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19.12.2019

Novation Launchpad X

Pad-Controller für Live

Was kommt nach X?

Vor kurzem hat Novation die Launch-Serie überarbeitet und drei „neue“ Produkte vorgestellt, darunter Launchpad Mini MK3 und Launchkey Mini Mk3. Bei allen beiden handelt es sich offensichtlich um Aktualisierungen – lediglich aus dem Lauchpad X wird man nicht auf Anhieb schlau. Schließlich werden auf der Website weiterhin das alte Launchpad, das Launchpad Pro und auch noch das Launch Control XL angeboten.

Checkt man die einschlägigen Online-Stores wird allerdings klar, es wird wohl nur noch abverkauft und die alten Teile sicherlich bald von der Website verschwinden. Das Launchpad X wäre dann das neue große Launchpad oder – je nach Betrachtungsweise – der Push 2 des kleinen Mannes.

Details

What it is

Das Novation Launchpad X ist ein kompakter USB-MIDI-Controller mit 64 Pads und 16 weiteren Tastern. Er ist universell einsetzbar, aber mit den enthaltenen Scripten für Ableton Live besonders schlau zu verwenden. Ableton Live 10 Lite ist enthalten, für Benutzer älterer Versionen ist aber mindestens Live 9.2 nötig.

Das „schlaue Verhalten“ des Controllers wird durch die bidirektionale Kommunikation sowie das kontextsensitive Verhalten des Controllers ermöglicht. Klingt kompliziert, soll aber auch nur heißen: Ihr könnt mehr Funktionen eurer Software nutzen, als ihr vielleicht vermutet. Und der Controller gibt euch auch Feedback in Form von unterschiedlicher Beleuchtung der Pads. Kurz: Ihr könnt den Mixer, Instrumente sowie Plugins von Ableton Live und noch viel mehr steuern – nun aber der Reihe nach.

64 RGB-Pads mit Velocity und Aftertouch

Das Kernelement des 241 x 241 mm großen Launchpad X ist die 64-Pad-Matrix. Die Pads leuchten rot, grün, blau, gelb, lila, türkis sowie orange und sind alle anschlagsempfindlich sowie aftertouchfähig. Letztere sind ein echter Vorteil gegenüber dem günstigeren Launchpad Mini MK3. Die restlichen 16 Pads dienen überwiegend der Steuerung der Mehrfachbelegungen sowie auch der Navigation inklusive Record und Capture-Midi, einer Funktion bei der bereits gespielte Noten in einen neuen Clip eingefügt werden, selbst wenn währenddessen keine Aufnahmebereichtschaft aktiviert wurde.

Der rund 800 g schwere Controller ist mit einer Höhe von 17,5 mm und robustem USB-C-Anschluss deutlich kompakter und solider als die Vorgänger und außerdem cleaner designt. An der Unterseite findet sich ein großer Gummifuß, der den Controller gegen Verrutschen auf glatten Oberflächen absichert. Zum Lieferumfang gehört ein kleines Softwarepaket inklusive Ableton Live Lite und auch ein passendes USB-Kabel (USB-C auf Typ-A).

Session und Mixer Mode

Die Ableton-Live-Session-Ansicht besteht aus Tracks und Szenen, die eine Matrix bilden und die sogenannten Audio/MIDI-Clips enthalten. Im Session Mode des Lauchnpad X kann man dann genau diese Ansicht gesteuert und Clips gestartet, gestoppt und aufgenommen werden. Die Pad-Matrix kann bis zu 64 Clips abbilden und übernimmt weitestgehend deren Farbe – Braun lässt sich beispielsweise aber nicht darstellen. Die Auswahl wird in Live durch ein buntes Viereck in der Session-View wiedergegeben und lässt sich mit den vier Cursorn oben links am Controller natürlich auch verschieben. Die Pads rechts außen starten Szenen.

Betätigt man den Session-Mode ein zweites Mal, gelangt man in den Mixer Mode und kann mit den Szenentastern eine der folgenden acht Unterfunktionen auswählen: Volume, Pan, Send A, Send B, Stop Clip, Mute, Solo und Record Arm. Die ersten vier Unterpunkte verwandeln jeweils acht Pads in einen Fader und machen so bis zu acht Spuren – entsprechend der Pad-Auswahl – gleichzeitig bedienbar. Man kann dann beispielsweise die Volume-Fader betätigen, indem man über die Pads von unten nach oben wischt. Besonders clever: Man kann den Zielwert auch einfach antippen – und je nachdem, wie schwach bzw. hart man dies tut, geht die Änderung langsamer bzw. schneller vonstatten. Sogar Microvalues werden unterstützt, wenn man das Ziel-Pad mehrfach antippt.

