Test
5
14.05.2020

Praxis

Der Download von rekordbox 6 ist kostenlos. Beim ersten Start wird auf Wunsch die bestehende Bibliothek aus rekordbox 5 analysiert und importiert. Das dauert eine Weile, lohnt sich aber. Danach können Änderungen in rb5 nicht mehr in rb6 übertragen werden, da beide Librarys von nun an separat voneinander weiterexistieren.

Erste Schritte nach dem Umstieg

Obwohl rb6 die Grids, Cues und Loops von rb5 übernimmt, stehen neben den Tracks noch Fragezeichen. Dem kann über das rechte Maustastenmenü und dem Befehl „Neue Analysedaten hinzufügen“ abgeholfen werden: Die Tracks werden nicht noch mal neu analysiert, sondern lediglich die rb6-spezifischen Daten wie die Dreiband-Wellenform hinzugefügt.

Als nächstes sollten per „Auto Relocate Files“ alle Stücke gesucht und gefunden werden, auf die rekordbox keinen direkten Zugriff mehr hat, weil z. B. die Ordnernamen geändert wurden. Auch dieser Prozess kann je nach Größe der Musiksammlung länger dauern und sollte am besten über Nacht durchgeführt werden.

Transfer to rekordbox iOS

Nun wollen wir mal die nagelneue rekordbox iOS3 App in die Trackvorbereitung mit einbeziehen. Ich will einem ausgiebigen Test hier nicht vorgreifen, daher nur so viel: Sie ist richtig gut geworden und das Zusammenspiel mit der Desktop-App ist ein großer Pluspunkt für rb6. Tracks können in der iPhone App unterwegs bearbeitet werden, z. B. Grid, Tags, Loops und diese Informationen werden nach der nächsten Verbindung mit dem Hauptprogramm automatisch übertragen. Das geht auch im Free-Plan, denn zum Synchronisieren mit der iOS App braucht es wie gesagt kein Abo, solange sich Computer und iPhone im selben WLAN-Netz befinden.

Der Vorteil der Bezahl-Abos ist, dass sich das iPhone als eines der angemeldeten „Geräte“ mit der Cloud synchronisiert und der Pairing-Prozess via WLAN dadurch entfällt. Einmal eingerichtet, muss man sich keinen Kopf mehr machen und Änderungen auf dem iPhone werden von der Haupt-Library übernommen.

Inflyte Integration

Das ist spannend, denn Inflyte ist schon seit Jahren meine Lieblingsplattform für digitale Promos. Ich nutze den Service auch selbst zur Promotion der Releases meines eigenen Labels microglobe musikproduktion. Ein wichtiger Grund dafür ist die Inflyte iOS App, auf die ich Hörproben aller erhaltenen Promos laden und dann offline abhören kann. Dadurch sind immer und überall Promo-Listening-Sessions möglich: beim Joggen, beim Reisen, beim Chillen am Strand.

Nach meiner Bewertung landen die für gut befundenen Promos automatisch in meinem Dropbox-Folder und wurden von dort in iTunes eingepflegt, getaggt und schließlich in die DJ-Software meiner Wahl transferiert.

Bei rekordbox 6 können die beiden letzten Schritte ab sofort entfallen, denn ich habe direkten Zugriff auf meinen Inflyte Promolocker, sehe die Releases und den per Herz markierten Lieblingstrack der EP, ja selbst der obligatorische Kommentar, den ich bei der Bewertung abgegeben habe, wird angezeigt.

Ich denke, meine Art, die Promos zu kommentieren, wird sich allein durch dieses Feature sehr verändern, weil ich dadurch bereits im Promo-Hörprozess Ideen für den späteren Einsatz des Tracks festhalten kann, die in rb6 auftauchen. Dann kann ich die Tracks als WAV, AIFF oder MP3 direkt in rekordbox laden, in Playlisten organisieren, spielen, auf den USB-Stick kopieren und zum Gig mitnehmen.

Genial. Allein das ist für mich persönlich ein ganz fetter Pluspunkt für rekordbox 6. Ich bin gespannt, ob weitere Promo-Services wie Fatdrop, Label Worx oder Promo Cloud diesem Beispiel folgen werden. Dafür braucht DJ übrigens kein rb6-Abo, das funktioniert ebenfalls im Free-Plan.

