Test
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05.12.2014

nova i.NOVA380 Test

Aktiv-PA mit Subwoofer und Line-Arrays

Flexibles Kraftpaket

Die Firma nova (Novacoustic) ist eine Marke, die von der Craaft Audio GmbH geführt wird. Nova bietet eine Vielzahl von Speakern und Elektronikprodukten für den professionellen Audiobereich an. Der Hersteller kann hinsichtlich der Entwicklung und Herstellung von Lautsprechersystemen auf 30 Jahre Erfahrung zurückblicken. Das Unternehmen ist mit seiner relativ neuen Produktionsstätte seit 2007 bei Pocking in Deutschland angesiedelt.  

Wir haben von Novacoustic das PA-System i.NOVA380 zur Verfügung gestellt bekommen. Was die, mit 3.847 Euro (UVP) im oberen Marktsegment angesiedelte, PA so zu leisten vermag, erfahrt ihr im folgenden Test.

Details

Gleich vier Pakete bekomme ich an jenem Tag geliefert. Ein dicker, schwerer Würfel, zwei langgezogene sehr schlanke Kartonagen und ein Schuhkarton-großes Paket sind Teil der Lieferung. Die Satelliten kommen einzeln verpackt, und in dem kleinen Karton befinden sich Speakon- und Netzkabel, ein USB-auf-RS485-Konverter und zwei Adapter, die bei Benutzung eines Statives einen variablen Neigungswinkel ermöglichen. Die ganze Ladung wiegt nicht mehr als 50 kg inklusive Verpackungsmaterial. Ich darf also gespannt sein, was das „Leichtgewicht“ klanglich so zu bieten hat, immerhin eilt ihm ja ein sehr guter Ruf voraus...

IN 315 Sub

Der Subwoofer „versteckt“ sich freilich im größten Karton. Zunächst weiß ich gar nicht, welchen der vielen Griffe ich überhaupt packen soll, um das 420 x 600 x 540 mm (B x H x T) große und 26,5 kg schwere Chassis aus der Kartonage zu hieven. Das gute Stück ist mit insgesamt acht Griffen ausgestattet, womit das Handling trotz des stattlichen Gewichts wirklich relativ leicht fällt. „Das ist wohl ein Teil aus dem ganz oberen Regalfach“, denke ich mir noch, als ich einen näheren Blick auf die Verarbeitung des Chassis werfe. Abgerundete Ecken, 15 mm dickes Birkenmultiplexsperrholz, sehr sauber verarbeitete Metallschutzgitter mit schwarzer Pulverbeschichtung und eine sehr strapazierfähige, schwarze Polycarbonat-Lackierung sind als allererste Auffälligkeiten zu nennen. Hinter den Schutzgittern kann man einen schwarzen Akustikschaumstoff ausmachen, der das Innere des Chassis vor ungebetenem kleinteiligen Besuch und vor dem Eindringen von Staub schützt.  

Der Subwoofer kann stehend oder liegend betrieben werden, denn für beide Anwendungen sind Gummifüße am Gehäuse aufgebracht. Die Füße auf der linken Gehäuseseite finden entsprechende Vertiefungen auf der gegenüberliegenden (rechten) Seite. Somit ist es problemlos möglich, mehrere Subs liegend sicher übereinander zu stapeln. Der Screen, der samt Elektronik gut versenkt auf der Rückseite des Chassis eingelassen wurde, ist allerdings nur im stehenden Betrieb gut abzulesen. Beides ist sehr gut durch die weit nach hinten ragenden Griffe geschützt. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser groß dimensionierten Griffe ist, dass die Kabel, die in das Gehäuse geführt werden, so gar nicht abknicken können, nicht einmal dann, wenn das Teil mit der Rückseite dicht an dicht vor einer Wand platziert wird. Für den stehenden und liegenden Betrieb sind gleich zwei M20-Stativaufnahmen verbaut worden. Diejenige, welche sich auf der Oberseite befindet, ist ergonomisch vorbildlich in den Tragegriff eingearbeitet, der sich trotzdem von allen Seiten sehr gut anfassen lässt.  

Im Inneren des IN 315 Sub arbeitet, wie der Modellname bereits erahnen lässt, ein konusförmiger 15 Zoll Bass-Speaker. Der 8-Ohm-Treiber mit dem Typenschild NOVA 15/700 N/D ist mit einem Neodymmagneten bestückt und steckt in einem Bassreflexgehäuse. Bei einem kugelförmigen Abstrahlverhalten realisiert der 315er einen Übertragungsbereich von 34 bis 300 Hz bei einer Toleranz von –10 dB bzw. 38 Hz bis 270 Hz bei +/- 3 dB Abweichung. Der maximale Schalldruck wird seitens des Herstellers mit 129 dB SPL (Peak) und einer Empfindlichkeit von 99 dB (1 Watt/1m) angegeben.  

