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Test
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24.09.2009

Bidirektionale Kommunikation

Das Herzstück dieser sogenannten „bidirektionalen Kommunikation“ ist die mitgelieferte Automap-Software. Automap verpackt die DAW und jedes einzelne Plug-In mit einem zusätzlichen Programm, um beispielsweise die Verbindung zwischen Mixer, Transportfunktionen, Software-Synthies, Samplern und Effektgeräten auf der einen und dem MIDI-Controller auf der anderen Seite herzustellen. Wem die voreingestellten Zuweisungen nicht gefallen, kann sie mit einer einfachen Lernfunktion nach Belieben umprogrammieren. Von Ableton Live kennen wir schon ähnliche Funktionen und Presets, die auf bestimmte Controller zugeschnitten sind. Dass es aber auch andersherum, also von Controllerseite aus funktionieren soll, klingt neu, interessant und spannend. Für die Entwicklung der Automap-Software hat Novation 2008 übrigens den englischen Queen’s Award für Innovation eingeheimst. Ich muss gestehen, dass ich seit den Klassikern DrumStation und BassStation bekennender Novation Fan bin, versuche mich aber von diesen Vorschusslorbeeren nicht beeindrucken zu lassen. So wird auch der SL MkII schonungslos durch die Mangel gedreht und muss zeigen, was er kann oder vielleicht auch nicht.

 

Den SL MkII gibt es in vier unterschiedlichen Größen: 61, 49, 25 und Zero

Den Luxuscontroller gibt es in vier unterschiedlichen Größen: 61, 49, 25 und Zero, wobei sich die Zahl immer auf die Anzahl der Klaviertasten bezieht. Ansonsten haben alle vier Versionen die gleichen Regler und die gleichen Features. Der Zero unterscheidet sich von seinen großen Geschwistern - abgesehen vom Fehlen der Pianotastatur - lediglich durch eine etwas andere Anordnung der Regler und einen zusätzlichen Crossfader als kleines DJ-Schmankerl. Der Paketdienst hat mir den Karton mit dem 49 SL MkII in die Hand gedrückt und jetzt packe ich ihn in meinem Studio aus - was gibt es Schöneres als Auspacken!

Hardware
In unserer ersten Kennenlernphase lasse ich mich schnell vom vertrauenserweckend seriösen und aufgeräumten Design des SL MkII in den Bann ziehen. Schlicht und sexy. Das Instrument – bewusst zieht Novation die Bezeichnung „Instrument“ dem Wort „Controller“ vor – erscheint erfrischend schnörkellos in einem schwarzen Plastikgehäuse mit einer großen Kontrollfläche im Brushed-Aluminium-Look, auf der die Bedienelemente angebracht sind. Unter einem länglichen, blau leuchtenden 144-Zeichen-LCD-Display auf der linken Seite reihen sich untereinander in gleicher Breite jeweils acht leuchtende Buttons, Endlosdrehregler mit roten LED-Ringen, wieder Buttons, dann unbeleuchtete Potis und in der letzten Reihe acht berührungsempfindliche Triggerpads auf. Im gleich großen Feld rechts daneben finden wir acht Fader mit zwei weiteren Buttonreihen - das beim ReMOTE SL noch vorhandene zweite Display fehlt leider. Die untere der beiden Reihen ist mit den Steuerungszeichen Start, Stop, Record, Pause, Forward, Rewind und Loop für die Transportfunktionen versehen, während unter der Fader-/Tastereinheit einige Menüführungs- und Edit-Buttons sowie ein Speed Dial Regler auf ihren Einsatz warten. Zwischen den beiden Bedienfeldern finden sich die Buttons, die das Display für die Anzeige der Namen und MIDI-Daten der jeweiligen Reihe aktivieren. Bei den Fadern und Reglern reicht es sogar, wenn man sie nur zart wie eine Feder berührt, damit das Display auf die Daten der entsprechenden Zeile wechselt. Wow, ich bin beeindruckt! Dieses Special funktioniert allerdings nicht bei den Buttonreihen und den Triggerpads. Mir schwant, dass es beim schnellen Arbeiten etwas verwirrend sein könnte, weil diese an und für sich sehr gute und intuitive Bedienidee nicht konsequent bei allen Steuerungselementen Anwendung findet.

Den Platz links unten besetzen ein großes x/y-Trackpad und ein Joystick für Modulation und Pitch. Auf der Unterseite des Keyboards kann man einstellen, ob der Joystick automatisch auf den Modulationswert „0“ zurückspringt oder frei beweglich bleibt.
Das aftertouchfähige Keyboard mit halbgewichteten Tasten des italienischen Traditionsherstellers Fatar, der auch Ausrüster von Marken wie Waldorf und Access Virus ist, spielt sich sehr angenehm, genauso wie die Fader und Regler durch eine gute Haptik überzeugen und sich nicht zu leicht oder zu schwer bewegen lassen. Die Rückseite wartet mit einem USB-Anschluss, einem MIDI-Quartett mit zwei Out, einem In und einem Thru und Anschlussmöglichkeiten für Sustain- und Expression-Pedal auf. Der Controller bezieht seinen Strom über USB, aber es gibt auch die Möglichkeit, ihn per 9V-Netzteil zu versorgen. Insgesamt macht das Gerät einen sehr robusten, zuverlässigen und widerstandsfähigen Eindruck, wie man es von Controllern aus dem Hause Novation gewohnt ist und auch erwartet. Zusätzlich findet sich in der Verpackung eine DVD mit dem reichhaltig ausgestatteten Xcite+ Bundle. Es enthält Ableton Live 7 Lite, 502 MB „Mike the Drummer“ Drumloops, die Vollversion der Novation BassStation und eine Loopmasters Sample Library mit 1GB an freien Samples.

Pro & Contra

  • Gute Verarbeitung
  • Große Auswahl an gut bedienbaren Reglern, Fadern, Buttons, Encodern, Mod/Pitch Wheel, X/Y Trackpad
  • Fatar Tastatur
  • Automatische Controller-Zuweisung für alle AU, VST 1 und 2, Pro Tools (RTAS und TDM) Plug-Ins
  • Reichhaltiges Software-Bundle

  • (Noch) nicht kompatibel mit DAW-internen Plug-Ins in Logic, Cubase VST3 und Ableton Live
  • Automatische Controller-Zuweisungen nicht immer sinnvoll
  • Parameterdarstellung im Display oft unübersichtlich
  • Berührungsempfindlichkeit nicht konsequent auf alle Funktionen angewandt
  • Handbuch nur als PDF und teilweise nur in Englisch

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