Streaming Tracks

Mit der eigenen MP3/AAC/WAV-Sammlung und dem Inflyte Promo Locker hätten wir also schon mal zwei verschiedene Quellen für Musik und die Integration der beiden Streaming-Dienste Soundcloud Go+ und Beatport Link zeigt, wo die Reise hingeht: eine zentrale Organisationsplattform für viele dezentrale Speicher.

Mit Beatport Link können Songs offline gespeichert werden, sind also auch an Orten ohne Internetzugang verfügbar. Dafür hat Beatport vor einem Jahr Pulselocker und deren Offline-Speicher-Technologie erworben.

Beatport bietet einen Abo-Service mit vier Plänen an:

Beatport Cloud kostet 4,99 US-Dollar pro Monat, ohne zeitliche Verpflichtung, ist jederzeit kündbar mit unbegrenzten Re-Downloads bereits gekaufter Tracks.

Beatport Link enthält Beatport Cloud und zusätzlich kuratierte und benutzerdefinierte Wiedergabelisten und optimiertes Audio-Streaming für 14,99 US-Dollar pro Monat. Beide Pläne erlauben jedoch keine Offline-Speicherung. Für dieses Feature muss DJ schon zu dem Plan …

Beatport Link Pro für 39,99 US-Dollar pro Monat tief in die Tasche greifen. Der enthält den Beatport Link-Plan plus die Möglichkeit von Offline-Speicherung à la Pulselocker für bis zu 50 geliehene Tracks. Erst mit dem Pro-Plan kommen DJ und Publikum auch in den Genuss vernünftiger Audioqualität von AAC 256 kbp/s, denn der normale Link-Plan streamt mit mageren AAC 128 kbp/s.

Sind 50 Tracks zu wenig? Dann muss es wohl der Plan Beatport Link Pro+ für saftige 59,99 US-Dollar pro Monat sein, dann kann DJ bis zu 100 geliehene Beatport-Tracks zum Gig mitnehmen. Allerdings nur auf dem Computer, denn das Synchronisieren dieser Tracks auf den USB-Stick ist nicht vorgesehen. Daher machen auch die beiden teuren Pläne für USB-DJs keinen Sinn, zumal diese sportlichen Abo-Kosten noch on top des notwendigen rekordbox Creative Abos kommen.

Wir reden hier von einer Jahresgebühr bis zu 719,88 US-Dollar (aktuell ca. 666,00 Euro). Für normalsterbliche DJs in Zeiten ohne Gigs – weil Corona – wird das ein teures Hobby. Beatport Link bietet eine kostenlose 30-tägige Trial-Periode zum Ausprobieren an.

Gleiches bietet Soundcloud Go+, das für nur 9,99 Euro pro Monat und einem großen Angebot aller möglichen Stilistiken sicher der bessere Partner für mobile DJs ist. Die müssen schnell auf Musikwünsche der Gäste reagieren und können einen breit aufgestellten Streaming-Dienst gut gebrauchen. Soundcloud Pro+ ist nicht Spotify, hat aber ein erstaunlich großes Angebot und dazu viele, viele fertige Mixtapes für die ersten Stunden der Veranstaltung, wo einfach nur etwas gepflegte Chill-Out-Lounge-Untermalung für das Festessen benötigt wird.

Dropbox in der Praxis

Aber auch wer nicht die teuren Beatport-Link-Abogebühren in Anspruch nimmt, muss für rekordbox 6 Creative noch extra in die Tasche greifen, denn DJ kauft mit Creative nur den Service, nicht den Speicherplatz. Da auch bei einer mittelgroßen Musiksammlung ein Dropbox-Free-Account sehr schnell nicht mehr ausreicht, muss also ein Dropbox-Abo her.

Dropbox hat ebenfalls drei Abo-Pläne: Der Standardservice mit 5 TB scheint für den Start erst mal ausreichend und kostet 12 Euro im Monat (10 Euro bei jährlicher Abrechnung). „Advanced“ bietet unbegrenzten Speicher für 15 Euro und die Preise für „Enterprise“ erhält man auf Anfrage, wahrscheinlich von Captain Kirk persönlich. Auch hier wird auf Wunsch eine 30-tägige kostenlose Probezeit gewährt. Wer schon immer mit viel Speicher in der Cloud geliebäugelt hat, könnte durch rb6 nun zu diesem Schritt ermutigt werden. Wer bereits für einen anderen Cloud-Dienst Geld bezahlt, wird jedoch nicht zwangsläufig noch ein Dropbox-Abo abschließen wollen und womöglich lieber abwarten, ob Pioneer weitere Services ins Boot holt, die eventuell besser passen.