Nun zur Elektronik...

Diese reicht fast über die gesamte Höhe des Gehäuses. Die integrierten Endstufen liefern dem Subwoofer 1000 Watt (RMS), und 2x 440 Watt (RMS) sind für die beiden Satelliten reserviert. Oben finde ich die Bedieneinheit für die mit 96 kHz arbeitenden DSPs, die aus sechs Tastern und einem blau beleuchteten Display besteht. Unter den Tastern befinden sich, alle hübsch untereinander angeordnet, die analogen und digitalen Ein- und Ausgänge. Konkret liegen dort von oben nach unten: ein analoger Ausgang, zwei analoge Inputs und schließlich ein digitaler Link-Out, gepaart mit einem digitalen AES/EBU-Eingang. Darunter schließen zwei CAT5-Buchsen an, über die man mit einer PC-Software auf die DSP-Einstellungen des Systems zugreifen kann. Es wird ein Adapter von CAT5 auf USB mitgeliefert, mit dessen Hilfe ohne Netzwerkerei auf dier 315er zugegriffen werden kann. Darunter finde ich ein winziges Schraub-Poti, welches zum Absenken des Subwoofer-Pegels um sechs dB dient.

In der untersten „Etage“ residieren nebeneinander die drei Speakon-Ausgänge. Zwei von ihnen dienen zur Ansteuerung der Satelliten, während der dritte Out, namentlich „Ext. Sub Out“, zur Speisung eines zweiten passiven Subwoofers angedacht ist. Hiermit kann und soll man z.B. den optional erhältlichen passiven IN 15 Sub P versorgen. Über den Speakon-Ausgängen sind das Netzteil mit Ein/Aus-Schalter und die Lüftereinheit untergebracht. Der Netzanschluss ist als Powercon-Buchse ausgeführt. Die restliche Oberfläche des Einschubs dient als Kühlblech und nimmt etwa die Hälfte der Fläche in Anspruch. Eine kleine grüne LED, welche bei Aktivwerden des Limiters rot leuchtet, entdecke ich zu guter Letzt in der Mitte der Elektronikeinheit. Die Bedienung des DSPs erfolgt, wie bereits erwähnt, über sechs weiße Tasten.   Das Navigieren durch die umfangreiche Menüstruktur samt Konfiguration gestaltet sich bei einem Display dieser Größe wie erwartet kompromissbehaftet und durchaus ein wenig anstrengend. Die Anzeige verfügt lediglich über zwei Zeilen und jede Zeile über 17 Zeichen. Das muss wohl reichen. Mit den sechs Tastern „Prev“, „Next“, „Up“, „Down“, „Sel/Exit“ und „Enter“ navigiert sich der User durch das „Mäusekino“.  

Nach Einschalten gelange ich automatisch auf die Main-Page des DSP-Menüs. Von hier aus hat man Zugriff auf alle wichtigen Hauptfunktionen, wie z.B. das Laden und Speichern der Presets. Mit den „Next-„/ “Prev“-Tasten hangelt man sich durch die Menüseiten. Durch zweifaches Drücken auf den „Next“-Button erreiche ich die „Input“-Ebene. Hier kann die Eingangsquelle selektiert werden -  „Analog“ und „Digital“ stehen hier zur Auswahl. Nach einem weiteren „Push“ eröffnet mir das Menü, die Input-Optionen detaillierter zu betrachten und gegebenenfalls zu verändern. Der Benutzer hat nun Zugriff auf die Parameter „Gain“, „Delay“, „HPF“ und „LPF“ (Highpass- und Lowpass-Filter). Bei den Filtern kann die Flankensteilheit bestimmt werden, zudem kann hier ein sechsfach parametrischer Equalizer aktiviert werden. Eine Menge Features, wenn man sich mal klarmacht, dass es hier lediglich um die Eingangssektion geht.  

Als nächstes navigiere ich mich durch die Ebenen, in denen der analoge XLR-Out, hier mit „Aux“ bezeichnet, und der „Speakon Sub Out“ konfiguriert werden. Hier stehen noch ein paar Funktionen mehr bereit als in der Eingangssektion. Sozusagen „on Top“ gibt es eine „Mute“- und eine „Polarity“-Funktion sowie einen Limiter. Dieser verfügt über die üblichen „verdächtigen“ Parameter wie Threshold, Attack und Release. Attack wird in Millisekunden und „Release“ mit einem Multiplikatorwert (im Verhältnis zu „Attack“) justiert. Man wählt beispielsweise als Attackzeit 0,3 ms und stellt dann den Release-Wert auf „2x“ ein, was bedeutet, dass die Releasezeit dann 0,6 ms beträgt.  

