Software
Test
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06.07.2020

Output Thermal Test

Distortion-Plugin

Drei-Stufen-Zerre Deluxe

Output bietet nicht nur erstklassige Libraries, sondern liefert auch sehr gute Effekte ab, wie etwa der Rhythmuseffekt "Movement“ oder der Granulareffekt „Portal“ beweisen.

Mit Thermal gibt uns der Hersteller ein „interaktives Distortion Plugin“ an die Hand, das sich, ähnlich wie Portal, zunächst reduziert und mit vielen Presets zeigt, bei Bedarf später aber auch äußerst umfangreich selbst programmiert werden kann.

Details

Gewohntes Design

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Veränderungen gegenüber abgeneigt. Schön, dass Output das beim Design seines neuesten Verzerrer-Plugins berücksichtigt hat und es ähnlich zu Portal designt hat – mit anderen Farben und Effekte, versteht sich. Die unterstützen Formate sind gleich geblieben und umfassen VST2, VST3, AU und auch AAX Native.

Drei Stages

Thermal bietet drei in Reihe schaltbare „Stages“ mit je einer Distortion-Einheit, einem FX-Block sowie einer Stereobreiten-Regelung und simplem EQ. Zwei weitere FX-Blöcke in der Summe und ein Master-Compressor mit Filtern kommen noch hinzu.

19 Wavefolder, neun Effekte

Die Distortion-Sektion bietet 19 verschiedene Wavefolder-Algorithmen und der FX-Block neun verschiedene Effekte. Da wären Bit Reducer, Chorus, Compressor, Stereo-Delay, Filter, Flanger, Frequency Shifter, Phase und Reverb. Mit zwei bis sechs Parametern sind diese alle recht übersichtlich parametrisiert und dürften alten Portal-Nutzern teilweise bekannt vorkommen. 

Serielle Bandfilterung

Die drei Stufen sind seriell und bieten gleich am Eingang einen HP- und ein LP-Filter. In Folge lassen sich die Effekte bandbegrenzen. Bei deaktiviertem Stage-Band-Solo können die Frequenzen außerhalb des gewählten Bandes ungehindert passieren und bei Bedarf mit der nächsten Stage in die Mangel genommen werden. Parallele Bänder lassen sich indes nicht direkt realisieren.

Komplexes, aber starres Routing

Das Ergebnis alle drei Stages (LP/HP-Filter, Waveshaper, FX, Width, EQ) gelangt anschließend in zwei weitere FX-Blöcke der Summe sowie den Master-Compressor. Damit gibt es insgesamt drei Waveshaper, dreimal Width und auch dreimal den EQ sowie eben fünf FX-Blöcke. Global können all diese mit zwei Makroreglern und zwei Modulatoren geregelt werden. Für die Makros steht außerdem eine hübsch animierte XY-Matrix zur Verfügung. 

Flexible Modulation

Die Modulatoren sind unkompliziert via Drag-and-drop auf einen Zielparameter zuweisbar und in der Teilintensität regelbar, ähnlich wie beim NI Massive. Die Modulatoren sind äußerst effektiv, da ihre Hüllkurven unkompliziert gezeichnet werden und weil sie mit einer Humainz-Funktion weniger stoisch verfolgt werden können. Der Rate-Regler lässt Wiederholungen von 8 Bars bis 1/64 T zu und kennt auch einen „Sync-Off“. 

Ein- und Ausganspegel können ebenfalls geregelt werden, genau wie der globale Dry-Wet. Dry-Wet-Regler gibt es aber auch in vielen Teileffekten. Hinzu kommt der Analyzer der Stages sowie reichlich Presets, welche vernünftig anwendungsbezogen sortiert sind.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • kreative Distortion für lebendige Effekte

  • einfach zu bedienende Modulatoren

  • überschaubare Komplexität

  • Modulationsverknüpfungen schwer zu greifen
  • 
keine echten parallelen Bänder bzw. Multi-Band

  • hoher Preis

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