Hersteller_Novation Workshop_Folge
Workshop
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15.04.2014

CYMBALS / HIHAT

Zu dieser Soundkategorie zählen Crash und Ride sowie Hihats in offener und geschlossener Variante. Diese Sounds lassen sich leicht mit Hochpass-gefiltertem Weißen Rauschen und einer dem Instrument entsprechenden Lautstärken-Hüllkurve programmieren. 

Crash / Ride
Ob es sich nun um ein synthetisches Crash- oder Ridebecken handelt, unterscheidet man am besten daran, wie filigran oder plakativ sich der Sound in das restliche Klangbild einfügt. Dies wird in diesem Fall maßgeblich von der Eckfrequenz des Hochpassfilters beeinflusst, welche ich aus diesem Grund innerhalb der Klaviaturfunktionen dem Modulationsrad zugewiesen habe. So kann man den Sound im Einzelfall für die Verwendung als Crash oder Ride anpassen. Eine dezente Modulation der Filterfrequenz per Mod Env sorgt für eine Akzentuierung des Attack.

BPM Crash
Diese Abwandlung des synthetischen Crash-Sounds bewegt sich schon im Grenzbereich zu Effektsounds, übernimmt in modernen Musikstilen aber immer wieder die musikalische Funktion des Crashbeckens oder sogar einer Hihat. Im Grunde handelt es sich um Weißes Rauschen, dessen Hochpassfilter von dem BPM-synchronisierten LFO 2 moduliert wird. Entscheidend sind die „LFO 2 depth“-Zuweisung im Filter sowie die per Klaviaturfunktion aktivierte BPM-Synchronisierung von LFO 2, die über den Temporegler des (inaktiven) Arpeggiators eine komfortable Anpassung des Effekts an das Songtempo ermöglicht.

Hihats / Shaker
Hier entscheidet die Lautstärkenhüllkurve nach den folgenden Faustformeln, welche Klänge erzeugt werden:

  • Minimale Werte für Attack, Sustain und Release sowie kurze Decay-Zeit = Closed Hihat
  • Erhöhung von Decay und ggf. Sustain und Release = Open Hihat
  • Erhöhung der Attack-Zeit = Shaker/Maracas

Die Frequenz des Hochpassfilters entscheidet wieder einmal darüber, wie filigran oder druckvoll der Sound ist, dementsprechend habe ich die Filterfrequenz dem Modulationsrad zugewiesen, um den Sound flexibel anpassen zu können.

PERCUSSION

Cowbell
Mit dem folgenden Soundprogramm habe ich versucht, einen entfernt an die berühmt-berüchtigte TR 808-Cowbell erinnernden Sound nachzubilden. Als Basis des Sounds dienen zwei Dreieckwellen der beiden Oszillatoren, wobei Osc 2 um eine Septime höher gestimmt ist. Außerdem sorgt ein dezentes, gegeneinander verstimmtes Finetuning beider Oszillatoren für eine artgerechte tonale Schwebung. Neben der auf perkussiv getrimmten Lautstärkenhüllkurve sorgen eine Hüllkurvenmodulation des Filters sowie der marginal vernehmbare Rauschgenerator für den entsprechenden Attack des perkussiven Sounds.

Noise Lead
Diesen perkussiven Leadsound, der quasi als Zufallsprodukt während der Erstellung der Drumsounds zu diesem Workshop entstanden ist, möchte ich Euch nicht vorenthalten. Wieder einmal können die Oszillatoren pausieren, da wir uns des selbstoszillierenden Filters samt (fixem) Keyboardtracking bedienen. Über die Filterfrequenz muss der Sound zunächst gestimmt werden, wobei ich mir vorstellen könnte, dass es ggf. Bauteil-bedingte Schwankungen zwischen verschiedenen Bass Station II-Exemplaren gebe könnte. Bei einer Filterfrequenz (24dB/HP) von 121 jedenfalls ist meine BS II exakt gestimmt und musikalisch über die Tastatur spielbar. Der Einsatz des Rauschgenerators prägt den Sound maßgeblich, Overdrive und Distortion sorgen für zusätzlichen Punch und Schmutz. Da wir es hier nicht mit den eigentlichen Oszillatoren zu tun haben, hat das Pitchwheel kein Auswirkung auf die Tonhöhe, mit einem kleinen Trick kann man sich aber behelfen: Innerhalb der Klaviatur-Funktionen habe ich Filtermodulationen dem Modulationsrad (-2) und Aftertouch (+2) zugewiesen, worüber sich ein Pitchbending-Effekt steuern lässt. 

FAZIT

Wie man sieht, hat die Novation Bass Station II auch abseits toller Bass- und Leadsounds einiges zu bieten und ich hoffe, dass Ihr die hier angebotenen Sounds als Basis für Eure eigene Soundprogrammierungen verwenden könnt. Außerdem würde ich mich in den Kommentaren über Anregungen und Tips von Eurer Seite freuen, schliesslich bin auch ich ein „BS2“-User, der mit Sicherheit noch nicht alle Facetten dieses tollen Synthesizers entdeckt hat.

Zum Abschluss gibt es hier noch einmal die Soundsheets als PDF-Dateien zum Download:

Die SYX-Files zum Laden in die Bass Station II könnt Ihr Euch unter dem folgenden Link herunterladen:

Und für alle, die (noch) keine Bass Station II besitzen, gibt es hier eine Auswahl der Sounds als 24bit-Samples zum Download.

Veröffentlicht am 15.04.2014

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