Test
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13.12.2017

Praxis

Testaufbau

Aufgebaut und reingehört. Wie alle Speaker, die ich teste, kommen die PMC result6 zunächst hinter meinen Arbeitstisch (auf die Stative im 1,2 m großen Stereodreieck). Kabel rein, Strom rein – und los! Filter gibt es keine, also gibt es auch leider nix weiter einzustellen.

Klang

Die PMC-Tendenz ist klar und damit meine ich die starken Höhen. Es ist jetzt nicht so, dass diese scharf oder gar schrill sind – im Gegenteil sie sind sehr sauber, aber halt recht präsent. Wie bei allen PMCs, die ich kenne, und das hat mir bisher auch immer gefallen – hier finde ich es aber schon einen Tick zu viel des Guten.

Die Bässe werden (ebenfalls PMC-typisch) knackig und tief übertragen – und dies, ohne zu „boomy“ zu werden. Der Tiefgang ist für die Größe gut. Lediglich von den zurückhaltenden Mitten (200 bis 400 Hz) hätte ich – auch im Hinblick auf die restlichen Modelle – etwas mehr erwartet. Da stimmt doch was nicht, denke ich mir, und messe auch direkt mal nach. Ich stelle zusätzlich einen recht engen Einbruch fest, das kann doch nicht…

Daraufhin experimentiere ich mit der Postion – und siehe da: Der Einbruch ist weg und die Mitten werden im Allgemeinen deutlicher, wenn auch nicht so hoch-detaliert wie bei den großen, deutlich teureren Modellen. Ich stelle auch fest: Auch die kleine ATL-Box ist durchaus aufstellungskritisch. Die fehlenden Filter kann man somit entweder als gutes Konzept oder gar schlechte Entscheidung deuten.

Böse Zungen behaupten ja gern, man muss einen Raum um die Advanced Transmission Line bauen, damit es funktioniert. Das ist zwar aufwendig – wenn es aber funktioniert auch wirklich erstklassig. Ich hatte mal eine MB2 in meinem Studio und da war das nicht anders. Trotzdem: Die Mitten sind mir hier etwas zu zurückhaltend. Das ändert aber nichts an der wirklich fantastischen Stereoauflösung und der äußerst guten Tiefenstaffelung. Der Sweetspot ist natürlich ebenfalls groß und bleibt über einen weiten Bereich konsistent.

SPL-Stresstest 

Pegel können die Boxen gut ab. Das fiel mir im Vergleich zu der halb so teuren LYD-7 von Dynaudio auf. Sicherlich, die hat auch etwas weniger Leistung, aber ich habe beide auch nicht in den „Kotz“-Betrieb gefahren. Jedenfalls merkte ich, dass die Höhen und Mitten bei der result6 deutlich länger verzerrungsfrei bleiben und auch bei sehr hohem Pegel die Klarheit nicht verloren geht: Die Transienten bleiben unverschliffen, die Höhen unstressig und insgesamt bleibt der Klang natürlich. 

Bei ultratiefen Bassimpulsen offenbarte sich allerdings eine kleine Schwäche der PMC-Boxen. Bei hohem Pegel neigen tiefe, dicke Kickdrums hier mehr als bei den Dynaudios zum leichten „Nocken“, was doch überraschend und auch schade ist. Es handelt sich hierbei allerdings auch um Grenzbereiche. Wer allerdings Faustregeln mag: Bei akustischer Musik würde ich der PMC result6 den Vortritt gewähren, während ich Techno- und HipHop-Produzenten die halb so teuren LYD-7 empfehle.

Pro & Contra

  • hohe Transparenz
  • sehr gute Stereoortung
  • präzise Tiefenstaffelung

  • recht aufstellungskritisch

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