Bass Hersteller_Orange
Test
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22.04.2020

Orange Little Bass Thing Test

Topteil für E-Bass

Kleiner Amp ganz groß!

Die meisten Bassisten arbeiten heutzutage mit leistungsstarken Kompakt-Amps, die mühelos zu transportieren und flexibel einsetzbar sind. Für Overdrive-Sounds oder speziellere Effekte kommen dann bei Bedarf einfach Bodentreter oder zusätzliche Preamps zum Einsatz. Eine derartige Entwicklung kann man selbst bei einer Traditionsfirma wie Orange - die ja hauptsächlich für schwere Röhren-Boliden mit fetten Overdrive-Sounds steht - nicht ignorieren, wenn man weiterhin eine wichtige Rolle am Markt spielen will. Den Schritt zu digitaler Endstufentechnik machten die Briten deshalb schon vor einigen Jahren mit dem Terror Bass. Das eigenwillige Top im Lunchbox-Format hat aber immerhin noch einen Röhren-Preamp an Bord und liefert somit die typischen coolen Orange-Sounds. Mit dem brandneuen Little Bass Thing geht Orange noch einen Schritt weiter: Das simpel aufgebaute 500 Watt starke Basstop mit Solid-State-Preamp kann nämlich nur "clean" und bietet zur Anpassung des Sounds lediglich einen Dreiband-EQ mit semiparametrischen Mitten und einen One-Knob-Kompressor. Nanu, ist das noch ein richtiger Orange-Amp oder klingt der jetzt wie irgendein x-beliebiges Class-D-Top? Die Antwort könnt ihr in diesem Test erfahren!

Details

Design ist natürlich immer Geschmacksache, ich finde den neuen Orange Class-D-Amp allerdings ziemlich hübsch! Die rechteckige Gehäuseform ist zwar nicht ungewöhnlich, durch die weiße Lackierung und die Orange-typische Front im von den Farben Schwarz und Orange geprägten Look mit großen Reglern und lustigen Piktogrammen setzt sich der Little Bass Thing aber wohltuend von der Konkurrenz ab und ist sofort als Orange-Sprössling zu erkennen.

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Bei der Anordnung der Regler und Buchsen ist sich Orange natürlich ebenfalls treu geblieben und hält sich beim neuen Little Bass Thing strikt an das britische Linksverkehrs-Gebot. Ganz rechts auf der Front parkt die Input-Klinke für den Bass, direkt darüber sitzt ein Pad-Schalter, mit dem das Eingangssignal um 6dB abgesenkt werden kann. Den ansonsten üblichen Gain-Regler hat Orange bei der Solid-State-Vorstufe des Little Bass Thing ersatzlos gestrichen.

Der Sound wird mit einem Dreiband-Equalizer inklusive semiparametrischer Mittensektion eingestellt. Der Equalizer bietet dementsprechend einen Bassregler, einen Höhenregler und jeweils einen Frequenzwahl- sowie einen Gainregler für die Mitten.

Auf den EQ folgen zwei größere schwarze Regler: Der erste ist für den Kompressor des Little Bass Thing zuständig und mit dem zweiten wird die Lautstärke des Amps eingestellt. Hinter dem Kompressor-Regler verbirgt sich ein von Orange entwickelter Opto-Kompressor, der warme und weiche Sounds liefern soll.

In der Bedienung sind solche One-Knob-Kompressoren zwar simpel, die Ergebnisse können allerdings häufig nicht wirklich überzeugen, weil die zahlreichen Parameter der Kompression eben nicht unabhängig voneinander verändert werden können - es wird also spannend, wie gut Orange die Abstimmung gelungen ist!

Ganz links auf der Front parkt schließlich eine Klinke zum Anschluss eines Fußschalters (nicht im Lieferumfang enthalten), mit dem der Kompressor ein- und ausgeschaltet werden kann.

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Auf der Rückseite des Tops finden wir einen kleinen temperaturgesteuerten Lüfter sowie natürlich alle restlichen Anschlussmöglichkeiten. Für die Verbindung mit der Bassbox gibt es zwei Speakonbuchsen (minimale Impedanz: 4 Ohm), der Effektweg setzt sich aus den üblichen Send- und Return-Klinken zusammen und für die Live-Abnahme oder für Recording-Zwecke hat der Little Bass Thing eine XLR-Buchse an Bord (symmetrisch, inklusive Groundlift, post EQ und Lautstärke).

So viel zu den Features des neuen Class-D-Amps aus dem Hause Orange, der übrigens sehr stabil gebaut und blitzsauber verarbeitet ist. Der Amp ist mit den Abmessungen von 251 x 276 x 85 mm und einem Gewicht von nur knapp 3 kg äußerst kompakt und leicht. Er wirkt aber insgesamt sehr robust und hochwertig.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • ausgewogener und transparenter Grundklang
  • gut abgestimmter flexibler Equalizer
  • Opto-Kompressor für klassischere Sounds
  • einfache Bedienung
  • kompakte Form
  • leistungsstarke Class-D-Endstufe

  • keine Anschlüsse für Kopfhörer und externe Quellen
  • Kompressor erzeugt sehr starke Pegelunterschiede

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