benden von Noten ein ausgezeichnetes Spielgefühl. Vermisst habe ich einen Arpeggiator, der bei gehobenen Controller-Keyboards mittlerweile zum Standard gehört. Implementiert ist dagegen eine Chord-Funktion, die nur über das Menü erreichbar ist – gerne hätte ich hierfür einen dezidierten Taster gesehen.

Interessant ist auch das Spielen mit den Repeat-Funktionen. Sowohl für das Keyboard, wie auch für die Drum-Pads gibt es hier separate Taster um die Wiederholungen abzufeuern. Diese sind in vielerlei Hinsicht anpassbar – darunter: Wiederholungsrate (metrisch 1/96 – 1/4), Gate Time, Anschlagsstärke und Swing. Schön auch, dass sich das Tempo zur Midi-Clock synchronisieren lässt. Hören wir hier mal rein.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
  • sehr viele unterstützte DAWs, einfache Integration
  • Umfassende Kontrollmöglichkeiten dank tiefer DAW-Verzahnung
  • Einfach Bedienelement-Zuweisung und Preset-Management in Nektarine

  • Nektarine nur für Instrumente
  • Navigations- und Transporttaster etwas fummelig

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