Außerdem gilt es zu bedenken, dass sämtliche Tracks aus der Library nach wie vor im lokalen Dropbox-Folder auf dem Computer gespeichert sind. Wer wie ich die komplette Musik bislang im iTunes-Folder speichert, hat die Tracks dann doppelt vorliegen. Zwar können die Musikfiles komplett in die Dropbox-Cloud ausgelagert werden, stehen dann aber offline nicht mehr zur Verfügung.

Da iTunes bislang meine zentrale Library ist, auf die neben rekordbox auch Traktor und Denon Engine Prime zugreifen, ist die intensive Nutzung von Pioneers neuem Cloud Sync Feature also eine durchaus knifflige Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen für die File-Struktur meines Computers, die zumindest ich bisher so noch nicht treffen werde.

Schlussendlich noch ein paar kritische Einwände zum generellen Verfahren: Pioneer bietet zwar einen Cloud-Service an, lässt aber den Nutzer mit der Frage der Speicherung des Großteils der Daten allein, denn ohne zusätzliches kostenpflichtiges Dropbox-Abo geht halt nichts. Dadurch dass die schlanken Metadaten aber auf Pioneers Servern gespeichert werden, hat die Firma trotzdem extrem viel Einblick, was wir spielen, wann und wie. Wir füttern Pioneer mit Daten und bezahlen auch noch dafür: Ich denke, von so einer Situation würden Facebook und YouTube träumen.

Der USB-Stick

So, die Playlist ist gecheckt, die Tracks sind getaggt, jetzt husch-husch alles auf den Stick und ab zum Gig? Nein, nein, mein Freund ...

Vor dem Gig haben die Pioneers die USB-Stick-Synchronisation gesetzt. Und die kann dauern: Die Daten von rekordbox 5 und 6 sind nicht kompatibel und so wird ein mit rb5-Daten befüllter USB-Stick von rb6 mit einem neuen Profil bespielt. Und das kann dauern.

Der Vorteil: Alle Playlisten werden genauso hergestellt wie vorher, wichtig für DJs, die verschiedene Sticks mit unterschiedlichen Playlisten haben, weil die rekordbox-Musiksammlung mittlerweile zu groß für einen USB-Stick ist oder verschiedene Sticks für verschiedene Gigs genutzt werden.

Besser scheint es jedoch, DJ startet rekordbox 6 mit neuen Sticks, behält die rb5-Sticks noch als Backup und überschreibt diese dann irgendwann mit dem rb6-Profil, wenn der Schritt zu rb6 final vollzogen ist.

Und bitte nicht am USB-Stick sparen! Wer mit dem USB-Werbegeschenk zum Gig geht, darf sich nicht wundern, wenn der Player im Club den Billo-Stick nicht lesen kann.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit SanDisk Extreme Pro und Extreme Go gemacht. Die sind nicht billig, aber ihren Preis wert.

Welches Abo?

Angesichts der Situation, dass die meisten DJs gerade zu Hause festsitzen und nicht kreuz und quer durch die Welt jetten, kommt rekordbox 6 ein wenig zur Unzeit. Es ist noch überhaupt nicht absehbar, wie lange die Clubs für uns geschlossen bleiben und DJs, die nicht reisen, benötigen auch nicht zwingend den Sync zwischen vier Geräten via Dropbox.

Soll man also noch im Juli ein Abo abschließen, obwohl noch gar nicht klar ist, wann wir wieder in Clubs auflegen werden? Immerhin steht dem „normalen“ Abo-Preis für Creative von 179,88 pro Jahr beim Einstiegsangebot von 119,88 pro Jahr eine Ersparnis von 60,00 Euro gegenüber, die quasi ein halbes Jahr „kostenlose“ Nutzung erkauft und sich dann in den folgenden Jahren auch weiterhin lohnt.

Dazu kommen die Kosten für ein Dropbox-Abo und wenn man die Streaming-Services nutzen möchte noch Abos für Soundcloud Go+ und Beatport Link. Das wären gleich mal vier Abos für eine Software, welche die meisten DJs, die ich kenne, bislang lediglich als kostenlose Preperation-Software nutzten. Da kommt schon was zusammen.

Klar, professionelle gut verdienende DJs werden das für die gebotenen Features womöglich gern zahlen, aber all jene, die gerade anfangen oder eher aus Spaß auflegen, werden ins Grübeln kommen.

