Software iOS
Test
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18.09.2014

Pacemaker DJ Test

DJ-App für iPad

Touch me once or twice

Pacemaker DJ App für iOS im bonedo.de-Test: Lasst mich zum Einstieg in dieses App-Review einmal fünf Jahre in der Zeit zurückspringen. Genauer gesagt an den 28.09.2009, als wir auf bonedo.de den Test zum Tonium Pacemaker veröffentlich hatten, einem mobilen DJ-System. Mit der Pacemaker-Hardware hatte der DJ zwei Decks mit Mischpult, Crossfader und Dreiband-EQ, dazu Effekte und Tempo-Synchronisation mit respektablen 120 GB Festplattenspeicher in der Jackentasche (man bedenke, dass ein Standard-iPhone/iPad heute noch immer bei 16 GB liegt). Das Tool verkaufte sich wohl recht ordentlich (Internet Foren munkeln, es waren an die 50.000 Einheiten) und so folgte unter einem neuen CEO kurz darauf die Website Let’s Mix, wo DJs kostenlos ihre Mixe zu Streaming-Zwecken hochladen konnten.

In 2011 jedoch kam das Ende für Pacemaker und letsmix.com aus finanziellen Gründen. Dass die Produktion des 599 Euro bepreisten MP3-Players mittlerweile eingestellt worden ist, sollte eigentlich auch nicht verwundern, bieten doch moderne Tablets und Smartphones in Verbindung mit diverser Gear ein ähnliches Leistungsspektrum und sind dabei noch erweiterbar und deutlich flexibler nutzbar. Der Gründer Jonas Nordberg jedenfalls erwarb nach der Pleite die Rechte an Pacemaker zurück und brachte eine erste Pacemaker Mobile App (PMA, 19,99 Euro) für das Blackberry (!) heraus, der just in diesem Jahr eine iPad-Version folgte, die wir heute für euch „auf dem Tisch liegen haben“. Sie ist kostenlos im App Store erhältlich, lässt sich durch In-App-Käufe erweitern und bietet unter anderem zwei Decks mit Crossfader, Beatsync und Spotify-Integration.

Details

Abgesehen von den Konfigurations- und Browser-Pages zur Musikauswahl, spielt sich bei Pacemaker alles auf einer Seite ab. Diese ist aber zunächst einmal ziemlich leer und es bieten sich dort auch keine DJ-Werkzeuge an, bevor ihr nicht wenigstens einen Titel ins Deck geladen habt – danach sieht das Layout wie folgt aus: Die zentralen Elemente der App sind zwei multifunktionale Kreise, die man durchaus als virtuelle Turntables verstehen darf, nur dass sie in Abhängigkeit vom ausgewählten Icon diverse Mix-Funktionen übernehmen, beispielsweise die Lautstärkenanpassung, das „Pitchen und Nudgen“, das Equalizing oder aber das Dirigieren von Effekten und Loops, ähnlich wie seinerzeit die harte Ware.  

Im Detail ist eine Seite derart aufgebaut, dass oben die Track-Infos (Artist, Titel, BPM oder Pitch, vergangene oder übrige Spielzeit) mitsamt einer Wellenvorschau nebst Cue-Marker und eine „Record“-Taste Platz gefunden haben. Am unteren Bildschirmrand sitzen je eine „Play“-Taste, der virtuelle Crossfader und der „Sync“-Button. In der Mitte logieren die beiden Function-Wheels, deren spezifische Funktionen über eines der vier Icons in ihrem Inneren angewählt werden.

Das Symbol auf 15 Uhr, das entfernt an eine Kompassnadel erinnert, öffnet die „Nudge“- und „Tempo“-Einstellungen: Das „Nudge“-Wheel verlangsamt den Titel kurzzeitig um ein paar Prozent ähnlich einem Jogdial, wenn es gegen den Uhrzeigersinn bewegt wird und beschleunigt den Track in entgegengesetzter Richtung. „Tempo“ hingegen ist der „virtuelle“ Pitchfader und arbeitet mit einer Range von maximal +/-100 Prozent und zwei Nachkommastellen. Präzise! Die resultierenden BPM werden allerdings auf eine Nachkommastelle gerundet.

„FX“ bringt den Gain-Regler und den Dreiband-EQ hervor. Der Boost beträgt bis zu 6 dB, der Cut liegt bei maximal -26 dB, was einem klassischem EQ gleichkommt, da bei vollständiger Absenkung sämtlicher Bänder noch Signalanteile zu hören sind. Klassisch eben.  

Die anderen Icons sind noch unbelegt, denn die Effekte „Beat Skip“, „Loop“, „HiLo“, „Echo“, „Roll“ und „Reverb“ sind auf Wunsch zu je 1,99 Euro als In-App-Käufe erhältlich. Ferner sind diese im Vorteilspaket für 8,99 Euro zu erstehen. Lediglich das „Chop“-Plug-in für 2,99 Euro ist nicht enthalten.  

Zwischen den beiden Tellern finden sich noch zwei weitere Icons ein, von denen der Schraubenschlüssel das Setup aufruft, wo ihr rudimentäre Einstellungen zur Software vornehmen könnt und die Kreativabteilungen den jeweiligen Ringen zuweisen dürft. Die beiden Gesichter sind für das Posten der aktuellen Tracks auf Facebook und Twitter zuständig, wobei es natürlich gilt, die Accounts mit Pacemaker zu verknüpfen, sofern man dieses Feature nutzen möchte. Ein Klick auf die Titelzeile öffnet den Browser, der in der Seitenleiste mit den Einträgen iTunes, Spotify und Mixes aufwartet. Zeit also, der Software auf den Zahn zu fühlen.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Einsteigerfreundliches, schlichtes Design
  • Niedrige Lernkurve
  • Große praxistaugliche Bedienfelder
  • Kostenlos in der Basisausstattung
  • Mix-Recorder
  • Streaming/Social-Media-Integration

  • Kein externes Dual-Stereo-Audiorouting für Interfaces
  • Konzeptionelle Einschnitte beim DJ-Workflow
  • Multitouch nicht übergreifend
  • Effekt- und Loop-Plug-ins kostenpflichtig
  • Spotify nur bei dauerhafter Online-Verbindung (keine Nutzung von Offline-Playlisten)

Gehört zu dieser Serie

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