Die anderen Unterkategorien – Stop-Clip, Mute, Solo sowie Record Arm – verhalten sich wie der normale Session-Mode, mit dem kleinen Unterschied, dass die unterste Reihe der 64 Pads nun die entsprechenden Funktionen pro Track übernimmt. Auf kleinstem Raum gibt es also eine Menge intuitiver Steuerungsmöglichkeiten und Doppelbelegungen für den kreativen Mix. Das alles ist deutlich ausgefuchster als beim simplen Launchpad Mini, das beispielsweise gar keinen Mixer-Mode kennt.

Komplexer Note Mode

Auch der Note und Scale Mode beim Lauchpad X ist umfangreicher als beim Mini. Außerdem ist er in das Gerät eingebaut, somit nicht von Ableton Live abhängig und damit in jeder anderen DAW bzw. mit jedem anderen MIDI-Gerät verwendbar.

Von links nach rechts lassen sich Noten chromatisch spielen. Betätigt man den Note-Mode-Pad-Taster ein zweites Mal, gelangt man in ein Untermenü und kann zwischen 16 verschiedenen Scales, der Rootnote sowie den MIDI-Channels wählen. Auch der Overlap zwischen den Pad-Reihen ist einstellbar, sodass zwischen verschiedenen Spielweisen unterschieden werden kann (Sequential, 1-Finger, 2-Finger, 3-Finger, 4-Finger und 5-Finger). In Ableton Live erkennt das Lauchpad X zusätzlich, ob ein Drum Rack ausgewählt wurde, und ändert die Darstellung, um geladene Samples anzuzeigen.

Man kann sich die einerseits Scales nur anzeigen lassen und jede Note spielen – und andererseits auch den Scale-Mode aktivieren, wodurch Pads, die nicht zur Scale gehören, nicht auslösen. Relevante Noten leuchten als blaue Pads, während Oktaven lilafarben gekennzeichnet werden. Folgende Skalen gibt es: Major, Minor, Dorian, Phrygian, Mixolydian, Melodic Minor, Harmonic Minor, BeBop, Blues Scale, Minor Pentatonic, Hungarian Minor, Ukranian Dorian Mode, Marva, Todi. Whole Tone Scale und Hirajoshi.

Mit den dunkelblauen Pads werden die 16 verschiedene Scales gewählt. Die Klaviatur darüber visualisiert zusätzlich welche Noten nun weggelassen werden . Und die Rootnote lässt sich auch wählen. Die gelben Pads definieren die 16 MIDI-Channel, links oben lässt sich der Overlap einstellen. Das rote Pad oben rechts aktiviert den Scale-Mode.

Vier Custom Pages

Eigentlich braucht man kaum mehr zur Bedienung. Für den Fall der Fälle gibt es aber noch vier weitere Custom-Modes bzw. Pages, auf denen man die Pads beliebig konfigurieren kann. Das funktioniert online, via Chrome Browser, wenn das Lauchpad per USB verbunden ist. Der Online-Konfigurator ist sehr komfortabel und fügt nach Belieben Fader, Schalter, Klaviaturen und Drum-Felder hinzu. Einen Device-Control Mode ist aber leider nicht dabei.

Außerdem gibt es vier Setting-Pages, die tiefergehende Einstellungen zu LED, der Velocity, dem Aftertouch und dem Faderverhalten bieten.

Softwarepaket

Das mitgelieferte Softwarepaket ist wirklich gut und beinhaltet neben der Ableton-Live-Lite-10-Version eine zweimonatige Mitgliedschaft bei Splice Sounds, wo es lizenzfreie Loops, Sounds und Presets gibt. 

Aber auch das AAS Session Bundle inklusive Lounge Lizard Session (E-Piano), Strum Session (Electric Guitar) und Ultra Analog Session (Synths) genauso wie die XLN Additive Keys gibt es dabei zur freien Auswahl. Der Klevegrand ROVerb (Reverb) und die DAW Cassette (Tape-Emulation) sowie das Softube-Time-and-Tone-Bundle runden die Auswahl ab. Allein die Plugins haben dabei einen Wert von ca. 365 US-Dollar – nicht schlecht.

Pro & Contra

  • Umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten
  • Note und Scale-Mode standalone nutzbar
  • Dickes Softwarepaket

  • Kein Device Control Mode

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