Pioneer hätte die goldene Chance gehabt, alle Pläne, solange die Corona-Krise dauert, kostenlos anzubieten, die DJs zu Hause an das neue Modell zu gewöhnen und erst dann Geld dafür zu verlangen, wenn wir wieder in den Clubs unterwegs sind. Das hätte Pioneer viel gute Publicity und neugierige Kunden gebracht. So wie die Dinge jetzt stehen, werden sich die meisten meiner DJ-Kollegen wahrscheinlich mit dem Free-Plan zufriedengeben.

Weg ist die Lizenz!

Inhaber von rekordbox 5 Lizenzen sind über das neue Abo-Modell ebenfalls nicht glücklich, denn damit sind ihre Lizenzen hinfällig. Der Vorteil für alle anderen: Weil die Nutzung der Performance-Funktionen von rb6 nicht mehr an Lizenzen gebunden ist, kann sich DJ zum Beispiel einfach ein entsprechend qualifiziertes Pioneer-Teil Second-Hand kaufen und sofort die vollen Performance-Funktionen von rb6 nutzen.

Der Vorbesitzer muss seine Lizenz nicht einmal übertragen, da das Gerät selbst als Dongle funktioniert und die meisten Performance-Funktionen freischaltet. Wer den Sampler und den Sequencer benötigt, muss jedoch den teuren Creative-Plan wählen.

DVS-DJs benötigen im kostenlosen Free-Plan ein entsprechendes Unlock-Device wie das Interface 2 oder müssen ebenfalls eine der beiden Bezahlpläne abonnieren.

Wer also für eine 5er-Lizenz bezahlt hat und die entsprechenden Features in rekordbox 6 nur in einem Abo-Modell wiederfindet, wird womöglich lieber mit der alten Version weiterarbeiten wollen.

Kündigen will gelernt sein

Damit die 30-tägige kostenlose Probezeit auch kostenlos bleibt, muss man das Abo mindestens 2 Tage vor Ablauf der Probezeit kündigen. Das ist allerdings nicht besonders kundenfreundlich gelöst. Zuerst muss man natürlich seine Kreditkarten- oder Paypal-Daten herausgeben und einen Kaufvertrag abschließen. Eine eventuelle Kündigung muss über die Website von Digital River/My Commerce erfolgen, ein Link wird in der Verkaufsbestätigung angezeigt. Leider führte mich dieser Link nur zu einer FAQ-Seite. Direkt zur Kündigung kommt ihr via diesem Link und eurer Bestellnummer. Dort wiederum muss man sich erst einloggen oder ein Kundenkonto anlegen.

Über den Eintrag “Wie kann ich meine Bestellung stornieren? Ich habe bereits bezahlt.“ wird man wiederum zu einer anderen Seite mit einem Kontaktformular geleitet.

Dort wiederum muss man die E-Mail-Adresse und die Bestellnummer eingeben und gelangt endlich auf die entsprechende Website zur Kündigung. Kompliziert!

Mein Tipp: Wer nur testen will, sollte die Kündigung nicht erst zwei Tage vor Ablauf des Probezeitraums durchführen.

rekordbox 5 parallel nutzen

Was nun, wenn man nach dem Import der rekordbox Version 5 Bibliothek in rb6 noch Playlisten in rekordbox 5 bearbeitet hat? Diese tauchen ja dann nicht mehr in rekordbox 6 auf. Auch können nicht beide Programme gleichzeitig geöffnet sein. Ich habe mich damit beholfen, dass ich später in rekordbox 5 nachgepflegte Playlisten als .m3u8-Datei exportiert und in rekordbox 6 wieder importiert habe. Mehr als Playlisten-Name und -Reihenfolge wird jedoch nicht übernommen, leider auch nicht die Track-Analyse, Cues und Loops.

Wer braucht das?

DJs, die bei verschiedenen Promo-Pools gelistet sind, haben bestimmt schon mal den Eintrag „Downloaded for Richtie Hawtin“ (oder einen anderen sehr bekannten DJ) gesehen. Ja, die Top-DJs der Welt haben mittlerweile Leute, die ihnen zuarbeiten, Promos auf deren mögliche Verwendung durch den Chef im Voraus checken und ihr oder ihm dann eine kuratierte Vorauswahl bereitstellen.

Dafür ist rekordbox 6 Creative Gold wert. Der Pre-Selektor kann fortan von seinem Computer direkt auf die Promos zugreifen und die Playlisten für den nächsten Gig schon sehr detailliert vorbereiten. Der Star-DJ kann diese dann auf dem Weg zum Gig auf dem iPhone checken, neu ordnen und dann direkt ohne weitere Vorbereitung im Club spielen. Alles durch die Cloud.

