Gitarre Workshop_Folge
Workshop
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25.06.2014

Open Tuning / Altered Tuning - Gitarren-Workshop - Drop D

Offene Stimmungen für die Gitarre lernen

Teil 1: Drop D

Dieser Workshop ist in drei Teile aufgeteilt. Den Einstiegen machen wir heute mit einer Reihe von Tunings, die allesamt mindestens vier Saiten der Gitarre in der Standardstimmung belassen.

So ist gewährleistet, dass ihr euch in weiten Teilen wie gewohnt auf eurer Klampfe bewegen könnt und nicht gleich massiv anfangt zu "fremdeln" (und fortan womöglich die Finger von alternativen Tunings lasst) . Denn wie bereits erwähnt: Offene Stimmungen sind echte Kreativitäts-Booster!

Die Tunings, mit denen wir uns heute auseinandersetzen wollen sind:

Drop D Double

Drop D G6

Low C

WORKSHOP

DROP D ODER AUCH DROPPED D TUNING

Auf diese Stimmung möchte ich nur ganz kurz eingehen, sie ist eine ganz gute Brücke hin zu weiteren "Altered Tunings", ist aber auch, vor allem in Rock- und Metal-Stilistiken, sehr weit verbreitet und für die meisten von euch wahrscheinlich nicht mehr so neu. Es lohnt sich aber dennoch, in dieser Stimmung einmal ein paar neue Akkorde abseits der Powerchords auszuprobieren.

Um die Drop D-Stimmung zu erzeugen, muss man nur die tiefe E-Saite auf D runterstimmen und erhält so auf den unteren drei Saiten den offenen Powerchord D5. Und gerade deswegen ist diese Stimmung bei E-Gitarristen der härteren Gangart so beliebt: Man erreicht mit sehr einfachen Mitteln einen tieferen Sound, die Powerchords sind einfacher zu greifen als in der Standardstimmung und man muss sein Wissen über Fingersätze von Akkorden und Skalen nur an die tiefe, ehemalige E-Saite anpassen, die anderen Saiten bleiben ja unberührt. Beispielriffs in Drop D findet ihr zuhauf in meinem Metalworkshop hier bei bonedo, daher habe ich für diese Stimmung hier nur eine Übersicht an Akkorden und der D-Skala aufgeschrieben. Bei diesem wie auch bei allen folgenden Tunings rufe ich dazu auf: Probiert einfach wild herum und entdeckt neue Möglichkeiten. Die Skala und die wenigen Akkordvorschläge sollen und können nur ein Ausgangspunkt für eigene Exkursionen sein.

DOUBLE DROPPED D TUNING

Dieses Tuning geht schon eher in die Richtung Open Tunings, obwohl streng genommen ein Open Tuning erst dann eines ist, wenn die Leersaiten der Gitarre so gestimmt sind, dass sie zusammen gespielt einen Dur- oder Mollakkord ergeben. Auf diese Art der Open Tunings werde ich im zweiten Teil des Workshops noch genauer eingehen. Wie der Name schon vermuten lässt, wird beim Doubledropped-D-Tuning nicht nur die tiefe E-Saite auf D heruntergestimmt, sondern auch die hohe E-Saite. Die mittleren vier Saiten bleiben in ihrer gewohnten Stimmung. In diesem Tuning sind schon viele neue Klänge möglich. Zur Anregung kommen hier wieder einige Akkorde und die D-Dur und -Mollskala in der ersten Lage.

Neil Young benutzt diese Stimmung übrigens sehr gern. Greift man den D-Akkord wie in dem folgendem Blues-Bespiel mit dem ersten und dritten Finger, kann der dritte Finger auf den tiefen Saiten im dritten Bund eine Menge bluesartiger Riffs und Melodien finden.

Eine ganz andere Art, dieses Tuning zu verwenden, ist das Finden und Spielen von beinahe harfenartigen Melodien in einer Mischung aus Leersaiten und gegriffenen Tönen. Schaut (und hört) euch doch mal die folgenden Noten- und Soundbeispiele an, und ihr wisst, was ich meine. Hier zunächst die Noten als PDF!

Und das Anwendungsbeispiel - man kann mit dieser offenen Skala wunderbar herumexperimentieren.

G6 TUNING

Die nächste Stimmung wird allgemein G6 Tuning genannt, da die offenen Saiten zusammen einen G6 Akkord ergeben. Dieses Tuning eignet sich, wie sollte es anders sein, vor allem für Stücke in G. Die tiefe E-Saite wird auf D und die A-Saite auf G heruntergestimmt. Die anderen vier Saiten bleiben in der Standardstimmung, man kann sich also auf den oberen Saiten ganz "zu Hause" fühlen und dennoch neue Sounds finden.

Auch für diese Stimmung habe ich mir zwei kleine Stücke ausgedacht. Das erste ist ein Beispiel einer Akkordprogression. Die G6 Stimmung eignet sich sehr gut für "Strummings". Im zweiten Beispiel wird ganz folkmäßig ein Pickingpattern mit einfachen Griffen durchgezogen.

LOW C TUNING

Das Low C Tuning ist nur ein kleiner Schritt vom G6 entfernt, klingt aber doch wieder anders, vor allem, wenn man, wie wohl meistens bei dieser Stimmung, Stücke in C spielt. Dieses Tuning ist nicht ganz so weit verbreitet wie die anderen, klingt aber toll - finde ich. Nur die beiden tiefsten Saiten werden "umgetuned", und zwar wird die tiefe E-Saite auf ein C und die A-Saite auf ein G heruntergestimmt, die oberen vier Saiten bleiben in der Standardstimmung. So erhält man eine tiefe C-Quinte auf den Basssaiten, prädestiniert für schön voll klingende C-Akkorde.

So, das waren auch schon die Stimmungen für den ersten Teil des Wokshops. Im nächsten Teil geht es um die "echten" offenen Stimmungen, also Open D, Open G und Open C und im dritten und letzten Teil dann um DADGAD, offene Mollstimmungen und eigene Tunings.

Veröffentlicht am 25.06.2014

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