Ein interessantes Feature für die Ausgänge entdecke ich noch in dem Untermenüpunkt „Mixer“. Hier kann zwischen linkem oder rechtem Kanalsignal oder der Summe aus L/R gewählt werden. Ansonsten verfügen Sub- und Aux-Out über die gleichen Optonen wie der Eingangsbereich. Es lässt sich ebenfalls auf „Gain“, „Delay“, „HPF“, „LPF“ und einen sechsfach parametrischen EQ zugreifen. Für den Main-Out (Speakon) stellt der DSP für links und rechts die gleiche Parametervielfalt wie beim „XLR Aux Out“ und „Speakon Sub Out“ bereit. Jede Menge Einstellmöglichkeiten also, bei denen im Grunde kein Wunsch offen bleiben sollte.  

Die übrigen Menüpunkte seien hier der Vollständigkeit halber erwähnt. Durch Drücken des „Next“-Buttons erscheint im Display die Meldung „Device ID Set“. Hier kann man bei einem Verbund von mehreren IN315Subs eine individuelle ID vergeben, damit man mithilfe der Remote-Software wie mit einer klassischen Fernbedienung gezielt auf einzelne DSPs zugreifen kann. In weiteren Menü-Unterseiten sind nützliche Features untergebracht, wie z.B. der „Panel Lock“ (passwortgeschütztes Sperren des Bedienpanels), „Backlight Set“ (Konfiguration der Display-Hintergrundbeleuchtung) und „Version Info“, welches die Version der installierten Software preisgibt.  

Das System kommt serienmäßig mit fünf DSP-Presets beim User an:  

  1. Flat
  2. Entertain
  3. Rock
  4. Voice
  5. DJ  

Die Namen der Presets sind selbsterklärend. Als optionales Zubehör kann die Distanzstange ROD1 für die Satelliten und eine IB15 Tragetasche für den Subwoofer erworben werden.

Die Satelliten IN8

7 kg wiegt eine der 130 x 845 x 132 mm (B x H x T) schlanken und optisch sehr ansprechenden Säulen. Die Speaker befinden sich in einem schwarzen mit Polycarbonat-Lack veredelten 12 mm Gehäuse aus Birkenmultiplexsperrholz. Das Frontgitter ist wie auch beim Sub schwarz und pulverbeschichtet und kommt ohne einen innenliegenden Akustikschaumstoff aus. Es sind immerhin acht 3-Zoll-Treiber mit der Bezeichnung „NOVA 3/60ND“ und ein zentraler Bändchenhochtöner (NOVA NRD101), welcher auf ein Horn zuarbeitet, das in der passiven Fullrange IN8 seinen Job verrichtet. Die Treiber sind in D’Appolito-Anordnung eingebaut, was bedeutet, dass der Bändchenhochtöner in der Mitte von jeweils vier oben- und vier untenliegenden 3-Zoll-Treibern angebracht ist. Dieses Layout wird gewählt, um ein möglichst ausgeglichenes Abstrahlverhalten über den gesamten Frequenzbereich zu erzielen. Bei einer Übergangsfrequenz von 4,5 kHz und einem Abstrahlwinkel von 100 x 25 Grad erreicht die Box einen maximalen, vom Hersteller angegebenen Schalldruck von 123 dB SPL (Peak), bei einer Empfindlichkeit von 97 dB SPL (1 Watt/ 1 m). Der Übertragungsbereich reicht von 82 Hz bis 20 kHz bei maximal -10 dB Abweichung und für uns ein wenig relevanter: 92 Hz bis 18 kHz bei max. +/-3 dB Abweichung. Die empfohlene Verstärkerleistung beträgt 440 Watt (Continous), 880 Watt (Programm) und 1.760 Watt (Peak) und ist somit perfekt auf die Endstufenpower des Subwoofers abgestimmt - so ein Zufall!  

Die 4-Ohm-Box verfügt rückseitig über zwei Speakon-NL4-Ports. Einer dient als Eingang, der zweite als Thru, um, wenn benötigt, weitere Lautsprecher in Reihe zu schalten. Am unteren Ende befindet sich ein 35 mm Tripod-Adapter für die Aufnahme einer Stativstange. Die Position des Adapters ist derart gewählt, dass die Box ohne umzufallen aufrecht auf den Boden gestellt werden kann und der Tripod obendrein noch als Stütze nach hinten hin dient. An dieser Stelle sei erwähnt, dass dem Bundle ein FP1-Adapter beiliegt, mit dem es möglich ist, den Neigungswinkel des Lautsprechers zu verändern. Mit dem normalen Tripod ist das nicht drin. Als optionales Zubehör kann ein IWK (Wall mount kit) für die Montage an der Wand, ein SG1-T-Stück für die Nutzung von zwei IN8 auf einem Ständer und eine IB8-Tragetasche erworben werden.

Pro & Contra

  • Sehr hochwertige Komponenten
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Vielseitige Konfigurationsmöglichkeiten
  • Exzellenter Klang
  • Remote-Betrieb über PC

  • Keine Remote über Tablett-PCs oder Macs

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