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Test
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03.07.2019

Presonus Studio One 4.5 Update Test

DAW-Software

Aller guten Dinge sind 4.5!

Der aktuelle DAW-Markt ist in drei Lager gespalten. Das erste Lager bilden die drei großen DAWs Logic, Cubase und Pro Tools. Sie gelten nämlich als Dinosaurier des Musiksoftwaremarktes und beherrschen dementsprechend lange den Markt. Sie sind am längsten dabei und haben der Konkurrenz allein der Verbreitung wegen große Vorteile. 

Daneben sind aufstrebende DAWs wie Ableton LiveStudio One oder auch Bitwig Studio auf dem Vormarsch. Diese Programme setzen auf Funktionen, die man bisher so noch nicht in einer anderen DAW gesehen hat. Deshalb werden sie weltweit von immer mehr Usern genutzt. Das dritte Lager besteht aus DAWs, die nicht speziell oder individuell genug sind und deshalb auch eher ein Nischendasein führen.

Details

Was macht Studio One aus?

Obwohl Studio One eine timelinebasierte DAW ist, wie man sie bereits von vielen anderen Herstellern kennt, hebt sie sich vor allem durch drei grundlegende Philosophien von der Konkurrenz ab. Diese wirken sich besonders auf die Produktionsgeschwindigkeit und den Workflow aus. Inzwischen mag die Konkurrenz die eine oder andere dieser Funktionen übernommen haben, doch waren Presonus tatsächlich die Ersten auf dem Markt.

Drag-and-Drop-Funktionalität / Browser

Im Prinzip wird die komplette Software über den Browser mit Inhalten jeglicher Art versorgt. Beim Öffnen eines neuen Arrangements erscheinen am oberen Rand des Browsers mehrere Tabs, von denen die ersten vier lauten: Instrumente, Effekte, Loops und Dateien. Möchte man zum Beispiel den internen Synthesizer Mojito nutzen, sucht man ihn unter dem Tab Instrumente im Browser, klickt mit der linken Maustaste darauf, hält die Taste gedrückt und zieht das Ganze einfach in das Arrangement-Fenster. Damit wird automatisch eine Instrumentenspur erstellt und Mojito auf die Spur geladen. Das funktioniert übrigens auch mit einem Preset von Mojito, das dann automatisch in der Instanz geladen wird.   

Und dieses System schließt auch Effekte mit ein. Möchte man also einen Lowcut auf den Sound von Mojito anwenden, sucht man sich einfach einen EQ unter Effekte und zieht ihn auf die gewünschte Spur. Die Drag-and-Drop-Philosophie schließt selbstverständlich auch Drittanbieter-Plugins mit ein. Und genau so können natürlich auch Audio-, Video- oder MIDI-Dateien leicht und schnell in ein Arrangement importiert werden.

Tab fünf ermöglicht in gleicher Art direkten Zugriff auf den Presonus-Shop. Dort findet ihr die Austauschbörsen Exchange und Soundcloud, wo ihr neue Tracks bequem uploaden könnt. Tab sechs namens Pool zeigt alle im aktuellen Arrangement verwendeten Dateien. 

Flexibles Routing in Arrangement und Mixer

Auch das Signal-Routing ist in Studio One sehr flexibel. Das liegt vor allem daran, dass viele Optionen über die rechte Maustaste abrufbar sind. Will man verschiedene Spuren, egal ob Audio oder MIDI, einem Bus zuordnen, müssen die Spuren lediglich markiert werden. Anschließend klickt man eine der Spuren mit der rechten Maustaste an. Dadurch öffnet sich ein Menu, das verschiedene Optionen zur Verfügung stellt. So können die Kanäle zum Beispiel einem Bus oder einem VCA zugeordnet werden. Darüber hinaus können sie einer Gruppe zugeordnet oder ausgeblendet werden. Alleine das Erstellen eines Busses für mehrere Spuren spart auf diese Art sehr viel Zeit.

Macros

Natürlich lässt sich in Studio One die Kontrolle auch über Tastaturbefehle ausüben. Die persönliche Auswahl kann sogar als File exportieret werden. Außerdem kann Studio One die Standardbelegung anderer DAWs simulieren, um Umsteigern einen leichteren Einstieg zu ermöglichen. Macros sind dann schon eine Weiterentwicklung dieses Gedankens, denn in einem Macro lassen sich mehrere Arbeitsschritte zusammenfassen. Damit lassen sich viele Einzelbefehle und vor allem Zeit sparen. Möchte man beispielsweise an einem bestimmten MIDI-Event arbeiten, den Bereich aber auch gleichzeitig loopen und zusätzlich bei der Ansicht einen Zoom-in vornehmen, kann man aus allen drei Einzelschritten ein Macro erstellen. Somit müsst ihr in Zukunft für alle Schritte nur noch eine Taste drücken. Alle Befehle aus Studio One lassen sich in ein Macro einbinden, was bedeutet, dass Tracks auch deaktiviert und gleichzeitig ausgeblendet werden können. Selbst ein EQ mit einem voreingestellten Lowcut bei einer bestimmten Frequenz kann mit einem Tastendruck als Insert auf eine Spur gelegt werden. Die Möglichkeiten und die daraus resultierende Zeitersparnis sind quasi unbegrenzt, egal, ob man mehr mit Audio- oder mehr MIDI-Dateien arbeitet.

Pro & Contra

  • weniger CPU-Auslastung
  • Reverse Sidechain
  • Weichere und detailreichere Darstellung von Wellenformen
  • softwarebasierter Input-Gain
  • Pre-Fader-Metering
  • mehr MIDI-Bearbeitungsoptionen
  • Plugin-Manager

  • noch kein MPE-Support

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