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Test
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31.07.2013

Novation Launchpad S Test

Pad-Controller

Brettspiel

Fast vier Jahre ist es jetzt her, dass Novation mit dem Launchpad eine ebenso robuste wie elegante Lösung präsentierten, um Ableton Live und dort im Speziellen den Clip-View unter Kontrolle zu halten. Mit einem angehängten „S“ im Namen tritt nun die zweite Generation des Launchpads in die Fußstapfen seines beliebten Vorgängermodells und wir haben uns angeschaut und ausprobiert, was ihm an Neuerungen mit auf den Weg gegeben wurde.

Anders aber als noch vor vier Jahren, wo das Launchpad neben den APCs von Akai (die über eine ähnliche Trigger-Matrix verfügen) auf einen noch weitgehend überschaubaren Markt traf und sich entsprechend schnell verbreiten konnte, gibt es heute eine breite Palette von Tast-Kommandogebern, die sich allesamt bestens für das Auslösen von Samples/Clips in Ableton Live eignen. Das beginnt bei den unzähligen (und kostengünstigen) iPad-Lösungen (z.B. Liine LiveControl 2, touchAble oder auch TouchOSC) und geht weiter mit teureren Hardware-Lösungen, wie etwa dem Keith McMillen QuNeo, der Livid Base oder dem Electrix Tweaker sowie dem neuen Flaggschiff-Controller aus dem Hause Ableton selbst, getauft auf den Namen Push. Es ist also kein ganz einfaches Terrain, in dem die zweite Ausgabe des Launchpad S nun um die Gunst der Live-Anwender ringt. Höchste Zeit also, dem Plastikbrettchen mal auf den Zahn respektive die Tasten zu fühlen.

Details

Das Novation Launchpad S ist ein universeller, über den USB-Bus mit Strom versorgter, klassenkompatibler MIDI-Controller. „Universell“ ist in dem Zusammenhang wichtig, denn das Launchpad S empfiehlt sich nicht nur für den Betrieb mit Ableton Live, sondern darf auch zur Befehligung jeder anderen MIDI-Anwendung herangezogen werden. Hilfreich beim schnellen Adressieren des Controllers auf alternative Programme erweist sich hierbei Novations Automap-Software, die zwischenzeitlich bei Version 4.7 angelangt ist.

Zurück zum Launchpad S: Auf einer quadratischen Stellfläche von 24 x 24 cm und einer Höhe von 2 cm bietet es Platz für ein 64-Tasten-Raster, bestehend aus 8 x 8 rechteckigen, dreifarbig hintergrundbeleuchteten Pads. Im Norden wird diese Matrix von 8 runden, ebenfalls hintergrundbeleuchteten System-Tastern (nicht zuweisbar), im Westen von acht Funktions-Tasten (zuweisbar) flankiert. Mit nur 760 g Lebendgewicht fällt das Launchpad S ganz klar in die Kategorie der „Musikgeräte“, die sich unkompliziert im Messenger-Bag transportieren lassen.

Auspacken

Der handlichen Verpackung entnehme ich den Controller selbst, ein angewinkeltes USB-Kabel, ein Quickstart-Manual, eine Software-Lizenzkarte sowie einen Bogen Aufkleber mit Feldern für eigene Beschriftungen und Funktionen, die im optionalen Zusammenspiel mit FL Studio relevant sind. Die mitgelieferte Quickstart-Anleitung (leider nur auf Englisch) reicht für die Inbetriebnahme des Controllers mit Ableton Live aus. Für detailliertere Informationen muss sich der potenzielle Besitzer allerdings auf die Novation Homepage begeben, wo sich neben einem Reference-Guide, der wertvolle Tipps zur Programmierung gibt, auch eine Sammlung von Max-Patches einfindet. Wer allerdings der inkludierten Software habhaft werden möchte, kommt um die Registrierung seines Controllers nicht herum. Hat man sich durch die Anmeldeprozedur gehangelt, ist der Weg frei, sich Ableton Live in einer „Launchpad Edition“ herunterzuladen. Genau genommen handelt es sich hierbei mehr oder weniger um ein Live Lite 8 mit maximal 10 Audiospuren, 4 VST-Instrumenten und 2 Sends. Das dürfte für die allerersten Schritte beim Musikmachen durchaus ausreichen, zumal die so erstellten Projekte mit größeren Live-Versionen kompatibel sind. Ebenfalls im Bundle enthalten ist eine Vollversion von Novations Plug-in „Bass Station“. Lobenswert, denn den kleinen versatilen Synth kann man für irgendein Analog-Geblubber eigentlich überall gewinnbringend einsetzen. Die dritte Beigabe ist ein Samplepack (knapp 600 MB) aus der Loopmasters-Manufaktur, das sich recht stilecht zeitgenössischen Musik-Spielarten wie House, Hip-Hop und Dubstep widmet.

Äußerlichkeiten

Das vormals schwarze Gehäuse des Launchpads hat in Version S nun eine dezente graue Lackierung verpasst bekommen und das bisherige Grün der Beschriftung ist einem unaufdringlichen Orange gewichen. 

Positiv zu vermerken ist auch, dass die zwei mittleren Taster in den Diagonalachsen mit einem kleinen, fühlbaren Punkt versehen sind, was insbesondere blinden aber auch sehenden Musikern die Positionierung der Finger auf den Pads erleichtert. Dazu möchte ich anmerken, dass ich in den Jahren meiner Tester-Tätigkeit erstaunlich viel Zuschriften von nicht sehenden Musikern erhalten habe und mit Erstaunen und Bewunderung feststellen durfte, wie trickreich sie sich teilweise zu helfen wissen. Gleichzeitig aber, wie wenig die Hersteller auf diesen Kundenkreis eingehen. Bei den Pads selbst kann ich – bis auf die von Novation angepriesene, höhere Refresh-Rate der Tastimpulse – keine Veränderung feststellen. Muss auch nicht, denn die kleinen, sich dezent „pudrig“ anfühlenden Gummi-Rechtecke verfügen bereits seit der ersten Version über ein ordentliches Schaltverhalten mit einem angenehm leichten und dennoch deutlich spürbaren Klickpunkt.

Installation

Dank Plug-and-Play-Unterstützung (PC/MAC) meldet sich der Controller beim gastgebenden Rechner direkt nach dem Einstöpseln und ohne die Notwendigkeit Treiber zu installieren zum Dienst – sehr schön. Dennoch habe ich es für den Test vorgezogen, die aktuellen USB-Treiber in der Version 2.5 herunterzuladen. Halte ich während des Einstöpselns die vier oberen Systemtaster auf der rechten Seite gedrückt, gelange ich in den Bootloader-Modus, wo ich bei Bedarf die Hardware ID (1-16) ändere, eine neue Firmware aufspiele oder die Helligkeit der Taster festlege.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Einfache Einrichtung (Live, FL Studio)
  • Plug-and-Play
  • Extrem rutschsicher
  • Bewährtes Konzept
  • Stromspar-Modus zum Betrieb am iPad
  • Ordentliches Softwarepaket

  • Keine Anschlagdynamik
  • Keine RGB-Beleuchtung

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