Gitarre Hersteller_Nobels
Test
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15.05.2020

Praxis

Für die Soundfiles spiele ich das angegebene Gitarrenmodell direkt in das Pedal und gehe von dort in einen cleanen Fender Bassman.

Als erstes hört ihr eine Diego Telecaster über den cleanen Amp, im Anschluss über den ODR-1 BC. Dessen Grundsound ist warm und sehr ausgewogen, wobei das leichte Zurückdrehen des Spectrum-Reglers zwar einiges an Spitzen nimmt, aber nichts an der druckvollen Präsenz. Im Bassbereich räumt der Basscut-Switch im weiteren Verlauf ordentlich auf und gibt dem Sound mehr Definition und Punch.

Drive Spectrum Level Bass-Switch
12:00 11:00 12:00 + dann -

Dreht man Drive auf einen sehr niedrigen Wert, erhält man leicht angezerrte Bluestöne, die sehr empfindlich und dynamisch auf meine Fingerspielweise reagieren. Die Transparenz des Pedals lässt den Grundklang meines Amps und der Gitarre gut zum Vorschein kommen.

Drive Spectrum Level Bass-Switch
9:00 11:00 13:00 -

Geht man mit dem Spectrum-Regler über die 12-Uhr-Stellung und setzt den Drive etwas höher, erhält man bereits mit einer Tele ordentliche Rhythmusbretter. Dem Vorgängermodell ohne Basscut-Switch wurde oft eine mangelnde Definition im Bassbereich vorgeworfen, allerdings muss man sagen, dass gerade in der Stegposition bei Singlecoilgitarren dieser Bass sehr gut funktioniert und die Gitarren viel fetter und schon fast "Les-Paul"-artiger klingen lassen kann. Nicht zuletzt ist dies auch der Hauptgrund, warum sich das Pedal gerade in der Nashville-Szene und unter Country- und Countryrock-Gitarristen so großer Beliebtheit erfreut und als "Tele-Dickmacher" gilt. Für meinen Geschmack kann es in diesem Setting auch am besten punkten und ich kenne wenige Pedale, die das mit einer Tele anstellen können, was dem ODR-1 hier so mühelos gelingt.
Nichtsdestotrotz arbeitet der Nobels auch mit Humbuckergitarren sehr gut, wobei hier ein bedachtes Tweaken von Gain und Spectrum sowie das Aktivieren des Bass-Cut-Switches ratsam ist.
Ihr hört erneut die Diego Telecaster und im Anschluss eine Ibanez Artist 2619 mit Häussel '59er Humbuckern.

Drive Spectrum Level Bass-Switch
14:00 13:00 12:00 +

Drive Spectrum Level Bass-Switch
10:00 14:00 14:00 -

Ein weiteres Novum des neuen ODR-1 BC ist die Möglichkeit, ihn mit Spannungen zwischen 9 und 18 Volt zu betreiben. Im Folgebeispiel hört ihr ein dynamisches Picking zunächst bei 18V und im Anschluss bei 9V. Die Unterschiede sind marginal, aber es ist dennoch deutlich zu erkennen, dass die 18V-Variante weniger stark in die Zerrung fährt, aber dafür etwas offener und weniger stark komprimiert klingt. Ganz egal, welche Voltzahl man präferiert, die Dynamik des Pedals ist gut und Nuancen werden klar herausgearbeitet.

Drive Spectrum Level Bass-Switch
14:00 12:00 13:00 -

s

Auf den Basscut-Schalter wurde bereits eingegangen, hier hört ihr jedoch den direkten Vergleich mit einem Humbucker. Ist der Lowcut inaktiv, kann es je nach Ampsetting ganz schön mulmig in den Tieffrequenzen werden, was sich durch ein Umlegen des Dip-Schalters jedoch leicht beheben lässt.

Drive Spectrum Level Bass-Switch
12:00 12:00 12:00 + dann -

Dass der Spectrum-Knopf weitaus mehr als einfach nur ein passiver Tone-Regler ist, könnt ihr hier hören, denn das Signal lässt sich ganz schön verbiegen und in die Extreme fahren. Für meinen Geschmack liegt der Sweetspot jedoch, je nach Instrument, zwischen 10 und 14 Uhr.

Drive Spectrum Level Bass-Switch
11:00 Min - 9:00-12:00-15:00 - Max 13:00 -

Die Gainreserven sind für einen Overdrive immens, vor allem, wenn der Amp schon leicht in den Break-Up fährt. Leadsounds mit viel Sustain bekommt man mühelos aus dem ODR-1 und die Nebengeräusche halten sich dabei vollkommen im Rahmen.

Drive Spectrum Level Bass-Switch
Max 14:00 12:00 +

Hier hört ihr noch ein Praxisbeispiel mit der Diego Telecaster. Die Rhythmusparts sind gedoppelt und werden mit dem Stegtonabnehmer gespielt, während sich das Solo in der Mittelstellung unter Zuhilfenahme von etwas Delay und Reverb präsentiert:

Drive Spectrum Level Bass-Switch
13:00 14:00 13:00 +

Zum Abschluss hört ihr einen Vergleich von ODR-1 BC zum kleinen Bruder ODR Mini. Da die Minivariante nicht über den Bass-Switch verfügt, deaktiviere ich diese für einen fairen Vergleich auch im ODR-1. Für mich sind die Sounds ziemlich ähnlich, wenn man bedenkt, dass auch kleine Spielnuancen Unterscheide machen und die Auslegung der Potiwerte nie ganz übereinstimmen. Im folgenden Soundfile klingt die ODR Mini-Version für mich etwas dichter in der Struktur und der ODR-1 BC einen Hauch offener.

Drive Spectrum Level Bass-Switch
13:00 13:00 12:00 Off

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr vielseitige Sounds
  • flexibel durch Basscut-Switch bei Humbuckergitarren
  • großer Dynamikumfang
  • angemessener Preis

  • keins

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