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13.03.2018

Ortofon Concorde MK2 Club, Digital, Scratch, DJ und Mix Test

Klassiker reloaded: Systemwechsel mal Fünf

Fünf gewinnt

Die Firma Ortofon feiert in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum und hat sich des Concorde-Tonabnehmers angenommen, der nun auch schon seit fast 40 Jahren seinen Dienst in unzähligen Clubs und Bedroom-Studios weltweit verrichtet. Der Concorde ist vielleicht der stylishste Stylus, den man seinen Plattenspielern gönnen kann. Der elegante Look, das einfache Handling, die gute Übersicht auf die Nadelposition, die Spurtreue und natürlich der gute Sound haben Concorde zu einer Ikone gemacht. Nun hat Ortofon diesen Klassiker komplett überarbeitet: Die Bodys der MK2-Serie sind breiter, die Nadelaufsätze größer und der Griff elastischer. Aber ist neu auch besser? 

Details

Ortofon hat die Concorde MK2-Tonabnehmersysteme, die sich sowohl farblich wie auch im Einsatzbereich deutlich unterscheiden, überarbeitet. Allen gemein ist die ikonische stromlinienförmige Concorde-Form, die ohne Headshell direkt auf den SME-Bajonettverschluss des Plattenspielerarms geschraubt wird, ebenso das Gewicht von ca. 18 Gramm.

Sie passen an alle Turntables mit Bajonettverschluss am Tonarm, die einen Überhang von 52 Millimetern erfordern, wie die Technics 1200er, Pioneer PLX-1000 und ähnliche DJ-Turntables. Die Concorde-Form sieht nicht nur elegant aus, sie ermöglicht auch einen guten Blick beim Suchen der Rille und reduziert durch ihre Festigkeit die Eigenschwingungen und Störfrequenzen des Tonabnehmers.

Allerdings wurde das Design überarbeitet: Die Cartridge ist etwas breiter als bei den klassischen Modellen und auch der Spalt im Überhang über der Nadel ist breiter geworden, so dass DJ die Stylus-Spitze beim Needledrop noch besser erkennen kann. Der Stylus kann nach wie vor vom System abgezogen und ausgetauscht werden. Zwei kleine Federn an den Außenseiten sorgen dafür, dass er wirklich fest und sicher auf der Spitze des Bodys sitzt. Deswegen können auch keine älteren Nadeln mehr genutzt werden.

Der Fingerlift ist breiter und flexibler als bei älteren Concordes, leicht konisch geformt und an der Unterseite geriffelt. Er ist nicht fest angebracht, sondern wird durch den Metallring fixiert. Nach dem Festflanschen am Tonarm sitzt der Bügelgriff dann superfest. Und falls er mal abbricht, kann er ganz unkompliziert ausgetauscht werden. Die vier abgerundeten vergoldeten SME-Kontakte sorgen für die Audioübertragung. Der fragile Griff war immer das größte Manko der Concorde-Serie. Allein diese Verbesserung ist das MK2-Update wert. 

Design und Logos

Jedes System hat sein eigenes Farbdesign und Logo. Dabei hat die dänische Firma durchaus eigenwillige Farbkombinationen gewählt. Der preisgünstige Concorde Mix MK2 ist mattschwarz mit dunkelgrüner Schrift und grünen schmelzendem Vinyl-Logo und ähnelt den klassischen schwarzen Concorde Systemen noch am ehesten. Beim blau-orangenen Concorde DJ MK2 musste ich aufgrund der Farbgebung unwillkürlich an die günstigen, robusten und beliebten Ortofon DJ S-Systeme denken. Ich könnte mir vorstellen, dass die DJ MK2 die Wachablösung sind. Das Logo sind drei stilisierte Kanalzüge. Der Scratch-Spezialist ist allerdings der Concorde Scratch MK2 mit stylisch-weißem Cartridge und schwarzem Griff. Das Logo ist eine Vinylplatte mit angelegter Hand.

Der Ferrari-rote Concorde Digital MK2 ist für Timecode-Vinyls optimiert, kann natürlich aber auch reguläre Vinylschallplatten abspielen. Diese vier Systeme weisen alle eine Nadel mit sphärischem Schliff auf. Das teuerste Modell Concorde Club MK2 verfügt über eine spezielle elliptische Nadel, die sich besonders eng in die Rille schmiegt und daher eine besonders hochwertige Klangqualität gewährleisten soll – auch für die Digitalisierung von Vinyl die erste Wahl. Die Farbgebung ist merkwürdigerweise eher unedel geraten, denn trotz des Diamant-Logos auf der Stylus-Spitze erinnert mich der schwarz-gelbe Look sofort an das „Tonar Banana System“, quasi die Billigvariante der Concorde Pro S-Modelle. 

Geliefert werden die Concordes im kleinen eckigen Karton. Die Systeme liegen sicher eingeklemmt in darin befindlichen schmucklosen Kunststoffboxen mit schwarzem, samtigem Überzug und Kunststoffklarsichtdeckel. Die kleinen Kartons sehen gut im Geschäft aus, sind aber auf keinen Fall als dauerhafte Transportlösung zu empfehlen. Ebenfalls im Lieferumfang: eine englischsprachige Gebrauchsanweisung mit Hinweisen zur korrekten Behandlung der Nadel sowie zur Einstellung des optimalen Auflagegewichts.

Tipp: Wer sowieso ein Pärchen erwerben möchte, greife lieber zu den für jeden der fünf Concordes angebotenen „Twin-Sets“. Die kosten im Set weniger als zwei einzelne Systeme und kommen im stabilen Hardcase. Bürsten oder Ersatznadeln sind leider weder beim Einzel- noch beim Twin-Set mit dabei und müssen separat erworben werden.

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Audiobeispiele

Pro & Contra

  • gute Weiterentwicklung der bewährten Concorde-Form
  • flexibler, geriffelter, austauschbarer Griff
  • größerer Nadelspalt
  • fünf verschiedene Modelle für alle Fälle
  • guter Sound
  • hohe Spurtreue
  • einfaches Handling
  • elegante Form

  • keins
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