Bass Hersteller_Orange
Test
7
05.05.2020

Praxis

Für die folgenden Aufnahmen im Praxistest habe ich die beiden XLR-Ausgänge des Orange Bass Butler direkt mit meinem Audiointerface verbunden und die Sounds mit Logic Pro X aufgenommen. Wir hören den Preamp also immer inklusive Boxensimulation - die meisten Bassisten werden den Bass Butler sicherlich auf diese Art im Live-Betrieb oder im Studio einsetzen, um in den Genuss des vollen Bi-Amp-Sounds zu kommen.

Zum Einstieg habe ich mit meinem passiven Jazz Bass den Bass-Kanal separat aufgenommen, denn ich wollte herausfinden, was der Bass Butler in Sachen Clean-Sounds zu bieten hat.

Das klingt doch schon richtig satt! Für den räumlich-vollen Klang ist im Wesentlichen natürlich die Simulation der 4x10 Orange-Bassbox verantwortlich. Wirklich drastische Klangveränderungen sind mit dem Zweiband-Equalizer leider nicht möglich, weil Orange beim Bass-Kanal auf einen Mitten-Regler verzichtet hat. Bei der Aufnahme waren die Höhen bereits deutlich geboostet; die Bässe habe ich etwas abgesenkt, damit der mächtige Sound knackiger und transparenter rüberkommt.

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Der nächste Clip klingt durch die EQ-Anpassungen noch etwas fetter und vintagemäßiger - ich habe die Bässe geboostet und die Höhen deutlich abgesenkt. Außerdem kommt der optische Kompressor jetzt noch stärker zum Einsatz. Mir gefällt die Abstimmung der Schaltung wirklich sehr gut, denn der Sound wird schon bei dezenter Komprimierung merklich dichter und voller, während unerwünschte Effekte oder Nebengeräusche bleiben weitestgehend außen vor bleiben.

Noch mehr Freude kommt auf, wenn man den Gitarren-Kanal per Fußtaster dazuschaltet. Jetzt liefert der Bass Butler nämlich die klangliche Flexibilität, die ich beim cleanen Bass-Kanal etwas vermisst habe. Wenn man den Gain-Pegel relativ niedrig belässt, bleibt nämlich auch der Gitarren-Kanal nahezu clean und mit dem Dreiband-Equalizer kann der Sound sehr effektiv verändert werden - von mild und transparent bis aggressiv und extrem durchsetzungsstark ist hier alles möglich. Mir gefallen die obertonreichen und charakterstarken Sounds im Lo-Gain-Bereich jedenfalls wirklich ausgesprochen gut!

Für die erste Aufnahme habe ich die Mitten und die Höhen des Gitarren-Kanals geboostet und die Bässe etwas zurückgenommen. Der zweite Sound ist schon deutlich angezerrt und klingt noch eine Spur fetter.

Jetzt schalten wir ein paar Gänge höher und drehen den Gain-Regler ordentlich auf, denn zur Kernkompetenz des Bass Butlers zählen ohne Frage heftig verzerrte Sounds. Beeindruckend ist, wie transparent und durchsetzungsstark die mächtigen Overdrive-Sounds auch im High-Gain-Bereich bleiben. Es reicht wirklich schon, wenn man dem cleanen Bass-Kanal einen dumpfen Subbass-artigen beimischt, um das Fundament des Basssounds stabil zu halten.

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Overdrive, Distortion, Fuzz - bitterböser Bass!

Den Rest erledigt dann der Gitarren-Kanal: Je nach Einstellung können hier deftige High-Gain-Sounds in allerlei Richtungen abgerufen werden, und durch die gelungene Boxensimulation klingt das Ergebnis nie harsch, so lange man bei praxistauglichen Einstellungen bleibt. Die beiden Signalwege mischen sich zudem sehr gut und verschmelzen zu einem organischen Klangbild - das habe ich in dieser Qualität bisher noch von keinem anderen Preamp oder Verzerrer gehört!

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr gute Klangqualität
  • originelles Konzept
  • ausgezeichnet abgestimmter Kompressor
  • sehr flexibel einsatzbar
  • robuste Bauweise

  • kein Mitten-EQ

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