Test
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27.06.2020

Pearl Compact Traveler Schlagzeug & Add-on Toms Test

Portables Mini-Set und optionale Toms

Flat Drum Theory

Mit dem Pearl Compact Traveler haben wir erneut ein Minimal-Schlagzeug im Test, das sich an den Bedürfnissen von Straßenmusikern und allen Arten von mobilen Musikern mit leichtem Reisegepäck orientiert. Auf den ersten Blick erinnern die schwarz lackierten Trommeln des Kompaktsets, bestehend aus einer 18“ Bassdrum und einer 10“ Snare, an die Pads eines handelsüblichen E-Drum Sets. Denn statt Hubraum, also echten Trommelkesseln mit zwei Fellen, gibt es nur einen flachen Rahmen mit einem Schlagfell pro Trommel. 

Wir haben allerdings nicht nur das Compact Set getestet, sondern uns auch gleich die beiden optional erhältlichen Tom-Toms dazu besorgt. Wie viel Sound ihr aus dem Set bekommt und wie praktisch das Ganze ist, erfahrt ihr hier.

Details

Viele Trommler kennen die Situation: Auf der Bühne (oder im Kofferraum) ist wenig Platz, vielleicht soll es auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Spielort gehen… Die typische Antwort der Bandkollegen auf dieses Problem lautet dann meistens: „Nimm doch einfach ein Cajon!“ Das ist allerdings nicht jedermanns Sache, auch wenn es inzwischen eine ganze Reihe von Add-ons gibt, die aus einem Cajon ein kleines Drumset machen können.

Wer partout kein Cajon mag, könnte hier fündig werden

Genau in diese Kerbe schlägt unser heutiger Testkandidat. Zu einem überschaubaren Anschaffungspreis und mit ultrakompaktem Packmaß soll mit dem Compact Traveler trotzdem das Feeling eines „echten“ Schlagzeugs aufkommen. Die beiden Trommeln haben schwarz lackierte Holzrahmen, auch die Metallspannreifen sind mattschwarz gehalten, die weiß beschichteten Schlagfelle bilden dazu einen stimmigen optischen Kontrast.

Die Bassdrum hat zwei in Spielerrichtung ausklappbare Füße, auf der Rückseite sorgt ein zusätzlicher, in der Länge verstellbarer, mittig angebrachter Fuß für Stabilität. Die kleine Snare wird einfach auf der Bassdrum eingesteckt und festgeschraubt. Dies geschieht mittels eines L-Halters, der gleichzeitig als komfortabler, mit Schaumgummi ummantelter Tragegriff für die beiden Komponenten dient. Es fehlt also nur noch eine Fußmaschine sowie ein Drumhocker, schon kann im Prinzip losgetrommelt werden.

Der Aufbau des Sets ist problemlos und quasi selbsterklärend. An der Andockstation für das Bassdrumpedal gibt es zwei Schrauben, mit denen sich die gummierte Platte etwas in der Höhe verstellen und somit optimal an das Pedal anpassen lässt. 

Die Hardware kann nicht mit der gewohnten Pearl-Qualität mithalten

Pearl Drums ist bekannt für seine professionellen Hardware-Lösungen. Das Compact Traveler wird in Thailand gefertigt und entspringt augenscheinlich dem Segment der Percussioninstrumente-Fertigung. Insgesamt würde ich die Verarbeitung – auch angesichts des Anschaffungspreises von 209 Euro – als gut bis okay bezeichnen, an einigen Punkten, wie zum Beispiel der etwas fummeligen und eingeschränkten Winkeleinstellung der Snaredrum oder der Befestigung des Snarehalters, der sich im Testlauf wiederholt löst, wird allerdings klar, dass das Set mit der „amtlichen“ Pearl-Hardware nicht ansatzweise mithalten kann. Sämtliche Anbautrommeln werden in etwas altertümlicher Cowbell-Manier montiert, also nach dem Prinzip „Schraube trifft auf Halter“.

Die 10“ Snare hat auf der Unterseite einen halbierten Snareteppich, der mittels einer Flügelschraube justiert wird. Für die volle An- oder Entspannung des Teppichs muss man allerdings einige Umdrehungen zurücklegen und dabei unter die Trommel greifen. Wie ihr im Soundfile und im Video hören könnt, dauert dieser Prozess seine Zeit. 

Der Gewichtstest für die Bassdrum-Unterkonstruktion ergibt knapp 4,5 Kilogramm. Mit montierter Snare wiegt das Compact Traveler Set 6,7 kg. Das ist leicht, aber nicht unbedingt ultraleicht. Zum Vergleich: Mein Opus IV Set mit Aluminium-Gestell und fett klingender 16“x16“ Bassdrum und integrierter Fußmaschine wiegt unter 5 Kilogramm.

Das Set ist um zwei Toms erweiterbar

Bei den beiden Add-on Toms in 10“ und 14“ handelt es sich – bis auf den Snareteppich – um dieselbe Konstruktionen wie bei der Snare. Auch diese Trommeln haben sechs Stimmschrauben pro Fell. Diese schlagen einzeln mit 105 Euro (10“ Tom) bzw. 109 Euro zu Buche, und es gibt keinerlei Befestigungsmaterial im Lieferumfang dazu. 

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • leichter und schneller Aufbau
  • wenig Platzbedarf
  • erweiterbares Konzept
  • leicht stimmbar

  • Snare-Halterung nicht ausgereift
  • konstruktionsbedingt maue Snare-Ansprache
  • Tom-Toms sind recht teuer

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