Bass Hersteller_Peavey
Test
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04.11.2019

Peavey Max 100 Test

Combo-Verstärker für E-Bass

Klein, aber oho!

Schon Ende 2018 hatte Peavey ein signifikantes Update für die erfolgreiche Max-Serie angekündigt - nun sind die Combos endlich auch in den Geschäften angekommen. Als wichtigstes neues Feature der Basscombos ist sicherlich die angewinkelte Schallwand zu nennen. Sie soll für ein optimiertes Hörerlebnis sorgen, weil der Spieler von den schräg eingebauten Lautsprechern direkt angestrahlt wird, ohne den Combo ankippen zu müssen. Außerdem halten die Basscombos jede Menge EQ-Tools und sämtliche Anschlussmöglichkeiten bereit, die man heutzutage erwartet. Das Programm umfasst derzeit fünf Modelle mit verschiedenen Lautsprecherkonfigurationen und Leistungswerten von 100 bis 300 Watt. Peavey hat also für jeden Einsatzzweck einen passenden Basscombo im Angebot! Nahmen wir im September den Max 250 unter die Lupe, so haben wir uns für diesen Test das kompakteste und leichteste Modell der Serie ausgesucht: Der Max 100 besitzt einen Zehnzöller und ist mit einer 100 Watt starken Endstufe ausgestattet. Man darf also gespannt sein, ob der "Kleine" wirklich wie ein Großer klingt und - wie von Peavey in der Werbung versprochen - erwachsene Basssounds liefern kann!

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Details

Aus rein optischer Sicht ist das Update der Max-Serie durchaus gelungen, denn die Basscombos sehen deutlich moderner aus und wirken insgesamt etwas hochwertigen als die Vorgänger-Generation. Die Designänderung wird beim Frontgrill am deutlichsten, denn dieser zieht sich über die Oberkante bis etwa 10 cm in die Oberseite des Gehäuses.

Dabei handelt es sich allerdings nicht nur um ein optisches Gimmick, sondern in der Tat um ein technisches Detail: Bei den neuen Max-Combos sitzt die Schallwand nämlich leicht schräg im Gehäuse, sodass die Lautsprecher direkt in Richtung Spieler abstrahlen. Damit der Sound auch wirklich ungehindert an die Ohren dringen kann, muss ein Teil der Gehäuseoberseite verständlicherweise durchlässig sein. Dieses Ziel wird mit dem gebogenen Frontgitter zweifelsohne erreicht.

Hinter dem eleganten Frontgrill sitzt bei meinem Testkandidaten ein einzelner 10-Zoll-Lautsprecher, auf die Ausstattung mit einem zusätzlichen Hochtöner verzichtet Peavey beim kleinsten Modell der Max-Serie. Nicht zuletzt deshalb konnte die Bauform sehr kompakt und transportfreundlich gehalten werden - der Max 100 misst gerade mal 45,7 x 39,9 x 33,5 cm und bringt kaum mehr als 10 kg auf die Waage. Mit dem Koffergriff an der Oberseite kann der Würfel somit komplett mühelos in das Auto oder in die Straßenbahn geladen und zum Einsatzort transportiert werden. In Sachen Transportfaktor kann der Max 100 also schon ganz entspannt Punkte einfahren!

Allerdings hat die neueste Max-Generation auch bei der Ausstattung mit EQ-Tools und Anschlüssen wirklich einiges zu bieten. Das Bedienpanel mit den wichtigsten Features ist leicht von oben zugänglich und sehr klar strukturiert, sodass auch weniger erfahrene Einsteiger ohne Studium der Bedienungsanleitung starten können: Ganz links parken zwei Input-Klinken für die Verbindung mit dem Bass. Pegelstarke Bässe kommen natürlich an den Active-Input; und wer Vintage-Bässe mit niedriger Signalstärke spielt, sollte den Passive-Input verwenden.

Auf die Klinkenbuchsen folgen der Gain-Regler, ein Dreiband-Equlizer mit den entsprechenden Reglern für Bässe, Mitten und Höhen, und schließlich der Volumen-Regler für die Endlautstärke des Combos. Unter jedem der fünf genannten Regler ist ein Taster zu finden, mit denen der Klang auf verschiedenartige Weise verändert werden kann. Der erste Taster nennt sich "Overdrive" und ist logischerweise für die verzerrten Sounds zuständig: per Tastendruck wird ein Gain-Boost und die Peavey-eigene Transtube-Röhrensimulation eingeschaltet.

Die darauffolgenden drei Taster wirken auf den Equalizer: Hinter "Contour" verbirgt sich ein EQ-Preset für Scoop-Sounds - Bässe und Höhen werden bei gedrückter Taste also deutlich angehoben und die Mitten werden gleichzeitig etwas abgesenkt. Mit dem Mid-Shift-Taster kann die Einsatzfrequenz für den Mittenregler aus den beiden Werten 250 Hz und 600 Hz gewählt werden, und der Bright-Taster hebt bei Bedarf alle Frequenzen oberhalb der 1-kHz-Schwelle um 10 dB an.

Das letzte Sound-Tool hört auf den Namen "Kosmos-C" und wird mit dem Taster aktiviert, welcher unter dem Volume-Regler sitzt. Hinter diesem Feature verbirgt sich einfach gesagt ein Subharmonics-Prozessor, der die Tiefbässe in einem Bereich verstärkt, den Lautsprecher für gewöhnlich nicht übertragen können. Mehr zur Wirkung des Kosmos-C-Features erfahrt ihr im Praxisteil.

Den Abschluss auf der Front macht ein chromatisches Stimmgerät, das sich aus einem einstelligen Display, drei LEDs, sowie dem Tuner/Mute-Taster zusammensetzt. Wenn man das Stimmgerät aktiviert, werden gleichzeitig alle Ausgänge des Basscombos stummgeschaltet. Der zu stimmende Ton wird im Display angezeigt und anhand der drei darüber liegenden LEDs kann man erkennen, ob der Ton zu tief, zu hoch oder eben korrekt gestimmt ist.

Obwohl es sich beim Max 100 um den kleinsten und preisgünstigsten Combo der neuen Max-Serie handelt, hat Peavey bei den Anschlussmöglichkeiten nicht gespart. Auf der Rückseite finden wir einen symmetrischen Ausgang in Form einer XLR-Buchse (Pre-EQ mit Groudlift) für die Abnahme beim Livegig, zum Einschleifen von externen Effekten steht ein Loop mit zwei Klinkenbuchsen (Send und Return) zur Verfügung, und an die Footswitch-Klinke kann ein Fußschalter zur Fernbedienung der Overdrive- und Mute-Funktionen angeschlossen werden.

Wer den Max 100 gern beim heimischen Üben einsetzen möchte, findet für diesen Zeck einen Kopfhöreranschluss und einen Aux-Eingang zum Anschluss externer Audioquellen - beides in Form von Miniklinken.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • erwachsener, ausgewogener Sound
  • gut klingender Overdrive
  • viele EQ-Tools
  • integriertes Stimmgerät
  • stabile Bauweise

  • Tuner/Mute-Taster erzeugt laute Knackgeräusche
  • Sound kann mit Contour und Kosmo-C dröhnen

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