Test
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13.12.2011

DETAILS

Auf einen Blick

Im feinsten, hochglänzenden Clavia-Rot pellt sich das kleine Kästchen (15,9 cm x 3,2 cm x 13,3 cm) aus einem ebensolchen Karton. Das verhältnismäßig schwere Metallgehäuse macht einen stabilen und sturzsicheren Eindruck und findet dank seiner kompakten Größe und der vier selbstklebenden Gumminoppen sicheren Stand auf jedem Nord Instrument. Die Bedienoberfläche des DB-1 gestaltet sich relativ übersichtlich. Auf der Oberseite des Gehäuses tummeln sich die neun Zugriegel. Diese sind umfunktionierte handelsübliche Fader, deren Faderkappen in Form und Farbe dem Retro-Look alter Hammondorgeln nachempfunden wurden. Der Abstand der Drawbars ist dabei geringfügig kleiner als bei echten Hammonds. Die Beschriftung der einzelnen Fußlagen ist deutlich lesbar auf dem Gehäuse aufgedruckt.

Links über den Zugriegeln befindet sich der sogenannte „Top Button“ nebst LED, der modellabhängig verschiedene Funktionen übernehmen kann. In Verbindung mit einem Nord Electro oder Nord Stage kann er jeden beliebigen MIDI-Control-Change Befehl ausführen, um so eine weitere Orgelfunktion zu übernehmen ( wie z.B. die Geschwindigkeit des Rotor-Effektes oder das An- und Abschalten der Perkussion). Verwendet man den DB-1 mit zwei Tastaturen, schaltet er zwischen dem Upper- und dem Lower-Register hin und her. Bei den Comboorgeln C1/C2 übernimmt er nur diese Funktion. Hier ist er leider nicht programmierbar. Ebenso fehlt – trotz der vorhandenen LED - eine Statusanzeige, die dem orgiastischen Orgler mitteilt, welchem Manual der DB-1 gerade zugewiesen ist. Da verliert man im Eifer des Gefechts schon mal leicht die Übersicht. Dafür blinkt die LED bei eingehenden MIDI-Daten und im Programmiermodus sehr schön.

Dann befindet sich auf der Oberseite noch das Batteriefach für einen 9V-Block zur Stromversorgung. Da sich das Fach mit zwei leichtgängigen und griffigen Handschrauben öffnen lässt, kann man den Schraubendreher auch mal zu Hause vergessen. Alternativ versorgt sich der DB-1 auch mit Strom aus dem MIDI-Kabel, was etwas ungewöhnlich ist, im Test aber reibungslos funktionierte. Ein sehr willkommenes Feature, weil man so getrost auf einen Vorrat an 9V-Batterien bzw. auf ein zusätzliches Netzteil verzichten kann.

Auf der Rückseite parkt neben dem Power-Schalter ein „Program“-Taster, der die Programmier- und Learn-Funktion des „Top Buttons“ aktiviert. An Anschlüssen bietet der DB-1 ein MAIN- und ein AUX-MIDI In/Out Pärchen. Somit ist es ein Leichtes, den DB-1 in ein bestehendes MIDI-Setup zu integrieren.

Denn der kleine Ocean Beach Controller ist nicht zwingend an Clavia Instrumente gebunden. Er kann auch als universeller MIDI-Controller eingesetzt werden. Über die Learn-Funktion der verwendeten Software – z. B. NI’s Vintage Organs – lassen sich die Fader des DB-1 den gewünschten Parametern zuweisen. Dabei wird mittels der internen Merge-Funktion die MIDI-Information der Fader dem am AUX-MIDI-In anliegenden Signal beigemischt und zusammen am MAIN-MIDI-Out ausgegeben. Des Weiteren ist es dem programmierfreudigen User möglich, den DB-1 über MIDI-System-Exclusive-Befehle komplett neu zu konfigurieren. Jedem Fader kann somit jeder MIDI-Control-Change Befehl auf jedem beliebigen MIDI-Kanal zugewiesen werden. Doch das ist alles sehr theoretisch. Schauen wir uns lieber mal die Praxis an.

Pro & Contra

  • nicht nur für Nord Instrumente
  • MIDI-Merge-Funktion
  • Stromversorgung über MIDI
  • schnelle Konfiguration
  • einfache Bedienung (Learn-Funktion)
  • programmierbarer Top Button (außer C1/C2)
  • voll programmierbar über Sys Ex
  • Anschluss für einen oder zwei DB-1 möglich
  • hochwertige Verarbeitung
  • geringe Abmessungen
  • edle Optik

  • hoher Preis
  • keine Statusanzeige für den Top Button
  • versteckte DIP-Switches im Batteriefach
  • Bedienungsanleitung nur auf Englisch

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