Test
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13.12.2011

PRAXIS

Wie krieg ich das Ding ans Laufen?

Als bekennender Nord-User hatte ich die Möglichkeit den DB-1 in Kombination mit einem Nord Stage EX und einer Nord C2 zu testen. Nachdem die MIDI-Verbindung installiert wurde (wichtig: MIDI-In und –Out anschließen), muss man dem kleinen Amerikaner mitteilen, welches Nord Modell er kontrollieren soll. Dies geschieht mittels so genannter „DIP-Switches“. Dies sind vier kleine Kippschalterchen, die auf der Platine im Inneren des Gehäuses auf ihren Einsatz warten. Den Zugang dafür findet man über das Batteriefach. Dies erscheint zwar etwas umständlich, erweist sich in der Praxis aber als praktikabel, da die Schalter relativ leicht zugänglich sind, und man sie mit dem Fingernagel bedienen kann. - schlanke Finger vorausgesetzt. Zudem ging man bei Ocean Beach wahrscheinlich davon aus, dass man den DB-1 lediglich mit einem Nord Modell kombiniert und ihn deshalb nur ein einziges Mal konfigurieren muss. Wie man die Schalter für sein Nord Modell kippen muss, wird in der Bedienungsanleitung einfach und übersichtlich dokumentiert. Als Besitzer von zwei Nords fand ich persönlich die Prozedur auf Dauer dennoch ein wenig irritierend. Als Nächstes muss der kleine Kontroll-Freak lernen, auf welchem MIDI-Kanal er die Zugriegelinformationen senden soll. Und das geht so: „Program“-Taster lange drücken, „Top Button“-Taster gedrückt halten und ein paar Töne auf der Tastatur spielen, „Program“-Taster erneut drücken. Das war’s! Jetzt weiß der Kleine Bescheid. Bei der Nord Stage Serie müssen noch ein paar Einstellungen im MIDI-Setup-Menu des Instruments vorgenommen werden, die aber klar verständlich in der Anleitung beschrieben sind. Echte Orgelliebhaber können auch zwei DB-1 in Reihe schalten und haben somit je ein Drawbar-Set für das Upper- und Lower-Manual zur Verfügung. Was spielt sich denn da jetzt anders? Ist der DB-1 angeschlossen und konfiguriert, kann drauf los gezugriegelt werden. Mancher Leser wird sich vielleicht schon die ganze Zeit fragen: „Wozu brauche ich das Teil überhaupt? Ich bin bis jetzt auch mit den Drawbar-Tastern gut zu Recht gekommen.“ Ja, das stimmt. Ich auch. Aber die echten Zugriegel erhöhen das Orgelfeeling und somit den Spaßfaktor ungemein, da die authentischen Orgelsounds nun auch um eine adäquate authentische Bedienung bereichert werden. Mit den echten Zugriegeln sind schnellere und fließendere Bewegungen möglich als mit den Drawbartastern. Hier ist ein kleiner akustischer Vergleich der Zugriegel-Geschwindigkeiten mit den Drawbartastern und dem DB-1

Somit kann man hammondtypische Registrierungsspielereien verwirklichen: Wah-Wah Effekte, smoothe Klangfarbenbewegungen und schnelle, kontrastreiche Umregistrierungen.

Dabei erkennt das angeschlossene Nord Instrument erfreulicherweise sofort die Stellung der DB-1 Drawbars – das heißt, der aktuelle Wert muss zur Veränderung nicht erst abgeholt werden, sondern der Klang ändert sich sofort. Der Nachteil: Hat man ein neues Preset oder Program aufgerufen, bei dem ein oder mehrere Drawbarwerte auf 8 stehen, deren Fader aber auf 0 positioniert sind, so ändert sich der Klang bei einer Zugriegelbewegung sprunghaft. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum Ocean Beach dem DB-1 eine Auto-Sync-Funktion spendiert hat. Diese sendet beim Aufrufen eines neuen Programs (nicht Presets!) automatisch die aktuellen Zugriegelwerte des DB-1 an das Instrument. Allerdings mit leichter Verzögerung. Das DB-1 kann sich dies für zwei Programs merken. Der tiefere Sinn dieser Funktion erschließt sich mir jedoch nicht, da ich ein neues Program aufrufe, weil ich genau diese Registrierung haben möchte - und nicht die aktuelle Zugriegeleinstellung.


Bedienung

Die Bedienung des DB-1 ist so einfach, wie es nur geht. Aufgrund der Learn-Funktion muss man sich im Grunde nur einen einzigen Bedienschritt merken: Program-Taste drücken, Top Button gedrückt halten und die entsprechende Midi-Kontrollinformation ans DB-1 schicken, Program-Taste erneut drücken. Fertig! Und das Ganze funktioniert. Die Parameter werden im Flash-Memory gespeichert und bleiben auch nach dem Ausschalten erhalten.


Da man das DB-1 für sein Nord Modell zunächst mittels der „versteckten“ DIP-Switches konfigurieren muss, ist die Lektüre der Bedienungsanleitung unumgänglich. Diese ist glücklicherweise sehr übersichtlich gehalten und verständlich und ohne große Ausschweifungen geschrieben. Leider jedoch nur auf Englisch, was für manchen User die Zwangslektüre zur Konfiguration unter Umständen etwas erschwert. Dafür ist mir noch nie eine so unterhaltsam verfasste Bedienungsanleitung unter die Augen gekommen, die einen einfach zum Weiterlesen motiviert: "OK, you're probably eager to get going with your new DB-1 Drawbar Controller, so we'll try to make this as quick and painless as possible." I like!

Pro & Contra

  • nicht nur für Nord Instrumente
  • MIDI-Merge-Funktion
  • Stromversorgung über MIDI
  • schnelle Konfiguration
  • einfache Bedienung (Learn-Funktion)
  • programmierbarer Top Button (außer C1/C2)
  • voll programmierbar über Sys Ex
  • Anschluss für einen oder zwei DB-1 möglich
  • hochwertige Verarbeitung
  • geringe Abmessungen
  • edle Optik

  • hoher Preis
  • keine Statusanzeige für den Top Button
  • versteckte DIP-Switches im Batteriefach
  • Bedienungsanleitung nur auf Englisch

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