Gut passen könnte das Cloud-Sync-Feature auch für DJs mit einem großen zentralen Server zu Hause für die komplette Sammlung und einem Laptop mit kleiner Festplatte, auf dem sie nur die notwendigen Playlists auf Tour mitnehmen.

Für mobile DJs, die auf Hochzeiten und Betriebsfeiern auflegen, sind hingegen die in Creative enthaltenen Streaming-Dienste supernützlich. So kann man fast jeden noch so obskuren Musikwunsch erfüllen – sofern WLAN vorhanden ist. Das ist in der verwunschen schön am See gelegenen Traumhochzeits-Location mitten in der Pampa leider nicht immer der Fall. Gut, bei Beatport Link gibt es die sehr teuren Pro-Pläne, mit denen DJ Tracks auch offline spielen kann. Allerdings auch nur vom Computer. Und Beatport steht für Clubmusik. Den neuesten deutschen Schunkelschlager, den die schon angetrunkene Braut jetzt sofort hören muss, findet man eher bei Soundcloud Go+. Und das hat keinen Offline-Locker-Modus.

Ich denke, hier gibt es noch viele Lücken und das ist kein Wunder. Partner aus den Bereichen Cloud-Hosting, Promo-Pool und Musik-Streaming werden dazukommen und auch für die Streaming-Hürde Nummer 1 im DJ-Bereich, die Urheberrechteverwertung wird man Lösungen finden.

Pioneer stellt mit rekordbox 6 ein zukunftsweisendes Update vor, das alle existierenden DJ-Tools von DVS bis Streaming unter einem Dach abdeckt. Vieles ist noch nicht perfekt gelöst, weil noch so viele Fragen offen sind, die sowieso alle auf der Agenda stehen.

rekordbox 6 bringt alle diese Fragen auf den Tisch und das ist gut so. Ich bin mir sicher, dass sich dieses Puzzle über die nächsten ein bis zwei Jahre komplettieren wird. rekordbox 6 ist dafür der Anfang.

Was tun?

Für die meisten USB-DJs ist es einfach. Sie werden weiterhin den Free-Plan nutzen, weil der genau das macht, was viele Nutzer wollen: Tracks unkompliziert und kostenlos vorbereiten, auf einen USB-Stick ziehen und dann im Club auf professionellen Playern spielen. Neben ein paar optischen Gimmicks überzeugt vor allem die ebenfalls kostenlose iOS App. Der Sync zwischen Laptop und iPhone funktioniert „free“ zwar nur im selben WLAN, aber mit dieser kleinen Hürde können sicher die meisten DJs gut leben, denn auch die gelungene Einbeziehung des Inflyte Promo-Services ist im kostenlosen Plan möglich.

Das kleine Core-Abo wird nur für wenige DJs interessant sein, weil viele Performance-Features auch mit qualifizierter Pioneer-Hardware nutzbar sind. Inhaber einer gekauften rekordbox 5 Lizenz werden sich über das verlorene Geld ärgern, denn der neue Abo-Plan ignoriert alte Lizenzen.

Wer wirklich alle Features wie Cloud-Sync zwischen bis zu vier Geräten und die Dropbox-Integration nutzen will, kommt am teuren Creative-Abo sowieso nicht vorbei und hat für ein paar Euro mehr auch die Core-Features mit dabei. Lohnen dürfte sich rekordbox 6 Creative vor allem für die schwer beschäftigten, viel gebuchten und gut bezahlten Kollegen, die im Team an den Playlisten arbeiten, die am Ende bei der Show gespielt werden.

Pro & Contra

  • Cloud Sync via Dropbox
  • iOS mobile sync mit rekordbox iOS 3
  • Digitale Promo-Integration (Inflyte)
  • Streaming von Soundcloud Go+ und Beatport Link in der Software
  • Auto-Relocate-Funktion für Tracks in unbenannten Foldern
  • neues Darstellungskonzept für Wellenformen
  • Dark- und Light-Skin-Modi
  • DMX-Direct-Control
  • Ableton Link
  • USB-Stick-Vorbereitungsmodus kostenlos

  • erweiterte Funktionalität nur mit monatlichen Abonnements
  • rekordbox 5 Lizenzen und Abos werden nicht übernommen
  • nicht abwärtskompatibel zu rb5

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