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16.09.2020

Ohne weitere Hilfe befürchtet BDKV-Präsident Jens Michow das nahe Ende der Livebranche

Weitere Unterstützung gefordert

Das Ende der Livebranche könne noch vor April 2021 kommen, befürchtet der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft Jens Michow, wenn keine weitere Unterstützung geboten werde, die man auch aus dem Wirtschaftsministerium erwarte. 

Am 15. September 2020 war der BDVK-Präsident Michow dem "Großen Show-Gipfel" der "Bild"-Zeitung zugeschaltet, an welchem auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Schauspieler Hans-Werner Meyer, Dietmar Schwarz (Intendant der Deutschen Oper Berlin), Filmproduzent Nico Hofmann (UFA) und Musikerin Christiane Eiben teilnahmen.

Es sei unmöglich, länger durchzuhalten, einige Unternehmen schaffen vielleicht noch ein, zwei Monate, viele aber nicht, erklärt Jens Michow. Das Thema Abstandsregelung sei die Bremse für einen Neustart. Zudem wurde auf die nach wie vor anfallenden Kosten hingewiesen, wenn die Veranstaltungswirtschaft Konzerte mit reduzierter Kapazität ausrichtete. Dienstleistern, den Hallen oder den Medien für Anzeigen bezahle man weiterhin 100 Prozent der auch vor Corona üblichen Gelder, nehme aber nur noch ein Viertel ein. Michow bezeichnet das als Beschäftigungstherapie, kein Neustart.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters verteidigte das Programm Neustart Kultur. Eine Reihe ihrer europäischen Kollegen seien neidisch auf das, was in Deutschland getan werde, aber mit Geld seien nicht alle Probleme zu lösen.

Die Branche schulde Grütters Dank, so Michow, auch wenn sie weiß, dass es vorn und hinten nicht reiche. Eine Milliarde für die Kultur sei beschämend, denn es entfallen den Veranstaltern nicht nur die Umsätze, auch die vorab fälligen Vorabaufwendungen seien verloren. Eine weitere große Sorge der Branche sei die Bereitschaft der Menschen einzuschätzen, irgendwann wieder auf große Konzerte zu gehen.

Viele in der Branche gingen davon aus, dass es erst ab September 2021 weitergeht. Da es aber keine Versicherer mehr gebe, die Veranstalter gegen Corona-bedingte Ausfälle absichern, benötige man dringend einen Ausfall-Fonds. Ohne eine solche Lösung werde kein Veranstalter bereit sein die hohen Risiken einzugehen, um Künstler aus dem Ausland oder Stars aus dem Inland einzukaufen. Für BDKV-Präsident Michow steht fest, dass nur unverzügliche Hilfen, und nicht nur die von Monika Grütters, sondern auch aus dem Wirtschaftsministerium die gewohnte Vielfalt in dieser Branche retten könne.

Man müsse individuelle Lösungen für Spielstätten, wie auch für die gesamte Branche finden ist Grütters Meinung. Auch müsse man sich beständig fragen ob die Hilfsgelder richtig ankommen, gegebenenfalls müsse nachgebessert werden. Michow sieht die Lage nicht "rosig". Um den Kulturbetrieb in Gang zu bringen genüge nicht das, was Monika Grütters mit einer Milliarde Euro mache, es müsse mehr getan werden.

(Quelle: Musikwoche)

Veröffentlicht am 16.09.2020

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